Unternehmensführung

Agiles Projektmanagement nach dem SCRUM-Ansatz

Schritt für Schritt, Hand in Hand

SCRUM: Ist das Jugendsprache, ein Betriebssystem, oder hat sich die EU das ausgedacht? Die Teilnehmer der Unternehmenswerkstatt der Rheinisch-Bergischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH (RBW) wussten, was gemeint ist: SCRUM ist ein englischer Begriff, heißt zu Deutsch „Gedränge“, und bezeichnet die Innovationsmethode „Agiles Projektmanagement“.

Gerhard M. Becker, Geschäftsführer der Leichlinger IfB Unternehmensberatung, zog leicht verständliche Parallelen: „Im betrieblichen Alltag wird oftmals so getan, als wenn Entwicklungs- und Innovationsprojekte wie eine Pauschalreise ablaufen, deren Verlauf vom Projektstart bis zum letzten Tag planbar ist. Es gibt tagesgenaue Pläne und Meilensteine werden definiert.“ Aus Erfahrung weiß der Experte jedoch, dass durch geänderte Kundenwünsche, Unwägbarkeiten und technische Herausforderungen solche Projekte viel eher einer Rucksackreise mit vielen Wendungen, Verzögerungen, Überraschungen und Abenteuern sind. „So enden dann auch viele Projekte zeitverzögert, ohne brauchbare oder nur mit mittelmäßigen Ergebnissen, oder sie werden gar gänzlich abgebrochen“, resümiert Becker. Darum empfiehlt er, das Agile Projektmanagement oder eben SCRUM anzuwenden.

Komplexität wird reduziert

SCRUM ist ein bewährter Managementansatz, der die Komplexität der Projekte durch ein etappenweises Vorgehen reduziert und ohne nennenswerte Hilfsmittel auskommt. Dieser methodische Ansatz beruht auf den Prinzipien Eigendynamik, Kreativität, Effizienz, Transparenz, Selbstorganisation und Kooperation. Außerdem ist die Methode anwendbar für jede Branche und Teams jeglicher Größenordnung, wie sich bei den Teilnehmern aus Handwerk, Einzelhandel, Immobilienwirtschaft, Maschinenbau, Chemie, IT-Services sowie Dienstleistung und Beratung widerspiegelte. Die Teilnehmer konnten aus eigener Erfahrung bestätigen, dass die (Kunden-) Anforderungen insbesondere an kleine und mittelständische Unternehmen immer größer und komplexer werden. Vom Agilen Projektmanagement erhoffen sie sich eine Methode zur besseren Abwicklung von internen und externen Projekten zu finden und dadurch auch eine schnellere Entwicklung von Innovationen zu ermöglichen.

Am Beispiel eines Papierfliegers

Doch dazu mussten die Vertreter aus den Unternehmen erst einmal ungewöhnliche Wege gehen und Papierflieger basteln. Das sieht ein bisschen nach lustigem Beisammensein aus, ist tatsächlich aber eine praktische Übung für Projektteams, die hier erfahren, wie sie gemeinsam den Flieger basteln, der am weitesten fliegt. Vorausgesetzt die Reichweite ist das Ziel. Lautet das Ziel, den schönsten Flieger zu basteln, sind andere Herangehensweisen gefragt. Was banal klingt, ist grundlegend und nur ein Teil des Agilen Projektmanagements: Das Ziel eines Projekts für alle Beteiligten gleich zu definieren und dabei verschiedene Wege der Zielerreichung zuzulassen.

Mehrere Hände formen einen Pfeil nach rechts oben
Im Team etappenweise vorgehen: Das empfiehlt der SCRUM- Ansatz fürs Projektmanagement. // Foto: (© etiamos/Shotshop.com)
 
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