Industrienachrichten

VDMA fordert von Politik eindeutige Positionierung

Offene Märkte und Wohlstand nicht aufs Spiel setzen!

Die Maschinen- und Anlagenbauer in Deutschland und Europa benötigen offene Märkte und freien Handel, um Exporterfolge erzielen und Arbeitsplätze sichern zu können. „Mauern und Schutzzölle sind keine Lösung! Die EU und die Bundesregierung sind gefordert, jetzt eindeutig ,Flagge‘ zu zeigen‘ für das Industrieland Deutschland und damit auch für die Sicherung von Arbeitsplätzen und Wohlstand“, betonte VDMA-Präsident Carl Martin Welcker auf der Jahrespressekonferenz des Verbands in Frankfurt.

Angesichts einer Exportquote von mehr als 75 Prozent im Maschinenbau mahnte er: „In einer globalisierten Welt die Handelsschranken wieder aufzubauen ist der falsche Weg, der am Ende alle zu Verlierern macht. Wir dürfen das Erreichte nicht leichtfertig aufs Spiel setzen und das Feld den Populisten überlassen.“

Leichter Produktionszuwachs 2017 erwartet

Für das kommende Jahr rechnet der VDMA unverändert mit einem leichten Produktionszuwachs von real 1 Prozent. Die Belastungen aus einigen großen Entwicklungs- und Schwellenländern sollten nachlassen, die leichte Erholung in den EU-Partnerländern (ohne Großbritannien) dürfte sich fortsetzen. Andererseits drohen die Unsicherheiten in Großbritannien und den USA eher zuzunehmen. Die Exporte nach China könnten im kommenden Jahr weiter sinken. Allerdings zeigt die jüngste VDMA-Geschäftsklimaumfrage unter Mitgliedsfirmen, die in China ansässig sind, dass deren Optimismus zuletzt wieder spürbar gestiegen ist. Für 2016 geht der Verband weiterhin von einer Stagnation der Produktion im Vergleich zum Vorjahr aus. In den ersten zehn Monaten des laufenden Jahres sank die Produktion im Maschinenbau preisbereinigt um 0,7 Prozent. Dieses Minus ging im Wesentlichen auf Arbeitstageeffekte zurück, weshalb die VDMA-Volkswirte zuversichtlich sind, dass das Minus bis Jahresende wieder ausgeglichen werden kann. Seit 2012 kommt die Produktion kaum vom Fleck. Die Kapazitätsauslastung im Maschinen- und Anlagenbau lag im Oktober bei 84,6 Prozent und damit unterhalb des langjährigen mittleren Werts der Maschinenbauindustrie (85,9 Prozent). Mehr als ein Viertel der Unternehmen (26 Prozent) klagten im Oktober über Produktionsbehinderungen, die von einem Mangel an Aufträgen verursacht wurden. Auch der Weltumsatz mit Maschinen stagniert.

Maschinenbauer prägen die Digitalisierung

Allen skeptischen Stimmen zum Trotz sehen sich die Maschinen- und Anlagenbauer bei der Digitalisierung und Vernetzung der Produktion (Industrie 4.0) international in der Vorreiterrolle. Eine neue Studie der IMPULS-Stiftung des VDMA zeige, dass das Thema in der Breite des Maschinen- und Anlagenbaus angekommen ist, erläuterte Welcker. Immer mehr Unternehmen verfolgten eine klare Digitalisierungsstrategie. „Die manchmal von Beratern geäußerte Kritik, der industrielle Mittelstand verschlafe Industrie 4.0, ist schlicht falsch“, betonte er. Nötig sei allerdings, dass zum Beispiel in der Personalentwicklung und der Weiterbildung der Mitarbeiter mehr getan werde. „Industrie 4.0 und Arbeit 4.0 gehören untrennbar zusammen“, sagte Welcker. Auch das Thema IT-Security benötige noch viele Anstrengungen. Der VDMA hat dazu jüngst ein Pilotprojekt mit auf den Weg gebracht, das Start-up „University4Industry“, das Online-Kurse zu Industrial Security anbietet und damit Know-how in einem ganz zentralen Teil der Digitalisierung aufbaut.L

VDMA-Präsident Carl Martin Welcker
VDMA-Präsident Carl Martin Welcker.
 
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