Früherkennung verhindert Ausbildungsabbruch

Rund 30.000 Jugendliche brechen jährlich ihre Ausbildung aus gesundheitlichen Gründen ab, schätzt die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege. Dabei leiden Angehörige von Berufsgruppen wie Bäcker, Friseure, Floristen oder Maurer besonders häufig unter Allergieproblemen, weil sie bestimmte Arbeitsstoffe nicht vertragen. Das Landesgesundheitsamt Brandenburg führte deshalb das Modellprojekt „Allergie und Berufswahl“ durch. Durch verschiedene Maßnahmen verbesserte das Projekt die Früherkennung allergischer Erkrankungen beziehungsweise von Atopien ebenso wie die berufsbezogene Beratung der Betroffenen.

Zu diesem Ergebnis kommt das IGES Institut für Gesundheits- und Sozialforschung, das im Auftrag der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) eine Struktur- und Prozessevaluation des Modellprojekts durchführte. Die Ergebnisse liegen als Forschungsbericht 1094 „Allergie und Berufswahl“ vor.

Verbessert werden sollte die Zusammenarbeit der wichtigsten beteiligten Akteure, die Beratungskompetenz, die Früherkennung von Atopien beziehungsweise allergischer Erkrankungen durch ein standardisiertes ärztliches Atopiescreening, die medizinische und berufsbezogene Beratung von atopischen Jugendlichen sowie die Kenntnisse der Schulabgänger über Allergien und Berufswahl.

Je nach Ergebnis berieten die Ärzte auffällige Schüler unmittelbar zum Thema Allergie und Berufswahl oder überwiesen sie zu einer weitergehenden diagnostischen Abklärung. Anschließend wurde den Schülern erneut eine Beratung angeboten..

Zur Evaluation zogen die Forscher einerseits die Schülerangaben im ärztlichen Allergiescreening-Fragebogen sowie die zu jedem Fall von den Ärzten ausgefüllten Dokumentationsbögen heran. Insgesamt berieten die Ärzte etwa 90 Prozent der atopischen Schüler.

Das Modellprojekt macht deutlich, dass sich die Früherkennung von Atopikern sichtlich verbessern lässt. Der Ausbau der allergie- und berufsbezogenen Beratung durch die Ärzte führte dazu, dass sich Betroffene für weniger gesundheitlich riskante Berufe entschieden.

www.baua.de