Technik

Eifel-Road-Show mit Sandvik Vertikalprallbrecher Merlin CV116

Versuchsreihe von Basalt bis Aluminiumoxid

Bereits vor 50 Millionen Jahren ging es in der Eifel heiß her – bei rund 1.400 Grad Celsius. Vulkanausbrüche prägten die Zeit, Lavaströme ergossen sich über die Region und prägten den Landstrich. Im Juli 2010 ging es bei der Firma Bierbrauer & Sohn heiß her – bei vergleichsweise geringen 35 Grad und intensiven Fachgesprächen.

In Kretz bot man dem langjährigen Geschäftspartner Sandvik Mining and Construction die Möglichkeit, eine Versuchsreihe mit dem Vertikalprallbrecher CV116 praxisnah zu gestalten. Statt Lavaströmen wurden hier Materialströme von Kies über Basalt bis hin zu Aluminiumoxid im Stein-gegen-Stein-Brechverfahren getestet. Unternehmen aus der umliegenden Natursteinindustrie wie die Firma Mendiger Basalt, aber auch aus der Chemiebranche, Almatis aus Ludwigshafen, nahmen das Angebot von Sandvik gerne an.

1985 gründete sich das Unternehmen Bierbrauer & Sohn, im Bestand war ein Unimog. Aktuell verfügt man über rund 110 Baumaschinen, von der Rüttelplatte über Radlader bis hin zu Siebanlagen und Brechern. Mit neun Mitarbeitern hat das Team um Karl Werner Bierbrauer 3,5 Mio. EUR Umsatz in 2009 erwirtschaftet. Im Umkreis von 100 km ist man für Kunden der Bau- und Recyc­lingbranche tätig.

Durch die enge Zusammenarbeit mit Bierbrauer entstand die Idee, interessierten Unternehmen in der Region die Vertikalbrecherserie CV von Sandvik bei einer Versuchsreihe vorzustellen. Das besondere an der Aktion: die Firmen konnten ihre eigenen Werkstoffe mitbringen und am laufenden Brecher testen. Eine Unterstützung der Sandvik Eifel-Road-Show mit Fachkräften und Logistik war für die Firma Bierbrauer & Sohn selbstverständlich.

Basalt und Tuff

Die Firma Mendiger Basalt Schmitz Naturstein aus dem benachbarten Ort Mendig war eine der Testfirmen. Das Material (Basalt und Tuff), welches für den Test vorher angeliefert worden war, wurde in den Aufgabetrichter gefüllt und in verschiedenen Einstellungen durch die different geöffnete Revisionstür sowie das Bi-Flow-System bei unterschiedlicher Drehzahl gebrochen.

Die Ergebnisse wurden für die spätere Begutachtung festgehalten. Für die zweite Testreihe besorgte man vorgesiebtes Basaltmaterial aus dem eigenen Werk. Dieses wurde dann unter identischen Bedingungen, wie bei der ersten Reihe, auf der Anlage gefahren. Hans Junglas, Grubenleiter der Werke Mendig, Weibern und Mayen der Firma Mendiger Basalt, war mit der Kornform des Basaltmaterials zufrieden. „Es sind keine ,Fischchen’ mehr im Material enthalten”, so sein Fazit. „Außerdem wird unser weicher Tuff sehr gut zerkleinert.“

Seit 2007 steht Sandvik in Kontakt mit der Firma Almatis aus Ludwigshafen. 2010 feierte das weltweit operierende Unternehmen sein 100jähriges Bestehen. Die Firma Almatis zerkleinert im Werk Ludwigshafen selbst produzierte Aluminiumoxid-Kugeln bis 20 mm Durchmesser für verschiedenste Einsätze hauptsächlich in der Feuerfest- und Keramik-Industrie. Seit Mitte 2008 wird für die Zerkleinerung der Kugeln vornehmlich auf Körnungen von 0 bis 6 mm ein Sandvik-Vertikalprallbrecher CV116 mit Erfolg eingesetzt. Aluminiumoxid verursacht beim Zerkleinern einen sehr hohen Verschleiß – ein Problem, was bei Anwendungen in der Steine- und Erden-Industrie völlig unbekannt ist. Aufgrund dessen entwickelte Sandvik für den CV116 spezielle Verschleißteile. Gegenüber dem bis dahin verwendeten Kegelbrecher mit wöchentlichem Wechsel der Verschleißteile konnten die Verschleiß- und Wartungskosten erheblich reduziert werden.

Vertikalbrecher
Spezielle Teile helfen gegen den hohen Verschleiß, den die Aluminiumoxid-Kugeln verursachen.

Spezialausrüstung für Aluminiumoxid

In weiteren Versuchen sollte nun auch die Möglichkeit des Einsatzes des Vertikalbrechers CV116 für die Zerkleinerung auf 0 bis 1 mm getestet werden. Die Ergebnisse der Tests waren so überzeugend, dass zurzeit mit Almatis der Einsatz eines weiteren Vertikalbrechers aus der CV Serie, den etwas kleineren CV215 für die Zerkleinerung auf 0 bis 1 mm, verhandelt wird. Dieser Vertikalprallbrecher ist eine weiterentwickelte Maschine, die auf dem Prinzip der Zerkleinerung „Material gegen Material“ arbeitet.

Der spezielle Hurricane-Rotor ist so konstruiert, dass sich im Inneren des Rotors ein Materialbett ausbildet, welches optimal vor Verschleiß schützt. Weiterhin sind sämtliche Gehäuseteile ebenfalls durch ein Materialbett vor Verschleiß geschützt. Durch eingebaute Bi-Flow-Klappen können bis zu 20 Prozent des Materials am Rotor vorbei der Zerkleinerung zugeführt werden, wobei kein weiterer Energieaufwand erforderlich ist.

Während der Bauma 2010 wurde eine weiterentwickelte Ausführung der CV Brecherserie, der VSI CV217 vorgestellt, bei der eine Öffnung im Rotor den Austausch der neu entwickelten dreiteiligen Verteilerplatte durch die Inspektionstür im Gehäuse erlaubt. Ein Öffnen der Maschine von oben, wie bisher erforderlich, entfällt. Neu entwickelte Turbo-Rotor-Tips erhöhen die Standzeit der Rotor-Tips.

Als Fazit der Eifel-Road-Show mit dem Sandvik Vertikalprallbrecher Merlin CV116 kann man festhalten, dass der Einsatz der neuen Brecher Generation sowohl für die Steine  und Erden-Industrie wie auch für die Chemiebranche brandneue Resultate liefert. Durchgehend gleich bleibende Materialströme – selbst bis Härte 9 – und der Verschleiß lässt trotzdem auf sich warten.

 
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