Arbeitssicherheit

Neue EU-OSHA-Kampagne zum Umgang mit Gefahrstoffen

Multimedial informieren und aufklären – für gesunde Arbeitsplätze

Die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA) hat ihre EU-weite Kampagne für gesunde Arbeitsplätze 2018-2019 zum Thema „Gefährliche Substanzen erkennen und handhaben“ eröffnet. Der Start stellt den Beginn einer zweijährigen Kampagne mit Veranstaltungen und Aktivitäten dar, die auf das Thema aufmerksam machen und die besten Vorgehensweisen zur Beherrschung der Risiken fördern sollen, denen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer durch gefährliche Substanzen ausgesetzt sind.

Entgegen weitverbreiteter Annahmen ist die Verwendung gefährlicher Stoffe in der EU nicht rückläufig, weshalb die von diesen Stoffen ausgehenden Risiken dringend bewältigt werden müssen. Unter den Stoffen, denen Arbeitnehmer am häufigsten ausgesetzt sind, befinden sich auch verschiedene Karzinogene. Die Europäische Kommission hat kürzlich vorgeschlagen, die Exposition von Arbeitnehmern gegenüber fünf krebs-

erzeugenden chemischen Stoffen zu begrenzen und sie den 21 Stoffen hinzuzufügen, deren Verwendung bereits eingeschränkt oder zur Begrenzung vorgeschlagen ist.  Marianne Thyssen, die EU-Kommissarin für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität, sagte auf einer Pressekonferenz in Brüssel zum Start der Kampagne: „Wir werden das Bewusstsein für die Exposition von Arbeitnehmern gegenüber krebserregenden Stoffen weiter schärfen und ihre Exposition begrenzen. Die Europäische Kommission sieht dies als zentrale Priorität an, auch weil Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen durch die europäische Säule sozialer Rechte ein hohes Gesundheitsschutz- und Sicherheitsniveau bei der Arbeit garantiert wird. Die Kampagnen der EU-OSHA zeigen auf beispielhafte Weise, wie man Arbeitsplätze in ganz Europa erreicht. Zudem helfen sie Organisationen, das Management von Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit unter Einsatz der erforderlichen Instrumente wirksam anzugehen.“ Die neue Kampagne dient dazu, Verfahren für die ordnungsgemäße Handhabung gefährlicher Stoffe am Arbeitsplatz, z.B. Gefährdungsbeurteilungen sowie die Vermeidung und Substitution von Gefahrstoffen, zu fördern, indem sie praktische Instrumente und Fallstudien verbreitet. Die Kampagne wendet sich zudem an besonders gefährdete Arbeitnehmergruppen.

Display mit Kampagnenlogo
Die neue Kampagne zur Handhabung gefährlicher Substanzen.

Wissen vermitteln

Dr. Christa Sedlatschek, Direktorin der EU-OSHA: „Viele Arbeitnehmer wissen nicht, dass potenzielle Schädigungen nicht nur von chemischen Erzeugnissen ausgehen, die Gefahren- und Sicherheitshinweise tragen. Auch andere Stoffe, die in den unterschiedlichsten Branchen verbreitet sind – von Mehl in Bäckereien bis hin zu Quarzstaub auf Baustellen – können ohne wirksames Risikomanagement gefährlich sein. Deshalb klärt unsere Kampagne über alle Arten von Gefahrstoffen auf – nicht nur die, die offensichtliche Gefahren bergen –, und verweist auf die Bedeutung von Gefährdungsbeurteilungen in allen Wirtschaftszweigen als ersten Schritt hin zur Prävention.“ Zahlreiche Partner beteiligen sich an der Kampagne, darunter die im EU-OSHA-Netzwerk vertretenen nationalen Focal Points , die offiziellen Kampagnen-  und Medienpartner  sowie das Enterprise Europe Network . Sie alle helfen, die Botschaften der Kampagne in kleine und mittlere Betriebe und in Kleinstunternehmen hineinzutragen. Außerdem wird die Kampagne von den EU-Organen und ihren Netzwerken unterstützt, insbesondere vom bulgarischen Vorsitz im Rat der EU.

Kampagnenwebseite mit zahlreichen Informationen

Lazar Lazarov, stellvertretender bulgarischer Minister für Arbeit und Soziales, stellt fest: „Die neueste Kampagne für gesunde Arbeitsplätze hält eine wichtige Botschaft bereit. Obwohl es entsprechende Rechtsvorschriften gibt, müssen die Arbeitnehmer und Arbeitgeber in der EU die Vorschriften und Regeln auch kennen und wissen, wie ihre Einhaltung am besten gelingt. Andernfalls lassen sich die Risiken, die aus der Exposition gegenüber Gefahrstoffen erwachsen, nicht ordnungsgemäß steuern. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit der EU-OSHA und den Kampagnenpartnern in den kommenden Jahren.“

Ideen und Interventionen mit Auswirkungen auf die Arbeitsplatzebene werden insbesondere durch den Wettbewerb für gute praktische Lösungen verbreitet, der im Rahmen der Kampagnen für gesunde Arbeitsplätze ausgerichtet wird. Zur Unterstützung der jetzigen Kampagne wurden zudem verschiedene Materialien entwickelt, die auf einer mehrsprachigen Website abgerufen werden können. Ein E-Tool  für die wirksame Handhabung gefährlicher Stoffe am Arbeitsplatz, das bislang nur auf Englisch zur Verfügung steht, wird in Kürze auch in drei Länderversionen (für Österreich, Estland und Rumänien) angeboten. Darüber hinaus finden sich auf der Kampagnenwebsite  neben einer Datenbank mit fast 700 praktischen Instrumenten und Leitfäden aus elf Mitgliedstaaten auch Fallstudien, Infografiken und kurze Animationsfilme mit Napo als Hauptfigur.

Lazar Lazarov, stellvertretender bulgarischer Minister für Arbeit und Soziales, Marianne Thyssen, EU-Kommissarin für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität, und Dr. Christa Sedlatschek, Direktorin der EU-OSHA, in Brüssel.
Lazar Lazarov, stellvertretender bulgarischer Minister für Arbeit und Soziales, Marianne Thyssen, EU-Kommissarin für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität, und Dr. Christa Sedlatschek, Direktorin der EU-OSHA, in Brüssel.
 
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