Industrienachrichten

Monitoring-Bericht „Mineralische Bauabfälle“

Bauwirtschaft schreibt Erfolgsgeschichte fort

„Die Bauvorhaben zur Umsetzung der Energiewende, die Schaffung bezahlbaren Wohnraums, die Modernisierung der Verkehrsinfrastruktur und die Kreislaufwirtschaft sind zentrale Aufgaben der Bundesregierung, die ohne eine leistungsfähige Baustoff-, Bau- und Entsorgungswirtschaft nicht zu bewältigen sind“, erklärte Gunther Adler, Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), bei der Entgegennahme des Monitoring-Berichts „Mineralische Bauabfälle“ in Berlin.

Der aktuelle Bericht basiert auf den amtlichen Daten des Jahres 2014. Darüber hinaus enthält die inzwischen 10. Datensammlung eine kompakte Übersicht über die Entwicklung der mineralischen Bauabfallströme in den vergangenen 20 Jahren. „Mineralische Bauabfälle werden heute nahezu vollständig wiederverwertet und im Stoffkreislauf gehalten. Dadurch werden Deponien entlastet und Primärrohstoffe geschont. Über 12 Prozent des Bedarfs an Gesteinskörnungen werden inzwischen durch Recycling-Baustoffe gedeckt“, erläuterte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Baustoffe – Steine und Erden, Michael Basten. „Von den 202 Mio. Tonnen mineralischen Bauabfällen, die 2014 anfielen, wurden 181 Mio. Tonnen bzw. rund 90 Prozent einer umweltverträglichen Verwertung zugeführt. Mit einer Verwertungsquote von insgesamt 95 Prozent bei den Fraktionen ohne Bodenaushub, für die die EU-Abfallrahmenrichtlinie zukünftig eine mindestens 70-prozentige Verwertung fordert, erfüllt die Initiative bereits heute deutlich ambitioniertere Ziele.“ „Unsere Unternehmen leisten u.a. im Infrastrukturbereich einen vorbildlichen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft und zum Ressourcenschutz. So werden im Straßenbau heute 98 Prozent des Aufbruchmaterials verwertet, davon werden 94 Prozent direkt vor Ort recycelt und als Baumaterial wiederverwendet. Unsere Unternehmen haben mit großem Erfolg in innovative Gewinnungs- und Recyclingtechnologien investiert“, begründete Michael Knipper, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, die aktuellen Verwertungserfolge. „Dabei können wir aus unserer langjährigen Erfahrung feststellen, dass güteüberwachte Recycling-Baustoffe und Böden nirgendwo zu einer schädlichen Veränderung der Boden- oder Grundwasserqualität geführt haben“, erläuterte Wolfgang Türlings, Vorsitzender der Bundesgütegemeinschaft Recycling-Baustoffe.

Einheitliche Regelungen

Die Mantelverordnung, die seit Februar als Referentenentwurf vorliegt, sehen die Verbände als Chance zur Schaffung bundeseinheitlicher Verwertungsregeln gegenüber einem zerstückelten Regelwerk auf Länderebene. „Es ist wichtig, die bundeseinheitliche Verordnung jetzt auf den Weg zu bringen, denn die bisherigen Technischen Regeln der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Abfall (LAGA) haben keinen rechtsverbindlichen Status und die bestehenden Bundesregelungen sind für den Vollzug zu allgemein gefasst“, erklärte Peter Kurth, Geschäftsführender Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft.

Erwartungen an die Politik

„Der Referentenentwurf der Mantelverordnung beinhaltet allerdings noch einige kritische Punkte. Auch wenn inzwischen viele von der Wirtschaft aufgezeigte Probleme aufgegriffen und gelöst worden sind, bedarf es weiterer grundlegender Änderungen“, bilanzierte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes. „So muss auch diskutiert werden, ob sich die im Planspiel zur Mantelverordnung prognostizierte Verdoppelung des Anteils zu deponierender Bauabfälle nicht kontraproduktiv auswirkt“, forderte Michael Knipper. „Hierzu bedarf es nicht nur überschneidungsfrei abgegrenzter Regelungen zum Produktrecht, sondern auch Öffnungsklauseln bei der Verfüllung von Abgrabungen“, ergänzte Michael Basten. „Wir erwarten weitere Anstrengungen des Ministeriums, um praktikable und widerspruchsfreie Regelungen sowie eine klare Zuweisung der abfallrechtlichen Verantwortlichkeiten sicherzustellen“, forderte auch Michael Stoll, Vorsitzender der Bundesvereinigung Recycling-Bau-

stoffe. „Wir brauchen ein Regelwerk, das die Akzeptanz von Sekundärrohstoffen stärkt, das Bauen nicht verteuert und die Problematik der bereits bestehenden Kapazitätsengpässe bei Deponien nicht weiter verschärft.“

Gruppenfoto
1. Reihe: F. Pakleppa, Staatssekretär G. Adler, M. Basten, M. Stoll, P. Kurth; 2. Reihe: W. Türlings, Dr. A. Eichler, M. Knipper, Dr. B. Schäfer.
 
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