Technik

Leicht-Kippsattel von Meiller erhöhen Effizienz

Abgespeckt – und doch robust

Meiller positioniert sich im Segment der gewichtsoptimierten Kippauflieger neu. Die Rundum-Neukonstruktion der Baureihe 44 Light macht Eigengewichte von bis zu 4.360 Kilogramm möglich.

Die gewichtsoptimierten Typen von Meiller zielen auf den Onroad-Betrieb und auf Ladungen mit normalem Schüttgut und kleiner Gesteinsgröße ab. Darüber hinaus verfügt Meiller heute über ein modulares Baukastensystem mit optimierter Nutzlast. Daraus lassen sich Kippsattelfahrzeuge für ein breites Aufgabenspektrum konfigurieren. Die Basis für alle Light-Kipper von Meiller bildet ein neuer Fahrwerksrahmen. Berechnet nach dem FEM-Verfahren (= Finite Elemente Methode) und verifiziert durch gezielte Fahrversuche spart der Leiterrahmen gezielt 320 Kilogramm Eigengewicht. Mit vergleichsweise niedrigeren Längsträgern, abgesenkten Querträgern und optimierter Gegenplatte - wo Anbauteile montiert werden, werden die Längsträger versteift. Wo nur möglich reduzieren zusätzliche Bohrungen das Gewicht, ohne dass dies zulasten der Kippstabilität und der Fahreigenschaften geht

Neue Eckanbindungen und Aussteifungen

Gewicht wird auch bei den Mulden gespart. Der Querschnitt der Meiller-Halfpipes ist bauchig und damit niedriger. Und weil die Seitenwände senkrechter stehen, kommen sie ohne Verzicht auf Stabilität mit reduzierten Wandstärken aus. Die beiden Seitenwände und das breite Bodenblech werden aus Stabilitätsgründen überlappend geschweißt. Neu sind die Eckanbindungen der Seitenwände zur Stirnwand: Sie dienen als „Zuganker“, sie lassen die Seitenwände beim Beladen „atmen“, so wird einer Rissbildung vorgebeugt. Außerdem erhält die Stirnwand mit gezielten Aussteifungen innen an den Ecken und außen mittig mehr Stabilität.

Kipper
Die Basis für alle Light-Kipper bildet ein neuer Fahrwerksrahmen, bei dem 320 Kilogramm Eigengewicht eingespart wurden.

Verschlankte Seitenwände und Böden

Die höchste Nutzlast bietet der Light-Kippsattel vom Typ LHPA 44-3 mit einer Aluminium-Halfpipe, in der Grundausstattung mit 7-Millimeter-Boden und 5-Millimeter-Seitenwänden ausgerüstet. Der Kunde kann sich auch für eine Kastenmulde aus dem Leichtmetall entscheiden – oder für eine gewichtsoptimierte Halbrundmulde aus Stahl. Hier verschlankt man die Seitenwände und Böden, auf Wunsch auf bis zu 3 Millimeter die Seitenwände und 4 Millimeter den Boden. Optional können die besonders beanspruchten Zonen im Heck mit sogenannten „tailored blanks“ oder maßgeschneiderten Blechen gegen abrasiven Verschleiß verstärkt werden. Grundsätzlich setzt Meiller hier auf hoch verschleißfesten Feinkornstahl der Güte VS 120. Einige Neuerungen sind auch im Bereich der Rückwand zu finden. Ihre neue Doppelgelenk-Lagerung fällt noch robuster aus als bisher, Sperrnasen verhindern während der Fahrt ein Springen der Wand. Der neue mechanische Verschluss, etwas leichter und dennoch haltbarer als bisher, wurde weiter nach außen versetzt. Er öffnet bereits bei drei Grad Kippwinkel und trägt damit zur hohen Kippstabilität bei. Auch an die Brückenlagerung wurde Hand angelegt. Die vereinfachte schraubbare Konstruktion spart Gewicht, ohne die hohen Sicherheitsreserven zu beeinträchtigen. Die nitrierten Lagerbuchsen der Kipperwelle sind mit gewendelten Schmiernuten versehen, die für eine stets ausreichende Fettverteilung sorgen. Ebenfalls neu: Die neuen Mulden liegen jetzt vollflächig am Rahmen auf, so halten sich die Verformungskräfte bei voller Beladung in engen Grenzen.

Viele Kilos eingespart

Gewicht wird auch bei den Achsen gespart. Zum Einsatz kommen wahlweise gewichtsoptimierte Achsen von BPW oder SAF-Holland. Bei BPW spart man mit einer geschmiedeten Aluminium-Nabe bis zu 18 Kilo pro Achse, bei der SAF-Achse schützt man mit einem integralen Funktionslenker Bremszylinder und Stoßdämpfer. Auch Details wie die fest parallel zur Stirnwand montierte Klappleiter sparen Gewicht – sie ist UVV-konform (= Unfallverhütungsvorschriften) und ersetzt den Bedienstand.

Mehr Effizienz

Durch die Schnellsenkeinrichtung der Kipphydraulik und die elektrische Schiebeplane wird die Effizienz gesteigert. Beide Komponenten sparen Zeit. Elektromotorisches Öffnen und Schließen der Plane reduziert zudem die Unfallgefahr fürs Personal. Wer den Zeitvorteil konsequent nutzt und immer mit geschlossenen Mulden fährt, verbessert die Aerodynamik des Fahrzeugs und reduziert den Kraftstoffverbrauch. Die elektrische Schiebeplane empfiehlt sich besonders für das heiße Transportgut Asphalt, auch Thermomulden profitieren von der neuen Light-Generation. Meiller bietet jetzt auch leichte Aluminium-Mulden mit Thermoisolierung an. Sie besteht aus einem hydrophoben Isolierwerkstoff, der Feuchtigkeit und Temperaturen von 200 Grad Celsius verträgt.

Kipper
Die neue Doppelgelenk-Lagerung fällt robuster aus als bisher.
 
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