VDMA: Vorsicht bei Baumaschinen Auktionen

Viele Maschinen entsprechen nicht den EU Sicherheitsstandards

Geschätzte 20 bis 30 Prozent der Bagger, die am 20. und 21. Februar 2008 auf einer Auktion für Bau- und Landma-schinen in Dormagen unter den Hammer kamen, entsprachen nicht den grundlegenden Sicherheitsanforderungen der europäischen Rechtsvorschriften. Die Folgen, die das Inverkehrbringen solcher Maschinen in Europa haben kann, sind den Käufern oft nicht klar. Aber, so weiß Réne Kampmeier, Technik-Experte beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA): „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht.“ Sein Fazit: gerade für Versteigerungen werden im großen Stil neue und gebrauchte Baumaschinen nach Europa eingeführt, die eigentlich gar nicht für einen Import in den europäischen Binnenmarkt vorgesehen waren. Und zwar deshalb nicht, weil sie keine oder eine nur unberechtigte Kennzeichnung tragen und damit nicht den Sicherheits- und Gesundheitsschutzan-forderungen der europäischen Rechtsvorschriften wie der Maschinen-Richtlinie entsprechen. So waren einige Maschinen zu sehen, bei denen beispielsweise die Schlauchbruchsicherung komplett fehlte.

Bei manchen der in Dormagen angebotenen Maschinen war dieses Defizit auf Anhieb sichtbar. CE-Kennzeichnungen fehlten komplett oder waren nur notdürftig an den Maschinen angebracht. Andere Geräte trugen zwar die CE-Kennzeichnung, verfügten aber nicht über die erforderliche EG-Konformitätserklärung. „CE-gekennzeichnet ist nämlich nicht unbedingt gleich rechtskonform“, sagt Kampmeier.

Erst wenn sich der Käufer vorab von der Konformität überzeugt, können Zweifel beseitigt werden. Das kann durch eine Abnahme oder mit Hilfe von Checklisten zur schnellen Kontrolle geschehen. Der VDMA, so Kampmeier, tritt daher für eine nachhaltige Stärkung der Marktüberwachung ein. Nur wenn der EU-Mitgliedsstaat seiner hoheitlichen Aufgabe hinreichend gerecht wird, kann sich der Käufer auf die CE-Kennzeichnung der Maschinen und die Aussagen der EG-Konformitätserklärung verlassen.

Verantwortlich für die korrekte CE-Kennzeichnung von Maschinen und Geräten, ist entweder der Hersteller, oder, wenn der Hersteller das Produkt nicht selbst auf den Europäischen Markt einführt, der Importeur beziehungsweise derjenige, der die Maschine hier in den Verkehr bringt. Ist die Kennzeichnung nicht korrekt oder fehlt gar, verstößt dieser gegen geltendes Recht. Das wird vom Gesetzgeber als Ordnungswidrigkeit behandelt und kann mit einem Bußgeld von bis zu 30.000 Euro bestraft  werden.

Weitere Konsequenzen hängen von den tatsächlichen Sicherheitsmängeln ab, die Prüfer bei den Geräten feststellen. Bei gravierenden Mängeln wird die Maschine gleich ganz aus dem Verkehr gezogen. Besonders brenzlig für Importeure und diejenigen, die das Gerät mit unberechtigter oder fehlender CE-Kennzeichnung in den Warenverkehr bringen, wird es wenn Haftungsfragen ins Spiel kommen. Werden beispielsweise Menschen verletzt oder Material beschädigt, wenn sich der Nutzer einer Maschine aufgrund der CE-Kennzeichnung auf Existenz und Funktion bestimmter Sicherheitseinrichtungen verlassen hat, die dann tatsächlich fehlten, kann es teuer werden. Kampmeiers Rat: wer als Käufer einer Baumaschine auf der sicheren Seite sein will, der sollte die CE-Kennzeichnung hinterfragen und sich immer von der Übereinstimmung mit den Sicherheitsvorschriften überzeugen.

www.vdma.org

Sprachengewirr am Raupenbagger; allein eine in Europa verständliche Sprache fehlt.
Sprachengewirr am Raupenbagger; allein eine in Europa verständliche Sprache fehlt.
Die CE-Kennzeichnung an diesem Raupenbagger ist nachträglich angebracht.
Die CE-Kennzeichnung an diesem Raupenbagger ist nachträglich angebracht.