Gemischte Bilanz

Helmut Ehnes

Erst wenige Wochen alt ist das Jahr 2017. Da ist es erlaubt, den Blick noch einmal auf die Bilanz des vergangenen Jahres zu richten. Und die fällt gemischt aus. Die vorläufigen Erhebungen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten geben leider keinen Anlass zum Jubeln. Die Ziele der Präventionsstrategie VISION ZERO wurden (noch) nicht erreicht. Leider sind die Arbeitsunfälle in der deutschen Baustoffindustrie erneut um 1,5 % auf nunmehr 10.259 gestiegen. Besser sieht es bei den schweren Arbeitsunfällen aus, die zu Rentenzahlungen geführt haben: Der Wert für 2016 liegt um 13,6 % unter dem Vorjahreswert. Die Bilanz bei den Wegeunfällen dagegen erscheint düster: Insgesamt lagen diese um 0,2 % höher als im Jahr 2015 – die Rentenfälle sind um 20 % angestiegen. Licht und Schatten auch bei den Berufskrankheiten: Während die gemeldeten Verdachtsfälle um 8,3 % höher liegen, sank die Zahl der BK-Renten erfreulicherweise um 5,1 % unter den Vorjahreswert.

Erschreckend hoch blieb die Zahl der tödlichen Unfälle in den Branchen der BG RCI: 24 Arbeits- und 16 Wegeunfälle mit Todesfolge hatten wir zu beklagen – Stagnation auf hohem Niveau. Mit insgesamt 12 Ereignissen geschahen allein 50 % der tödlichen Arbeitsunfälle in der Baustoffindustrie, wobei die Branche Beton mit fünf Todesfällen erneut Spitzenreiter war. Die Ursachen gleichen sich von Jahr zu Jahr: unachtsame Wartungsarbeiten und Störungsbeseitigung in Anlagen, die nicht vom Stromnetz getrennt sind, oder Manipulation an Schutzeinrichtungen.

Gern würden wir Positiveres berichten. Aber resigniert haben wir auch nicht. Mit unserer Präventionsstrategie „VISION ZERO. Null Unfälle – gesund arbeiten!“ steuern wir gegen und befinden uns – trotz unzureichender Zwischenbilanz – auf einem guten Weg. VISION ZERO nimmt Fahrt auf, wird von vielen positiv wahrgenommen und ist der Weg der BG RCI und ihrer Mitglieder in eine Zukunft, in der jeder wieder gesund von der Arbeit nach Hause zurückkehrt.

Wir haben schon viel angeschoben: Der VISION ZERO Leitfaden ist gefragt; brandneu sind die „Lebensretter“ für Beschäftigte und Führungskräfte; Kooperationen mit Verbänden und Unternehmen unterstreichen, dass alle am gleichen Ziel arbeiten. Die Rekordbeteiligung beim Forum protecT beweist dies. Und dennoch müssen wir eingestehen: Es gibt keine Wunderpille. Mehr Sicherheit lässt sich nur mit harter Arbeit, vorbildlichem Verhalten und konsequenter Führung erreichen.

Apropos: Es gibt eine Zielgruppe, die den Schlüssel zu sicherer, gesunder Arbeit in der Tasche hat – manchmal, ohne sich dessen bewusst zu sein. Dies sind die Unternehmer und die Führungskräfte in den Betrieben. Ihnen gelten meine Bitte und mein Appell: Nehmen Sie Ihre Verantwortung persönlich wahr und leben Sie Führung! Die BG RCI hilft Ihnen dabei auch 2017: mit kompetenter Beratung und mit neuen Angeboten speziell für Sie.

Herzlichst Ihr
Helmut Ehnes