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[Die Industrie der Steine + Erden]


Editorial

Neustrukturierung der Sektionen V (Berlin) und VI (Dresden)

In dem vor vier Monaten erschienenen Heft 1/98 unseres Mitteilungsblattes hatte ich angekündigt, daß bei der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft eine strukturelle Änderung ansteht. Die dazu notwendigen organisatorischen Maßnahmen sind nunmehr so weit umgesetzt, daß ich in der Lage bin, die von Ihnen vielleicht schon mit einer gewissen Spannung erwartete Beantwortung der Frage vorzunehmen, worin diese Änderung besteht. Sie betrifft die strukturelle Gliederung unserer Sektionen, also der Verwaltungsstellen, in denen die Steuerung der Rehabilitationsmaßnahmen und die Bearbeitung von Entschädigungsansprüchen unserer Versicherten nach Arbeits- und Wegeunfällen sowie Berufskrankheiten erfolgt. Den meisten von Ihnen ist wahrscheinlich bekannt, daß unsere Berufsgenossenschaft im Jahre 1990 nach der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten in Berlin und Dresden jeweils eine Sektion für die Betreuung der Versicherten in den neuen Bundesländern eröffnet hat. Die Einrichtung dieser zwei neuen Sektionen war damals erforderlich, weil anderenfalls Betreuungsdefizite unvermeidlich gewesen wären. Schließlich war die Zahl der bei der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft versicherten Personen durch die Erstreckung der Berufsgenossenschaft auf die neuen Bundesländer um rund 75.000 und damit um ca. 50 % gestiegen, während eine sachgerechte medizinische und verwaltungsmäßige Betreuung von Unfallverletzten und Berufserkrankten in Ostdeutschland angesichts der damaligen Situation zunächst nur unter erschwerten Bedingungen durchgeführt werden konnte. Diese Rahmenbedingungen haben sich erfreulicherweise gewandelt, leider aber auch in konjunktureller Hinsicht. Ihnen ist bekannt, daß die Produktion der Steine und Erden-Industrie von der Wirtschaftslage des Baugewerbes als ihrem hauptsächlichen Abnehmer bestimmt wird. In der Bauwirtschaft ist aber gerade im letzten Jahr eine starke Abflachung der Wachstumsraten erfolgt, nachdem dieser Bereich dank massiver staatlicher Förderung seit 1991 geboomt hatte. Die derzeitige Schwäche der Baukonjunktur hat sich auch auf die Zahl der bei unserer Berufsgenossenschaft versicherten Personen ausgewirkt. Wenngleich hier - im Gegensatz zu vielen anderen Wirtschaftszweigen in Deutschland - kein signifikanter Rückgang bei den Beschäftigtenzahlen zu verzeichnen ist, erschien es doch im Hinblick auf die erfolgreiche betriebliche und berufsgenossenschaftliche Präventionsarbeit sowie die deutlich rückläufige Zahl der meldepflichtigen Arbeits- und Wegeunfälle angezeigt, die Frage zu stellen, ob an der in Berlin bestehenden Verwaltungsstruktur im bisherigen Umfang festgehalten werden soll oder die Unfall- und Berufskrankheitensachbearbeitung für den Bereich der neuen Bundesländer nicht ausschließlich in Dresden erfolgen kann. Diese Frage ist nunmehr geklärt, und ich möchte Ihre besondere Aufmerksamkeit auf einen unter der Rubrik "Aktuell" auf den Seiten vier und fünf veröffentlichten Bericht lenken, der Ihnen Aufschluß über diese Umstrukturierung gibt. Daß diese vom Vorstand unserer Berufsgenossenschaft beschlossene Neustrukturierung der Sektionsverwaltungen in Berlin und Dresden eine merkliche Einsparung an Personal- und Sachkosten zur Folge haben wird, die sich künftig auch auf die Höhe der Beiträge kostenmindernd auswirkt, möchte ich dabei nicht unerwähnt lassen.

[Willi

Ihr Willi Lange



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