75 Jahre Zementwerk Solnhofen

Das Zementwerk im mittelfränkischen Solnhofen ist 75 Jahre alt geworden. Das Firmenjubiläum wurde am 20. und 21. Juni 2008 mit den Kunden, geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft sowie der gesamten Belegschaft, den Pensionären und deren Angehörigen gefeiert. Am Sonntag, dem 22. Juni, schloss sich ein großer „Tag der offenen Tür“ an. Die Bevölkerung hatte bei strahlendem Wetter Gelegenheit, das Zementwerk zu besichtigen und sich bei Werksführungen  in die Geheimnisse der Zementherstellung einweihen zu lassen. Eine kleine Ausstellung gab Einblick in die Geschichte des Unternehmens.

Die Solnhofer Portland-Zementwerke GmbH wurde am 13. Mai 1933 gegründet. Ein in den 20er-Jahren in Konkurs geratenes Kalkwerk im Steinbruchgebiet zwischen Solnhofen und Mörnsheim war der Einstieg der Familie Bücker-Flürenbrock in die Region. Das Werk war von einem Bankenkonsortium zum Verkauf angeboten und von der im westfälischen Ahlen ansässigen Familie erworben worden. Dort betrieb die Familie bereits seit Jahrzehnten ein Zementwerk.

Da die Rohmaterialvorkommen sich im Solnhofer Raum hervorragend für die Herstellung von Zement eignen, entschlossen sich die neuen Besitzer, das Kalkwerk in ein Zementwerk umzubauen. Dieser Entschluss wurde seinerzeit in den umliegenden Orten, besonders aber von der Gemeinde Solnhofen, lebhaft begrüßt. Gerade im Solnhofer Steinbruchgebiet herrschte damals große Arbeitslosigkeit.

Das Zementwerk bot nicht  nur neue Arbeitsplätze, sondern sorgte auch noch für die Beseitigung des Abraumes und der Sägeabfälle der Solnhofener Natursteinbetriebe. So brach nach Jahren des wirtschaftlichen Niedergangs in Soln-hofen wieder eine neue Blütezeit an und auch der Ausbau des Zementwerkes ging schnell und zielstrebig voran.

Der Zweite Weltkrieg bremste diese Entwicklung. Nach dem verlorenen Krieg stand die Ausrüstung des Zementwerkes auf der Reparationsliste der Alliierten. Offensichtlich verhinderten die beginnenden Ost-West-Spannungen aber eine Auslieferung der Industrieanlagen.

Der nach der Währungsreform und der Gründung der Bundesrepublik einsetzende wirtschaftliche Aufschwung brachte auch für das Zementwerk Soln-hofen neue Impulse. Mit dem Ausbau der Werkanlagen wurde zügig begonnen. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts entstand dann ein völlig neues modernes Zementwerk. Seine Erzeugnisse gehen nicht nur in den Mittelfränkischen Raum, sondern auch nach Nieder- und Oberbayern, Schwaben und in die Oberpfalz.

Im Zementwerk Solnhofen wurde und wird neben der hohen Wirtschaftlichkeit vor allem Wert auf den Umweltschutz gelegt. Schon vor etlichen Jahren wurden moderne Entstaubungsanlagen sowie weitere Anlagen zur Reinhaltung der Luft installiert.

Das Unternehmen stellt in der Region einen hohen wirtschaftlichen Faktor dar; mittlerweile haben fast 200 Arbeitnehmer – vorwiegend aus den umliegenden Orten –in diesem Unternehmen eine sichere Existenz gefunden.

Vor mehr als 30 Jahren begann die Firmenleitung um Dr. Michael Bücker, sich im Solnhofer Gebiet ein zweites Standbein aufzubauen. Sie erwarb nicht nur 100 Prozent der Aktien des Solenhofer Aktien-Vereins, sondern auch weitere Natursteinbetriebe. So gehören die Solnhofer Portland-Zementwerke inzwischen zu den größten Natursteinherstellern Deutschlands.

Des Weiteren wurden in Bayern wesentliche Beteiligungen der Zement verarbeitenden Industrie erworben, so dass heute fast die Hälfte der Zementproduktionen in eigenen Werken verarbeitet wird. Neben diesem dritten Standbein wurde letztlich noch eine wesentliche Beteiligung an einem renommierten Gleisbauer, der im In- und Ausland tätig ist, erworben. Damit stützt sich das Unternehmen heute auf vier Unternehmensbereiche.

Martin Böttcher, StBG

Zementwerk Solnhofen
Das Zementwerk Solnhofen ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor der Region
Mitarbeiter des Zementwerkes erläuterten den Besuchern die Zementherstellung
Mitarbeiter des Zementwerkes erläuterten den Besuchern die Zementherstellung
Werksführung
Werksführung während des „Tages der offenen Tür“