Technik

Liebherr auf der Bauma: vom Hydraulikzylinder bis zum Großmuldenkipper

Auf mehr als 14.000 m² Ausstellungsfläche zeigt die Firmengruppe Liebherr zahlreiche Produktneuheiten und Weiterentwicklungen aus allen Bereichen des umfangreichen Baumaschinen- und Miningprogramms. Zentraler Anlaufpunkt ist der zur Bauma 2010 neu konzipierte Liebherr-Stand im Freigelände (Stand 809-813). Die Besucher finden mehr als 60 Baumaschinen-Attraktionen auf dem Areal.

Die Exponateliste umfasst acht Turmdrehkrane, zwei Mobilbaukrane, zehn Fahrzeugkrane, vier Raupenkrane, drei Hydroseilbagger,ein Großdrehbohrgerät, drei Mobilbagger, sieben Raupenbagger, acht Radlader, drei Planier- und Laderaupen, je einen Rohrleger und Teleskoplader, sechs Exponate des Betontechnikprogramms, zwei Materialumschlagmaschinen sowie je einen knickgelenkten Muldenkipper, Großmuldenkipper und Miningbagger.

In Halle A4 am Stand 115 werden zusätzlich die neuesten Entwicklungen aus dem Bereich der Komponenten für Baumaschinen und andere Anwendungen präsentiert. Hierzu zählen Diesel- und Gasmotoren, Einspritzsysteme, Hydraulikzylinder, -pumpen und -motoren, Groß­wälzlager sowie Getriebe und elektronische Baugruppen. Auf einem separaten Messestand im Freigelände (Stand 1003 /2) zeigt Liebherr vier weitere Exponate aus dem im Oktober 2012 übernommenen Programm des Betonpum­penherstellers Waitzinger.

Muldenkipper
Weltexklusiv wird der Muldenkipper TA 240 zu sehen sein.

Weltpremiere Knickgelenkter Liebherr-Muldenkipper TA 240

Mit dem neuen TA 240 stellt Liebherr ein weiteres Modell der Baureihe knickgelenkter Liebherr-Muldenkipper vor. Nach der erfolgreichen Einführung des 30-Tonners TA 230 folgt nun das Modell in der 40-Tonnen-Klasse.

Wie schon beim TA 230 gibt auch beim TA 240 die Bezeichnung der Maschine die Zuladungskapazität in metrischen Tonnen an. Mit seinen 40 metrischen Tonnen Ladekapazität und einem Muldenvolumen von 27 m³ mit Heckklappe bietet der TA 240 beste Voraussetzungen für den Transport von großen Massen. Die Form der Mulde wurde für einen schnellen Abkippvorgang konzipiert.

Die drei stabilen und robust konstruierten HD-Achsen bilden eine optimale Basis für das äußerst leistungsfähige 6x6-Antriebssystem, das mit einem Automatikgetriebe sowie mit einem Drehmomentwandler mit Wandlerüberbrückung ausgestattet ist. Angetrieben wird der neue Knicklenker vom leistungsstarken Liebherr-V8-Dieselmotor D 9508 mit SCR-System. Mit 16,2 Liter Hubraum erzeugt dieses nach Stufe IIIB/Tier 4i emissionsoptimierte Aggregat eine Leistung von 350 kW/476 PS. Damit erreicht der Muldenkipper in der Ebene Geschwindigkeiten bis zu 57 km/h. Bei Rückwärtsfahrt wird die maximale Geschwindigkeit elektronisch auf 16 km/h begrenzt.

Mit der übersichtlich gestalteten und gut ablesbaren Anzeigeeinheit mit Touchscreen-Funktion – eine Komponente der von Liebherr selbst entwickelten innovativen PME-Elektronik – erfasst der Fahrer mit einem Blick jederzeit den aktuellen Zustand seines Gerätes ohne von seiner Fahrtätigkeit abgelenkt zu werden.

Auf dem Display werden wahlweise die Bilder der serienmäßigen Liebherr-Rückfahr- und Frontkamera oder die aktuellen Werte von Temperatur, Drehzahl, Klimatisierung, Tagesstunden, Kippzähler und Betriebsstunden angezeigt.

Neue Generation großer Radlader

Im April 2012 wurden die großen IIIB-Maschinen auf der Intermat zum ersten Mal einem breiten Publikum vorgestellt. Bei den Großgeräten der neuen Generation wurde die Leistung weiter erhöht: So wurde bei den ModellenL 550 und L 556 der Motorraum neu konzipiert und der Dieselmotor quer verbaut. Bei den Modellen L 576 und L 580 wurde die Motorleistung angehoben. Bei allen Großgeräten der neuen Generation wurde die Kipplast optimiert.

Neben der Z-Kinematik für Standardeinsätze bietet Liebherr auch ein  Industriehubgerüst an. Liebherr ist der einzige Hersteller, der beide Hubgerüstvarianten in jeder Geräteklasse anbietet – ohne zusätzliche Kosten.

Die spezielle Geometrie des Industriehubgerüsts erlaubt ein hohes Drehmoment und große Kräfte im oberen Hubbereich, wodurch besonders schwere Lasten gehoben werden können. Das Industriehubgerüst ist serienmäßig mit einem hydraulischen Schnellwechselsystem ausgestattet.

Bei den Großgeräten der IIIB-Generation setzt Liebherr weiter auf den hydrostatischen Fahrantrieb in Verbindung mit der von Liebherr entwickelten elektronischen Kennfeldsteuerung Liebherr Power Efficiency (LPE). Durch das innovative Antriebskonzept  wird der Treibstoffverbrauch im Vergleich zu Geräten ähnlicher Größenklasse um bis zu 25 Prozent reduziert. Das LPE-System greift pro-aktiv in das Motormanagement ein: Die Maschinensoftware nimmt das elektronische Signal des Gaspedals auf und berechnet die effizienteste Umsetzung des Fahrbefehls.

Die neue Generation der Dieselmotoren wurde nicht nur hinsichtlich der höheren Umweltverträglichkeit verbessert. Die präzise Kraftstoffeinspritzung durch die Common-Rail-Technologie optimiert den Verbrennungsprozess und reduziert die Schadstoffemissionen.

Die Abgasnachbehandlung erfolgt über einen Diesel-Oxidationskatalysator in Kombination mit einem Dieselpartikelfilter. Der Partikelfilter kann bei den meisten Arbeitseinsätzen mittels Aktivregeneration während des Betriebs freigebrannt werden.

Radlader
Kompakter dank quer eingebautem Motor: der L556.

Mining-Bagger R 9400

In München wird Liebherr die Klappschaufel-Version des 350 Tonnen schweren Mining-Baggers R 9400 vorstellen. In Standardausführung ausgerüstet mit einer 22 m³-Schaufel ist der R 9400 die ideale Maschine um eine Muldenkipper-Flotte der Größenklasse 130-150 Tonnen Nutzlast zu beladen. Der R 9400 ist wahlweise mit Diesel- oder Elektroantrieb verfügbar und bietet somit optimale Flexibilität für unterschiedlichste Anwendungen.

Derzeit sind mehr als dreißig R 9400 Hydraulic Mining Bagger in vier Ländern im Einsatz. Ein kürzlich in Betrieb genommener R 9400 in einer Goldmine in Ghana ist das erste Modell in Klappschaufel-Ausführung. Die hervorragenden Produktionsergebnisse der bisherigen R 9400 in Tieflöffelausführung sind nun auch entsprechend mit einer Klappschaufel von der Mine bestätigt worden.

Durch Optimierung des elektrischen, mechanischen und hydraulischen Leistungsflusses erlaubt das innovative, von Liebherr entwickelte Litronic Plus System die sichere Kontrolle auch bei simultanen Bewegungen. Die Hydraulikzylinder sind mit dem von Liebherr patentierten elektrischen Dämpfungssystem ausgerüstet, das eine kontrollierte Dämpfung für schnelle und sanfte Maschinenbewegungen bis in die Endstellungen erlaubt.

Der R 9400 wird von einem Cummins QSK50-Dieselmotor angetrieben, der die USA/EPA Tier 2-Abgasnorm erfüllt und eine Leistung von 1.250 kW / 1.675 PS erbringt. Der alternativ verfügbare Elektroantrieb ist eine wirtschaftliche Alternative für unterschiedliche Anwendungsbereiche – beispielsweise für Maschinen, die in arktischen Regionen arbeiten.

Alle Maschinenzugänge des R 9400 wurden für optimale Wartung ausgelegt. Der Oberwagen ist über eine hydraulische, mit Geländern versehene Treppe im Winkel von 45 Grad erreichbar und die Service-Klappe ermöglicht ein leichten Zugang zu den Betriebsflüssigkeiten.

Bagger
Vom R 9400 gibt es bislang nur vier Modelle mit Klappschaufel im Einsatz.
 
Weitere Informationen

www.liebherr.com

Freigelände, Stand 809 bis 813