Technik

Separieranlagen von MAT Mischtechnik

Neue Dimension der Trenntechnik

Der Eppenbergtunnel ist doppelspurig und rund 2,6 km lang. Er ist das Herzstück des Vierspurausbaus zwischen Olten und Aarau, der am stärksten befahrenen Bahnachse der Schweiz. Ein Schlüsselprojekt für den Zugverkehr im Mittelland und der ganzen Schweiz. Im Fernverkehr planen die Schweizer Bundesbahnen (SBB) dank des Ausbaus ihrer Hauptschlagader einen Viertelstundentakt der Intercityzüge zwischen Bern und Zürich zur Hauptverkehrszeit, und auch die Voraussetzung für mehr Angebote im Regionalverkehr wird dadurch geschaffen.

Seit November 2016 bohrt sich eine 115 m lange und 2.400 t schwere Tunnelbohrmaschine mit 12,75 m Durchmesser in den Berg hinein. Bisher im offenen Modus (Hartgestein), für die verbleibenden 700 m unter Verwendung der flüssigkeitsgestützten „Slurry“-Technologie (Lockergestein). Hier, an dem letzten, entscheidenden Teilstück des Eppenbergtunnels, ist seit dem 7. August die hochmoderne Separieranlage BE-2550 der MAT Mischanlagentechnik im Einsatz – und leistet damit den entscheidenden Beitrag dafür, dass der Eppenberg im kommenden Winter in Gretzenbach durchstochen werden kann.

Kontinuierlicher Transport

Zusammengesetzt aus sechs baugleichen, aneinandergereihten Einzelanlagen vom Typ BE-425-60, definiert die BE-2550 eine ganz neue Dimension von Trenntechnik. Pro Stunde werden hier in einem geschlossenen Kreislauf 2.400 m³ Suspension bewegt. Genauer gesagt, handelt es sich um eine Bentonitsuspension, die den abgebauten Boden über eine 3 km lange Rohrleitung kontinuierlich zur Separieranlage abtransportiert. Hier wird die Bentonitsuspension in mehreren Prozessschritten über Siebe und Hydrozyklonstufen wieder vom Boden getrennt und erneut in den Kreislauf zum Hydroschild eingespeist. Zwei SKC-60-K Durchlaufmischanlagen sorgen für die kontinuierliche Herstellung der Bentonitsuspension.

Neues Geschäftsfeld

Für MAT Mischanlagentechnik ist die BE-2550 nicht nur ein neues Modell, das mit einer Länge von 22 m und einer Breite von 26 m in Sachen Größe ganz neue Maßstäbe setzt. Die Separieranlage definiert für die Immenstädter ein neues Geschäftsfeld. Und es kommt noch etwas ganz Entscheidendes hinzu: Dass dieses Projekt unter derart komplexen technischen und logistischen Herausforderungen termingerecht und professionell gemeistert werden konnte, ist ein großer Erfolg. Den vom Kunden verlangten, engen Zeitplan einzuhalten bedeutete, dass verschiedenste Bereiche firmen- und abteilungsumspannend perfekt ineinander greifen mussten. Angefangen von einer präzisen Konstruktion über eine passgenaue Fertigung bis hin zu einem hochqualifizierten Team aus Mechanikern und Elektrikern – Hand in Hand wurde die BE-2550 in den eigenen Werkstätten geschaffen. Auch die Logistik war ein Erfolgsfaktor. Für Montage und Inbetriebnahme mussten alle benötigten Werkzeuge, Maschinenkomponenten und Baustelleneinrichtungen sowie qualifiziertes Personal zur rechten Zeit am rechten Ort sein. Zunächst zur Werksabnahme in Immenstadt, wo 25 Lastwagen an nur fünf Arbeitstagen verladen wurden, und später zur Inbetriebnahme in der Schweiz, wo jeder Lastwagen beinahe minutengenau auf der Baustelle ankam – eine logistische Spitzenleistung, die viel Erfahrung benötigt.

Separieranlagen
Die BE-2550 – hier auf dem Werksgelände im Allgäu – besteht aus sechs Einzelanlagen.
 
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