Unternehmensführung

Fortschrittsbericht zum Fachkräftekonzept der Bundesregierung

Fachkräftemangel muss entgegengewirkt werden

Das Kabinett hat im Februar den Fortschrittsbericht 2014 zum Fachkräftekonzept der Bundesregierung beschlossen. Die Nachfrage nach Fachkräften wächst stetig. Gleichzeitig sinkt das Angebot an Fachkräften infolge des demografischen Wandels. Die Fachkräftesicherung bleibt daher ein Schlüsselthema der deutschen Wirtschaft und eine der größten Herausforderungen für Deutschland insgesamt.

Derzeit liegt in Deutschland kein akuter flächendeckender Fachkräftemangel vor. Allerdings treten bereits heute in einzelnen Qualifikationen, Regionen und Branchen Arbeitskräfteengpässe auf. Die Zahl der Engpassberufe lag im Dezember 2014 bei 19 betroffenen Berufsgruppen, insbesondere Gesundheits- und Pflegeberufe sowie technische Berufe. Dazu zählen Berufe, die eine Berufsausbildung (z.B. Energietechniker oder Altenpfleger) oder eine Hochschulausbildung (z.B. Maschinenbauer oder Humanmediziner) erfordern. „Die Fachkräftesicherung wird zunehmend über gute Arbeitsbedingungen entschieden. Unsere Volkswirtschaft bleibt nur dann stark und der Beschäftigungsstand hoch, wenn wir weiter investieren: in leistungsstarke Unternehmen, technologischen Fortschritt und moderne Infrastruktur, aber auch und vor allem in die Kompetenzen der Beschäftigten, in gute und gesunde Arbeitsbedingungen, in Qualifizierung und Weiterbildung und in eine moderne Arbeitszeitpolitik“, so Ministerin Andrea Nahles.

Kernaussagen

  1. Immer mehr Menschen sind erwerbstätig. Die Erwerbstätigenquote stieg im Jahr 2013 auf 77,3 Prozent. Damit wurde das zentrale EU-2020 Ziel einer Erwerbstätigenquote von 77 Prozent erstmals erreicht.
  2. Der stärkste Anstieg der Erwerbsbeteiligung erfolgte bei den Älteren. Ihre Erwerbstätigenquote stieg 2013 auf 63,6 Prozent und liegt deutlich über dem Zielwert von 60 Prozent.
  3. Auch bei der Qualifikation zeigen sich Fortschritte: der Anteil der frühen Schulabgänger/innen sank 2013 erstmals auf unter 10 Prozent, der Anteil der 30- bis 34-Jährigen mit tertiären oder vergleichbaren Abschlüssen stieg auf 44,5 Prozent.
  4. Immer mehr und immer besser qualifizierte Fachkräfte kommen nach Deutschland. Der Wanderungssaldo hat 2013 mit 429.000 Personen den höchsten Wert seit 1993 erreicht; die Qualifikation der Zugewanderten steigt kontinuierlich an.

Die zentralen Herausforderungen:

Die bisherigen Erfolge spiegeln sich auch in der aktuellen Prognose zur Entwicklung des Arbeitsmarktes und der Fachkräfteengpässe bis zum Jahr 2030 wider: Zwar wird die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter bis zum Jahr 2030 um rund fünf Millionen abnehmen, die Zahl der Erwerbstätigen wird hingegen nur leicht um rund eine Million sinken. Die zentralen Aufgaben der Fachkräftesicherung für die kommenden Jahre liegen in der Integration der Zugewanderten in den Arbeitsmarkt und der Schaffung guter, gesunder sowie motivierender Arbeitsbedingungen. Zudem gilt es, Frauen, die ihre Arbeitszeit ausweiten wollen, mit bedarfsgerechten Angeboten an Betreuungsplätzen und flexiblen Arbeitszeiten zu unterstützen.      

Arbeitnehmer verschiedener Nationalität auf Baustelle
Zugewanderte in den Arbeitsmarkt zu integrieren, wird eine der Hauptaufgaben sein, die es zu lösen gilt, um dem Fachkräftemangel nachhaltig vorzubeugen. // Credit: michaeljung - Fotolia.com
 
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