Industrienachrichten

Zementindustrie auf der 23. UN-Weltklimakonferenz

Innovationen für die CO2-Minderung

Die deutsche und europäische Zementindustrie informierte auf der 23. UN-Weltklimakonferenz in Bonn über innovative Forschungsprojekte zur CO₂-Minderung. Seit rund zehn Jahren forscht die Zementindustrie an geeigneten Techniken zur Abscheidung von CO₂ für dessen spätere Speicherung oder weitere Verwendung.

Die deutschen Zementhersteller leisten durch die Optimierung ihrer Anlagen, den Einsatz alternativer Brennstoffe und die Entwicklung klinkereffizienter Zemente bereits jetzt einen erheblichen Beitrag zur Verringerung von CO₂-Emissionen. „Die rohstoffbedingten Prozessemissionen setzen der CO₂-Minderung bei der Zementherstellung aber Grenzen. Sie sind mit heute verfügbaren Technologien nicht minderbar“, so Dr. Martin Schneider, Hauptgeschäftsführer des Vereins Deutscher Zementwerke e.V. (VDZ). Die Zementindustrie arbeitet deshalb seit vielen Jahren intensiv an der Erforschung neuartiger CO₂-Minderungstechniken. Besonders vielversprechend ist das sogenannte Carbon Capture, mit dem CO₂ am Kamin von Drehofenanlagen in Zementwerken abgeschieden werden kann, um es anschließend entweder langfristig zu speichern (Carbon Capture and Storage, CCS) oder einer anderen Verwendung zukommen zu lassen (Carbon Capture and Utilisation, CCU). So wurde unter dem Dach der European Cement Research Academy (ECRA) unter Mitwirkung der deutschen Zementhersteller und des VDZ in Düsseldorf das sogenannte Oxyfuel-Verfahren für den Einsatz in der Zementindustrie so weit entwickelt, dass es jetzt großtechnisch erprobt werden kann.

Externe Finanzierung notwendig

Um die Oxyfuel-Technologie zunächst europaweit an zwei Standorten zu testen, ist die Branche auch auf eine externe Finanzierung angewiesen. Derzeit mangelt es hierfür jedoch an geeigneten Förderprogrammen. Die Zementhersteller setzen deshalb große Erwartungen in den EU-Innovationsfonds. Dieser soll 2019 oder 2020 aufgelegt werden. Sollte es letztendlich gelingen, die Carbon-Capture-Technologie für die Zementindustrie erfolgreich zu entwickeln, sind allerdings langfristig internationale Rahmenbedingungen erforderlich, um solche „Breakthrough“-Technologien in der Industrie im größeren Umfang einzuführen.

Drehrohrofen-Anlage im Zementwerk
Drehrohrofen-Anlage im Zementwerk: Dank neuer Verfahren kann hier die CO₂ -Emission gesenkt werden. // Foto: © BG RCI
 
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