Technik

Beumer entwickelt Anlagensystem für türkischen Zementhersteller

Gesunde Sparmaßnahme

Die Herstellung von Zement ist besonders energieintensiv; Energieeffizienz ist ein wichtiger Faktor. Für einen wirtschaftlichen und nachhaltigen Betrieb hat sich das Werk Denizli Çimento Sanayii T.A.S. des türkischen Zementherstellers OYAK Group für alternative Brenn- und Rohstoffe entschieden, um Vorwärmer, Kalzinator und Hauptbrenner zu befeuern. Es benötigte dafür neue Förderanlagen – und wurde bei Beumer fündig

Um erfolgreich zu produzieren, liegt dem Zementhersteller eine wirtschaftliche Fertigung am Herzen. „Der Energieverbrauch ist eine wichtige Stellschraube“, sagt Berkan Fidan, stellvertretender Betriebsleiter bei OYAK Denizli Çimento Sanayii. 2015 beschlossen die Unternehmensvertreter, den Einsatz von teuren primären Brennstoffen wie Kohle, Gas und Öl auf ein Mindestmaß zu beschränken. Ziel war es, den Großteil der Energie aus alternativen Brennstoffen zu beziehen. Bei diesen Materialien handelt es sich um Brennstoffe für den Kalzinator und den Hauptbrenner in unterschiedlichen Zusammensetzungen, sogenannte Residue-Derived Fuels (RDF), sowie geschredderte Altreifen.

„Wir evaluierten verschiedene Varianten mechanischer Transportsysteme“, erklärt Berkan Fidan. Schließlich entschied man sich für eine Komplettlösung der Beumer Group, die auf der Pipe-Conveyor-Technologie basiert. Im Mai 2016 fertigte der von Beumer zugelassene Lieferant CTN MAKINA alle Stahlkomponenten des Systems und begann mit der Montage sowohl der eingeführten als auch der vor Ort hergestellten Bauteile. Für die beiden Linien installierte Beumer zwei Förderer mit Längen von 206 und 190 Metern sowie die dazugehörige Ausrüstung. Jeder Pipe Conveyor erreicht eine Leistung von 15 Tonnen in der Stunde. „Diese Förderer sind nicht nur ökologisch und wartungsarm“, beschreibt Michal Hrala von der BEUMER Group. „Mit ihrer geschlossenen Bauform schützen sie die Umwelt sicher vor herabfallendem Material und vor Emissionen. Auf laufender Strecke kann sich außerdem kein Staub entwickeln.“ Auf Grund ihrer horizontalen und vertikalen Kurvengängigkeit können die Pipe Conveyor optimal an das Gelände angepasst werden. So sind im Vergleich zu anderen Gurtförderern wesentlich weniger Übergabetürme nötig.

Beumer kümmerte sich zudem um die Planung der Lagerhalle sowie die dazu erforderlichen Einrichtungen. Dazu kamen diverse Förderer und Zuleitungen, die Lieferung der mechanischen Ausrüstung und der Stahlkonstruktionen, die Montage und Inbetriebnahme. Darüber hinaus installierte Beumer vor jedem Pipe Conveyor je zwei Behälter mit Austrageeinrichtung, die eine optimale Mischung der Brennstoffe ermöglichen. Am Ende der Förderer ist je ein Behälter für die Verteilung angebracht.

System komplett und sicher

Die Anlieferung des RDF-Materials erfolgt in Schubbodenaufliegern. An der Annahmestelle werden die alternativen Brennstoffe entladen und gelagert. Alle vier Behälter für ankommendes Material werden von einem Greiferkran aus der Lagerhalle beschickt und anschließend werden die unterschiedlichen Brennstoffe im Kalzinator sowie im Hauptbrenner des Ofens verbrannt.

„Bei der konstruktiven Auslegung der Anlagen standen wir allerdings vor einigen Herausforderungen“, erinnert sich Michal Hrala. „Denn das Zementwerk befindet sich in einem erdbebengefährdeten Gebiet. Wir mussten den Anlagenbau entsprechend auslegen.“ Das heißt konkret: Die Pipe Conveyor sind so konstruiert, dass sie nicht nur den dynamischen Belastungen eines Bebens standhalten, sondern auch den Nachwirkungen.

Kaum ein Jahr nach der Vertragsunterzeichnung erfolgte im Oktober 2016 die Inbetriebnahme des Systems. „Wir sparen nicht nur Kosten, weil wir nun weniger teure primäre Brennstoffe benötigen“, resümiert Güngör Aydin, Projektmanager bei Denizli. „Wir arbeiten vor allem deutlich energieeffizienter. Damit werden sich auch unsere Investitionskosten rasch amortisiert haben.“

Förderanlage
Die Förderanlage ist ökologisch und wartungsarm. Mit ihrer geschlossenen Bauform schützt sie die Umwelt sicher vor eventuell herabfallendem Material und vor Emissionen.
 
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