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Schiefer: Gestein des Jahres 2019

Nachfolger der Steinkohle

Der Berufsverband Deutscher Geowissenschaftler (BDG) erklärt den Schiefer zum Gestein des Jahres 2019. Schiefer ist schon seit der Antike ein beliebter Werkstoff, nach ihm wurden ganze Gebirgszüge benannt.

Schiefertafel und Schiefergriffel, mit denen sich noch bis in das letzte Jahrhundert hinein Generationen von Schulkindern an Buchstaben und Zahlen ausprobierten, kennt man heute nur noch aus Museen. Als edle und beständige Dacheindeckung wird das Gestein jedoch nicht so schnell zu verdrängen sein. Auch der Loreleyfelsen bei St. Goarshausen (Bild), ein Schieferfelsen im UNESCO Welterbe Oberes Mittelrheintal, wird seine Bedeutung immer behalten und hat schon Heinrich Heine inspiriert. Zwar wurde Schiefer bereits im antiken Rom zum Decken von Dächern genutzt. Der Bedarf an dichten, haltbaren Dächern aus Schiefer wuchs im Zuge der industriellen Revolution so sehr, dass ganze Gebirgszüge wie das Thüringer Schiefergebirge und das Rheinische Schiefergebirge nach dem dort vorkommenden Gestein benannt wurden.

Material mit vielseitigen Eigenschaften

Schiefer gilt außerdem als ideales Material für Fußböden und Wände, da er sowohl Hitze- als auch Kälteresistenz mit Haltbarkeit und Ästhetik verbindet. Zudem ist er resistent gegen Umwelteinflüsse und Tausalz und lässt sich leicht bearbeiten. Weiterhin werden ihm ein geringes Wasseraufnahmevermögen und hohe Druckfestigkeit zugesprochen.

Schiefer entstand in unseren Breiten überwiegend im Devon, also vor 350 bis 400 Millionen Jahren, aus den Ablagerungen von Tonschlamm. Durch Druck verfestigte sich dieser zunächst zu Tongestein und wurde dann bei der späteren Gebirgsbildung durch seitlichen Druck aufgefaltet. Seine herausragendste Eigenschaft ist die sehr gute Spaltbarkeit entlang engständiger paralleler Flächen, den sog. Schieferungsflächen. Der Schiefer folgt der Steinkohle, die als Gestein des Jahres 2018 auserkoren wurde.

Schiff vor Loreley
// Foto: Dirk Schmidt/Wikimedia Commons
 
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