Industrienachrichten

100 Jahre Internationale Arbeitsorganisation (ILO)

„Zukunft schaffen durch soziale Gerechtigkeit und menschenwürdige Arbeit“

Unter diesem Titel feierte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gemeinsam mit seinen Partnern, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, dem Deutschen Gewerkschaftsbund sowie der Internationalen Arbeitsorganisation das 100-jährige Bestehen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Die ILO ist damit die älteste Sonderorganisation der Vereinten Nationen. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigt dieses Jubiläum im Rahmen eines Festaktes in Berlin.

„Die ILO hat in den vergangenen 100 Jahren mit 189 Übereinkommen und 205 Empfehlungen eine Art internationales Arbeits- und Sozialgesetzbuch geschaffen, dessen weltweite Umsetzung vor dem Hintergrund von Globalisierung und Digitalisierung immer wichtiger wird. Nur wenn es gelingt, internationale Arbeitsnormen in allen 187 Mitgliedstaaten der ILO durchzusetzen, werden wir menschenwürdige Arbeit für alle Menschen weltweit gewährleisten und soziale Ungleichheiten in der Welt überwinden können. Ich setze mich deshalb besonders dafür ein, die ILO im multilateralen System weiter zu stärken. Insbesondere junge Menschen weltweit brauchen Sicherheit und Vertrauen in die Zukunft der Arbeit“, würdigte Bundesarbeitsminister Hubertus Heil die Organisation.

Eine Erfolgsgeschichte

„Die ILO blickt auf eine bemerkenswerte 100-jährige Erfolgsgeschichte zurück, getragen von der gemeinsamen Entschlossenheit von Regierungen, Arbeitnehmern und Arbeitgebern, soziale Gerechtigkeit voranzutreiben und die Welt gerechter, sicherer, und wohlhabender zu machen.

Heute führen rasante technologische, demografische, ökologische, soziale und ökonomische Veränderungen zu grundlegenden Transformationen in der Arbeitswelt. Die Chancen sind jedoch ungleich verteilt. Das Vertrauen in Organisationen und öffentliche Politik muss gestärkt werden. Die gemeinsame Festveranstaltung hier in Deutschland zeigt dies beispielhaft. Wir müssen die Erwartungen, Hoffnungen und Ängste der Menschen, besonders der jungen Generation, anerkennen und vorausschauend eine am Menschen orientierte Agenda für die Zukunft der Arbeit entwickeln. Die ILO hat das Mandat, im multilateralen Kontext soziale Gerechtigkeit voranzubringen. Wir sind gut aufgestellt, um neue Perspektiven für eine bessere Zukunft mit menschenwürdiger Arbeit für künftige Generationen zu schaffen“, erklärte Guy Ryder, Generaldirektor der ILO.

Auftakt für das Jubiläum

Im Rahmen der Internationalen Arbeitskonferenz im Juni 2019 in Genf wird das ILO-Jubiläum mit Regierungen und Sozialpartnern aus aller Welt international begangen mit dem Ziel, sich auf die Arbeitswelt der Zukunft vorzubereiten und national wie international die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen. Die Bundesregierung setzt sich in diesem Zusammenhang für eine Abschlusserklärung bei der Internationalen Arbeitskonferenz ein. Die nationale Festveranstaltung in Deutschland war der Auftakt zahlreicher nationaler Jubiläumsveranstaltungen in einer Vielzahl von Mitgliedsländern. Die Bundesregierung unterstreicht damit gemeinsam mit den Sozialpartnern die Bedeutung der ILO für eine Bewältigung des technologischen Wandels in der Arbeitswelt, bei dem der Mensch im Mittelpunkt steht.

Frank-Walter Steinmeier
Frank-Walter Steinmeier würdigte die Arbeit der ILO. Foto: (© Bundesregierung/Steffen Kugler
 
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