Technik

Bruchfest, leicht und formbar: Carbonbeton DUCON

Ein Werkstoff wird 4.0

Das Medienecho bei der Verleihung des Deutschen Zukunftspreises 2016 war wie immer groß, schließlich geht es um Innovationen für eine bessere Zukunft. Dieses Jahr jedoch schien die Resonanz noch etwas größer als üblich. Der Grund: ein Außenseiter, für manche gar ein Schmuddelkind, hatte es vorbei an den jährlich nominierten Hightech-Aspiranten aufs Treppchen geschafft: der Beton.

Ein von Dresdner Professoren entwickelter sogenannter Carbonbeton hat die Jury überzeugt und schlagartig den weltweit am meisten verwendeten Werkstoff ins öffentliche Interesse gerückt. Dabei kann es bei genauerer Betrachtung nicht überraschen, dass Innovationen nicht nur auf selbstfahrende Autos oder Einsatzmöglichkeiten von Drohnen beschränkt bleiben. Nahezu jede Produktionsstätte, jede Infrastruktur, jeder Wohnraum wird unter oft maßgeblichem Einsatz von Beton hergestellt. Beton ist quantitativ und qualitativ ein Key Performance value. Abseits des Rampenlichts moderner Gadgets, haben Ingenieure Beton fit gemacht für die zukünftigen Herausforderungen an Ressourcenschonung, Langlebigkeit, Schutz- und Sicherheitsfunktionen sowie Formensprache und Ästhetik.

„Ohne unseren duktilen Beton hätte diese Anforderung technisch nicht umgesetzt werden können", sagt Dr. Stephan Hauser, Erfinder des biegsamen Betons DUCON. Was für den technischen Laien zunächst widersprüchlich klingt, hat in den vergangenen zehn Jahren Auftraggeber von weltweit mehr als 250 bereits realisierten Projekten, darunter das One World Trade Center, New York, überzeugt: Durch ein mehrlagiges, korrosionsbeständiges Stahlmattengeflecht mit Zementverguss entsteht eine Miniaturisierung der statischen Mechanismen im Verbundwerkstoff, die den Beton biegsam macht. „Dadurch können wir unter engsten räumlichen Verhältnissen, wie beim Neubau des WTC, hohe Energien z.B. aus Autobombenanschlägen absorbieren und Schädigungen am Tragwerk abwenden", sagt der Inhaber der Spezialfirma im Südhessischen. Dass sich mit dem duktilen Beton, wie Fachleute das Werkstoffverhalten nennen, auch Ästhetik nachhaltig realisieren lässt, zeigen die aus DUCON-Beton gefertigte dünnste freitragende Betontreppe und die dünnste Dachschale.

Kurvenfärmig gekrümmtes Betonteil
Mit einer Struktur aus mehrlagigem Mattengeflecht und Zementverguss wird Beton biegsam und ästhetisch formbar.
 
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