Unternehmensführung

Jährliche Risiko- und Wertanalyse der Versicherungen

Lückenhafter Versicherungsschutz?

Das A und O ist im Ernstfall eine passgenaue, branchenspezifische Betriebsabsicherung. Doch welche Versicherung braucht ein bestimmtes Unternehmen wirklich? Und wie hoch sollte die jeweilige Versicherungssumme tatsächlich sein? Gerhard Dollinger von der Nürnberger Versicherung erklärt, worauf Unternehmer für einen individuellen, bedarfsgerechten und aktuellen Versicherungsschutz achten müssen.

Alle Jahre wieder… empfiehlt sich die Überprüfung der betrieblichen Versicherungen. „Viele Unternehmen sind über- oder unterversichert“, so Versicherungsexperte Gerhard Dollinger von der Nürnberger. In beiden Fällen kann dies zu unnötigen finanziellen Belastungen führen. Insbesondere für kleine und mittlere Betriebe kann eine mögliche Unterversicherung im Ernstfall sehr problematisch werden. Der erforderliche Umfang des Versicherungsschutzes ist von zahlreichen Faktoren abhängig: Beispielsweise von der Art der betrieblichen Tätigkeit, der Anzahl der Mitarbeiter oder dem Jahresumsatz. „Um den individuellen Versicherungsbedarf zu ermitteln, sollte zunächst eine genaue Risikoanalyse durchgeführt werden“, rät der Experte für betriebliche Versicherungen. „Für die Risikobewertung kann es hilfreich sein, eine Rangliste mit den Gefahren aufzustellen, die das Unternehmen bedrohen“, erklärt Dollinger. Das Spektrum möglicher Gefahrenquellen reicht von Staus auf Kundenfahrten über Produktionsausfälle bei Lieferanten bis hin zu Unfällen in der Werkstatt. Für jeden einzelnen betrieblichen Prozess sollte genau ermittelt werden, welche Risiken drohen, wie häufig diese bisher eingetreten sind und welche Gegenmaßnahmen sinnvoll sind. Auf Basis der Risikoanalyse kann dann ein bedarfsgerechter Maßnahmenplan entwickelt werden. Als Faustregel gilt: Je höher die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmtes Risiko eintritt, und je folgenschwerer die Auswirkungen, desto wichtiger sind entsprechende Gegenmaßnahmen. Stichwort Arbeitssicherheit: ‚Typische‘ Unfälle in Handwerksbetrieben lassen sich durch entsprechende Schutzmaßnahmen und spezielle Ausrüstungen verhindern. Lieferengpässe in produzierenden Betrieben können durch zusätzliche Lieferanten vermieden werden. Risiken, deren Eintreten einen Betrieb lahmlegen und somit für ein Unternehmen sogar existenzbedrohliche Konsequenzen haben könnten, sollten in jedem Fall mit einer entsprechenden Versicherung abgedeckt werden. Und zwar bedarfsgerecht und mit Rücksicht auf branchenspezifische Anforderungen.

Allgemeine Absicherung und spezielle Risiken

Die betriebliche Vorsorge sollte natürlich nicht nur Fremdschäden, sondern auch eigene Schäden abdecken. Ob durch Feuer, Sturm oder Einbruch – eine Geschäftsinhaltsversicherung bietet Schutz für Sachwerte wie Betriebseinrichtung, Waren oder Vorräte und ersetzt Ertragsausfälle durch schadensbedingte Betriebsunterbrechungen. Für produzierende Gewerbe oder Betriebe der Baubranche, deren Herzstück teure Maschinen sind, ist eine zusätzliche Maschinenbruchversicherung empfehlenswert. Für Betriebe mit einem großen Fuhrpark lohnt sich hingegen ein spezieller Flottenschutz.

Mann am Tisch vor vielen Unterlagen
Wer seine Versicherungen regelmäßig prüft, deckt Mängel und Potenziale auf.
 
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