Mit Rat und Tat

Wolfgang Pichl

Seit 1973 gibt es sie: Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit. In diesem Jahr trat das Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG) in Kraft. Es regelt die Pflichten der Arbeitgeber zur Bestellung von Betriebsärzten, Sicherheitsingenieuren und anderen Fachkräften für Arbeitssicherheit. Ausführlich werden deren Aufgaben und betriebliche Position sowie die Zusammenarbeit beim Arbeitsschutz beschrieben. Mit diesem Gesetz soll eine fachkundige Beratung der Arbeitgeber in allen Fragen der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes durch entsprechend ausgebildete Experten sichergestellt werden.

Seit dem Inkrafttreten wird die Umsetzung dieses Gesetzes in die betriebliche Praxis durch Unfallverhütungsvorschriften der Unfallversicherungsträger konkretisiert. In den letzten Jahren wurde in den Fachgremien eine an den betrieblichen Gefährdungen orientierte Vereinheitlichung des Betreuungsumfanges sowie das bisher praktizierte Verfahren nach starrer Festlegung der von Betriebsarzt und Sicherheitsfachkraft zu leistenden Einsatzzeiten diskutiert. Vor diesem Hintergrund wurde die Unfallverhütungsvorschrift „Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit“ grundlegend überarbeitet und einige wichtige Änderungen bezüglich der Klassifizierung der Unternehmen nach Risikogruppen und Festlegung des Beratungs- und Betreuungsumfanges neu festgelegt.

Grundbetreuung – betriebsspezifische Betreuung – Grundlage Gefährdungsbeurteilung – Wahlmöglichkeit für Kleinbetriebe: Das sind unter anderem zentrale Begriffe dieser am 1. Januar 2011 in Kraft getretenen neuen DGUV Vorschrift 2 „Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit“. Begriffe, die den mit den Themen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz tagtäglich vertrauten Mitarbeitern bei den Unfallversicherungsträgern schnell über die Lippen gehen, aber den betrieblichen Akteuren, die das Thema zu verantworten haben, in ihrer Bedeutung und Auswirkung noch lange nicht bekannt sind. Das trifft sicherlich auch für viele Betriebsärzte und Sicherheitsfachkräfte zu, die sich nun mit einer neuen Umsetzungsstrategie konfrontiert sehen, die es ab sofort gilt mit Leben zu erfüllen.

Da das Thema für jedes Unternehmen wichtig ist und kein Raum für Missverständnisse entstehen soll, haben wir uns in der Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie dazu entschlossen, Informationsseminare für Unternehmer, Führungskräfte, Betriebsräte, Betriebsärzte und Sicherheitsfachkräfte anzubieten. Hier wollen wir Ihnen die mit dieser neuen Vorschrift einhergehenden Änderungen erläutern und die sich daraus ergebenden Vorteile für eine noch stärker zielgerichtete Beratung und Betreuung der Unternehmen durch Betriebsärzte und Sicherheitsfachkräfte vorstellen. Bei dieser Informationsveranstaltung werden unter anderem Referenten dabei sein, die an der Entwicklung der Vorschrift maßgeblich beteiligt waren. Auch werden praxisnahe Handlungshilfen vorgestellt.

Um möglichst allen Unternehmen eine Teilnahme daran zu ermöglichen, werden diese an zentraler Stelle in den Regionen Nord, Süd, West und Ost angeboten. In den nächsten Tagen erhalten alle Mitgliedsunternehmen eine entsprechende Einladung. Bitte nutzen Sie dieses Angebot und informieren Sie sich aus erster Hand über das für alle Unternehmen wichtige Thema, damit Ihnen auch in Zukunft Betriebsärzte und Sicherheitsfachkräfte adäquat mit Rat und Tat zur Seite stehen.