Technik

TaunusTurm – mit Betonfertigteilen hoch hinaus

Frankfurt, die Stadt mit den meisten Hochhäusern in Deutschland, wird bald um ein weiteres reicher sein. Bis Ende 2013 werden die Joint-Venture-Partner Tishman Speyer und Commerz Real AG den TaunusTurm fertigstellen. Das an der Ecke von Neuer Mainzer Straße und Taunustor zwischen Bankenviertel und historischer Wallanlage gelegene Bürohochhaus wird auf 40 Stockwerken rund 60.000 Quadratmeter Bürofläche bieten.

Hier wählte das Züblin-Planungsteam die innovativen PC-Konsolen des Herstellers Peikko, um das Hochhaus zu errichten. Diese Elemente werden zwar in Skandinavien schon seit Langem eingesetzt, haben aber noch keine deutsche Zulassung. Dennoch waren die Züblin-Mitarbeiter von dem Produkt so überzeugt, dass sie sich für die Zustimmung im Einzelfall entschieden und den Einsatz von insgesamt 1.200 Elementen im TaunusTurm einplanten. Bei den PC-Konsolen handelt es sich um gelenkige Verbindungselemente von tragenden Betonbauteilen und Deckenträgern. Sie sind hoch belastbar und ermöglichen niedrige Konstruktionshöhen. Doch für die Verantwortlichen war ein ganz anderer Aspekt viel entscheidender: Die PC-Konsole gestattet es, die tragenden Elemente und die Deckenauflager mit einer glatten Schalung zu bauen. Im Gegensatz zum herkömmlichen Verfahren sind mit ihr komplizierte Schalungskonstruktionen überflüssig.

Elemente auf Baustelle
Die Peikko-Elemente sind perfekt aufeinander abgestimmt.

PC-Konsolen im Einsatz

Die PC-Konsolen werden dazu verwendet, Deckenträger, wie Stahl-, Stahlbeton- oder Stahlverbundträger, mit tragenden Elementen wie Stahlbetonstützen und Wänden zu verbinden. Beim TaunusTurm werden sie für den Verbund von Stahlbetonfertigteilträgern und tragenden Betonwänden eingesetzt. Das System besteht aus einzelnen Modulen, die perfekt aufeinander abgestimmt sind und so eine einfache Montage erlauben: Zunächst wird der einzubetonierende Teil der Konsole der tragenden Wand oder der Stütze integriert und mit der Hauptbewehrung verbunden.

Da die eigentliche Konsole erst nach dem Ausschalen befestigt wird, entfallen bei der Montage der Konsole aufwendige Durchdringungen der Schalhaut. Die Schalung bleibt unversehrt und kann daher häufiger zum Einsatz kommen. Erst nachdem der Beton hinlänglich ausgehärtet ist und die Schalung entfernt wurde, wird die eigentliche Konsole montiert. Sie ist aus Stahl und lässt sich mit Hilfe hochfester Schrauben sicher und einfach befestigen.

Nun kommen die PC-Balkenschuhe ins Spiel. Sie sind das perfekte Gegenstück zu den PC-Konsolen. Das Fertigteilwerk betoniert sie flächenbündig in die Kopfenden der Deckenträger ein. Beim TaunusTurm wurde dies vom Züblin Fertigteilwerk Gladbeck übernommen. Dank der perfekt aufeinander abgestimmten Form der einzelnen Module kann der PC-Balkenschuh vor Ort problemlos auf die PC-Konsole aufgesteckt werden. Dabei ist es von Vorteil, dass die PC-Konsole Toleranzen von ±12 mm in vertikaler und horizontaler Richtung aufnimmt sowie Toleranzen von ± 20 mm in Trägerlängsrichtung ermöglicht.

Hochhaus
Das neue Hochhaus wird über 40 Stockwerke und 60.000 m² Bürofläche verfügen.
 
Weitere Informationen

www.peikko.de

Halle A2, Stand 204