Technik

E-Serie läutet 6x6-Ära bei Bell ein

Als Vorpremiere während der  Intermat präsentiert, stellt Bell Equipment seinen brandneuen Bell B30E nun ins Rampenlicht der Bauma und startet die Markteinführung seiner neuen E-Serie knickgelenkter Muldenkipper. Analog zum modularen Baureihen-Konzept kommt der neue Bell-30-Tonner gemeinsam mit dem kleineren B25E und setzt neue Standards in der 6x6-Technologie. Dazu zählen neben weiterhin klassenführenden Leistungsgewichten, fortschrittlichen Motor- und Antriebsabstimmungen vor allem Entwicklungen zugunsten der Arbeitssicherheit, der Arbeitsplatzgestaltung und des Fahrzeugmanagements.

Beim Bell B30E wurden die 6x6-typischen Fahrzeugfunktionen und -eigenschaften anwendergerecht optimiert, die automatisierte Eigenüberwachung der Arbeitsmaschine erweitert. Die komplett neu entwickelte Fahrzeugplattform berücksichtigt dezidiert zukünftige Regelungen der Abgasreduzierung und verkörpert damit tatsächlich eine neue Generation in der Dumper-Entwicklung.

Der Treibstoffverbrauch kann über 40 Prozent der Betriebskosten im Maschineneinsatz ausmachen. Die letzte Generation der Bell D-Serien-Muldenkipper setzte hier mit ihrer „Blu@dvantage“-Technologie auf SCR-Basis (Selektive Katalytische Reduktion) den Maßstab in der Abgasreduzierung nach Tier4i/EU-IIIB. Entsprechend kommen auch die im Design-Konzept bereits für zukünftige schärfere Emissionsregelungen vorbereiteten ersten Modellgenerationen des Bell B25E (210 kW/1120 Nm) und des B30E (240 kW/1300 Nm) mit den bewährten „Blu@advantage“-Antriebskonfigurationen.

Jetzt erhielten auch die kleineren Modelle der E-Serie eine Front-Aufhängung mit A-Rahmen. „Wir konnten mit dem A-Rahmen die Federwege vergrößern und erreichen ein unabhängigeres Einfedern beider Räder. Zahlreiche Anwender zeigten sich bereits begeistert und haben uns übereinstimmend die dadurch erzielten Verbesserungen bei der E-Serie bestätigt,“ erklärt Tristan du Pisanie, der verantwortliche Projektleiter für den B30E. Zusätzlich bietet der Hersteller Breitreifen für B30E, ohne dadurch die für europäische Straßentransporte zugelassene Maschinenbreite von drei Metern zu überschreiten.

Gleichfalls im Sinne der Anpassung an seine größeren Maschinenklassen wechselte Bell bei seinen kleineren E-Serien-Modellen zu Allison-Getrieben, wie sie bereits in den kleineren Fahrzeugen der C-Serie zum Einsatz kamen. Zur Steigerung von Arbeitssicherheit wurden die E-Serien-Modelle mit einem automatischen Zwischenachs-Sperrdifferenzial (IDL) ausgerüstet. Ein Sensor im Zwischenachs-Differenzial erkennt den Traktionsverlust einer Achse und aktiviert automatisch die IDL-Sperrfunktion während der Fahrt. „Diese Funktion arbeitet so gut, dass wir bald auf die manuelle Aktivierung der Differenzialsperre über das zentrale Bedienpanel im Cockpit verzichten können“, erklärt Tristan du Pisanie.

Das E-Serien-Cockpit besitzt einen Farbmonitor mit Maus-Zugriff auf alle Funktionen. Als erste Muldenkipper setzen die Bell-Modelle diese Technologie ein, bei der auch die Wiedergabe der serienmäßigen Rückfahrkamera in den Farbmonitor integriert werden kann. Zur Verbesserung des Fahrkomforts und Verringerung der Vibrationsbelastung entschied sich Bell für einen Isringhausen-Sitz mit eigenem Feder- und Dämpfungssystem. Das Dreipunkt-Gurtsystem lässt sich auf Wunsch derart konfigurieren, dass die Maschine nur bei angelegtem Sicherheitsgurt startet. Optional ist auch eine Sitzheizung verfügbar.

Alle schlag- oder stoßgefährdeten Fahrzeugflächen sind jetzt in Stahlblech ausgeführt, was die Standfestigkeit deutlich erhöht. Von Beginn an wurden auch alle Sicherheitsvorrichtungen – wie Handläufe oder die umfangreichen Spiegelausstattungen – im Designprozess berücksichtigt, was zum ausgereiften Erscheinungsbild der E-Serie beiträgt.

knickgelenkter Muldenkipper
Sicherheitsvorrichtungen – wie Handläufe oder die umfangreichen Spiegelausstattungen – wurden beim Design des B30E berücksichtigt.

Bell feiert zehn Jahre Fertigung in Deutschland

2013 wird ein wichtiges Jahr in der Geschichte der deutschen Muldenkipper-Produktion von Bell Equipment. Das Werk in Eisenach feiert zur Bauma zehnjähriges Bestehen und nimmt im Laufe dieses Jahres die Fertigung der neuen Bell E-Serie knickgelenkter Muldenkipper auf. Mit dem kürzlich angekündigten Wiedereintritt von Bell Equipment in den nordamerikanischen Markt als weltweit größte Absatzregion für knickgelenkte Muldenkipper erwartet das Unternehmen zudem eine deutliche Produktionssteigerung.

„In den zurückliegenden zehn Jahren seit Aufnahme unserer Produktion in Deutschland hatten wir ausreichend Gelegenheit zu erkennen, wie wichtig  eine Produktion unserer Fahrzeuge in Europa ist. Auch für die Zukunft glauben wir, dass unsere Entscheidung für den deutschen Produktionsstandort richtig und wertvoll ist. Wir haben den Betrieb für die kommenden Aufgaben in den nächsten, sehr interessanten Jahren gut aufgestellt. Die Qualität unserer Fahrzeuge aus diesem Werk stimmt; wir halten einen hohen Fertigungsstandard, wie man es von einem deutschen Standort erwartet“, erklärt Gary Bell, Vorstandsvorsitzender von Bell Equipment.

Bell Equipment eröffnete sein deutsches Montagewerk in Eisenach  Anfang 2003 und noch im Oktober desselben Jahres rollten die ersten D-Serien-Muldenkipper aus Europa vom Band. Zehn Jahre später hat sich das Unternehmen als starker und zuverlässiger Lieferant von Muldenkippern für Erdbau und Gewinnung  fest im Markt etabliert. Darüber hinaus vergrößerte Bell beständig seine Basis an lokalen Zulieferern und unterstreicht damit sein starkes Bekenntnis zum europäischen Markt.

Derzeit laufen auch die Vorbereitungen zur Umstellung der Eisenacher Produktion auf die Modelle der neuen E-Serie von Bell Equipment. Die E-Serie entspricht den zukünftigen Abgasrichtlinien und bringt zahlreiche bahnbrechende Neuerungen, die den Ruf von Bell Equipment als Muldenkipper-Spezialist weiter festigen werden.

„2013 bringt viele Herausforderungen für unser Unternehmen. Wir bauen unsere eigene Präsenz in Nord- und Südamerika weiter aus und führen weltweit die E-Serie ein. Auch im Bereich Forschung und Entwicklung lassen wir nicht nach: In diesem Jahr starten wir die Erprobung unseres 60-Tonnen-Muldenkippers“, kündigt Gary Bell an.

Das Werk in Eisenach
Das Werk in Eisenach.
 
Weitere Informationen

www.bell.com

Halle B4, Stand 108