Industrienachrichten

Conti zeigt neue Trends auf Hauptversammlung

Die Zukunft liegt in der Mobilität

Auf der Hauptversammlung des Technologieunternehmens Continental präsentierte der Vorstandsvorsitzende Dr. Elmar Degenhart wegbereitende Technologien für die Mobilität der Zukunft. „Das politische Umfeld und unsere Industrien verändern sich schneller als je zuvor. Selten war es für Continental spannender und chancenreicher, Zukunft zu gestalten“, kommentierte Degenhart vor mehr als 1.000 Teilnehmern die Rahmenbedingungen für Continental.

Als neuen Wachstumsmarkt nannte Degenhart die Mobilitätsdienste. Den heutigen Umsatz von über 500 Millionen Euro allein mit Dienstleistungen für die Mobilität plant Continental bis zum Jahr 2020 zu verdoppeln. In den nächsten Jahren erwartet Continental einen fundamentalen Wandel der Industrien und Märkte. Das Unternehmen arbeitet an grundlegenden Veränderungen bei Technologien und Geschäftsmodellen.

„Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung: Das Innenleben des Autos, wie wir es kennen, wird sich in den nächsten 15 Jahren völlig anders zusammensetzen“, ist sich Degenhart sicher. „Die Mobilität und die Art und Weise ihrer Bereitstellung wird dadurch nachhaltiger. Das heißt sicherer, effizienter und intelligenter – mit Hilfe von Continental“, unterstrich er. Eine Grundlage für sichere Mobilität bliebe jedoch der sichere Kontakt zur Straße.

Continental Vorstandsvorsitzender Dr. Elmar Degenhart
Continental Vorstandsvorsitzender Dr. Elmar Degenhart.

Saubere und effiziente Fahrzeugantriebe

Für den Antrieb sieht Continental den Trend der Elektrifizierung in allen Fahrzeugklassen. „Autos der Zukunft werden elektrisch fahren. Aber auch der Verbrennungsmotor wandelt sich und hat seinen Zenit erst noch vor sich. Erst nach dem Jahr 2025 erwarten wir einen langsamen Volumenrückgang bei Benzin- und Dieselmotoren“, bestätigte Degenhart die Bedeutung des Verbrennungsmotors auf dem Weg zur Elektrifizierung der Mobilität. Die Fahrzeughersteller setzen auf das Elektro-Know-how von Continental: Das Technologieunternehmen konnte 2016 bei Produkten und Systemen für Hybrid- und Elektrofahrzeuge einen Auftragseingang von über 1,2 Milliarden Euro verbuchen.

Vom ersten elektronischen Bremssystem zu Mobilitätsdiensten der Zukunft

Nach einem Rückblick auf 33 Jahre elektronischer Bremssysteme führte Degenhart seine Zuschauer hin zum assistierten, automatisierten und autonomen Fahren. Ein Wachstumstreiber in diesem Umfeld ist der neue 3D Flash Lidar-Sensor von Continental. Der Sensor wird für die Fahrerassistenzsysteme mit unsichtbaren Infrarot-Lichtblitzen ein akkurates und verzerrungsfreies, dreidimensionales Abbild des Fahrzeugumfelds erstellen. „Trübes Licht, Dunkelheit, Blendung, Starkregen? Unsere Laserstrahlen bilden die schärfsten Augen des Autos“, erklärt Degenhart, sichtlich stolz auf die Arbeit seines insgesamt 32.000 Köpfe starken Entwicklungsteams. Diese Entwicklungsarbeit wird auch das Fundament für die zukünftigen Robotertaxi-Flotten der Zukunft sein – elektrisch angetrieben, aus der Ferne gewartet und pünktlich dort, wo Einzelpersonen oder Gruppen sie benötigen. Als Basis für die als Schwarm vernetzten Fahrzeugflotten der Zukunft nannte Degenhart neben schnelleren Mobilfunkstandards neue Mobilitätsdienste, bei denen Continental weltweit eine wichtige Rolle spielen will. Entsprechend eröffnete Continental gerade in San José im Silicon Valley ein neues Entwicklungszentrum mit Fokus auf neue Mobilitätsdienste.

Pkw, elemtromotor, der Wert 48V
Wachstumsmarkt: Bei der Elektrifizierung von Kfz mischt Continental eifrig mit.

Höhere Wettbewerbsfähigkeit durch künstliche Intelligenz und Industrie 4.0

Degenhart erläuterte den Aktionären auch die Strategie in Bezug auf die Nutzung der künstlichen Intelligenz. „Weltweit erschließen bei uns 100 Experten in 14 Forschungsfeldern die Möglichkeiten der künstlichen Intelligenz. Wir kooperieren dabei mit herausragenden Institutionen. Dazu zählen zum Beispiel die Universität von Oxford oder die Technischen Universitäten in Darmstadt und München“, sagte er. Continental setzt bei neuen Kameras seiner Fahrerassistenzsysteme erste neuronale Netze ein. Außerdem will Continental mit Hilfe der künstlichen Intelligenz die Produktion weiter optimieren. Degenhart: „Die Dimensionen eines neuronalen Produktionsverbunds mit unseren Lieferanten und Kunden sind gewaltig. Unsere drei Automotive-Divisionen belieferten unsere Kunden allein im vergangenen Jahr mit ungefähr 1,8 Milliarden Produkten. Dafür kauften wir etwa 122 Milliarden Bauteile ein. Sie wurden in über 100 unserer Werke verarbeitet.“

Computergrafik: Fahrzeuge im Straßenverkehr; jedes ist von einem farbigen Feld umgeben
Wachstumstreiber: Continentals neuer 3D Flash Lidar-Sensor.
 
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