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Lebensräume für Tagfalter werden verbessert

Schutzwall für die Artenvielfalt

Der Naturschutzverband Niedersachsen (NVN) und der Baustoffproduzent Holcim wollen in einem Kooperationsprojekt den Lebensraum für Schmetterlinge verbessern. Zusammen mit den Förderpartnern wurde in Höver bei Hannover das Projekt vor Ort am Lärmschutzwall nun offiziell vorgestellt.

Kleiner Fuchs, ein Schmetterling
Auch der Kleine Fuchs wird sich am Lärmschutzwall wohlfühlen. // Foto: Friedrich Böhringer, Wikimedia Commons

Bereits im November 2017 hatten Vertreter des Holcim Zementwerkes und Vertreter des Naturschutzverbandes Niedersachsen (NVN e.V.) eine Kooperationsvereinbarung für das Projekt „Lebensraum für Schmetterlinge verbessern“ abgeschlossen: Holcim wird für neue Schmetterlings-Biotope nicht-überplante Teilflächen der Lärmschutzwälle am Steinbruch längerfristig zur Verfügung stellen. Die Aufwertung der Lebensräume, von denen zahlreiche Insektenarten profitieren, übernimmt der NVN. Das Projekt selbst startete am 1. Februar 2018 und hat eine Laufzeit von drei Jahren. Ende 2017 erfolgte die erste Förderzusage der Bingo-Umweltstiftung. Finanziell wird das Projekt zudem über EU-Mittel (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) sowie mit Landesmitteln aus Niedersachsen gefördert. Insgesamt wird dieses Umweltprojekt mit rund 35.000 Euro aus verschiedenen Quellen gefördert.

Schutz der Sekundärbiotope

„Ziel ist der Schutz der Schmetterlingsfauna und Sekundärbiotope. Wir freuen uns sehr über die von Holcim bereitgestellten Flächen und die gute Kooperation. Diese bieten einen idealen Lebensraum für viele Schmetterlingsarten und andere Insekten“, erklärt Dipom-Biologin Carola Sandkühler, die Vorsitzende des NVN. „Das Projektziel soll erreicht werden durch die Verminderung der Verdistelungen, Verfilzung und Vergrasung der Flächen durch bodenmechanische Bearbeitung, Einsaaten und Mahd. Zur Projektarbeit gehört außerdem die Erfassung der Schmetterlingsfauna und Aufbereitung und Veröffentlichung der Daten. Das Anlegen eines Tagfalterbesucherpfads mit Informationstafeln für die im Naturschutz interessierte Öffentlichkeit ist gleichfalls geplant“, erläutert Diplom-Geologe Bernd-Henning Reupke, der als Umweltbeauftragter von Holcim gemeinsam mit dem NVN das Projekt vorbereitet hat. „Wir freuen uns auf die partnerschaftliche Kooperation, denn die Förderung der Biodiversität gehört auch zu den Nachhaltigkeitszielen unseres Konzerns“, ergänzt Erik Jantzen, Leiter des Holcim Zementwerkes Höver.

Umwelt-Abteilungsleiter Kay Nitsche: „Das Schmetterlingsprojekt entsteht im Rahmen des Sonderförderprogramms ‚Erhalt der Biologischen Vielfalt in Städten und Dörfern‘ des Landes. Erstmals werden deutschlandweit auch kleinräumige Standorte und industrielle Nischen als Lebensräume für vielfältige Arten in den Blick genommen. Das Programm richtet sich auch an Unternehmen und die Verbesserung von Betriebsgeländen. Wir gehen hier eine positive Partnerschaft von Naturschutz und Wirtschaft ein und wünschen uns weitere Projektpartner.“

Ministeriumsvertreter Kay Nitsche (2.v.r.) übergibt den Förderbescheid an NVN-Vorsitzende Carola Sandkühler (3.v.r). Links Projektleiterin Julia Günther (NVN), rechts Werksleiter Erik Jantzen.
Ministeriumsvertreter Kay Nitsche (2.v.r.) übergibt den Förderbescheid an NVN-Vorsitzende Carola Sandkühler (3.v.r). Links Projektleiterin Julia Günther (NVN), rechts Werksleiter Erik Jantzen.
 
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