Die Rohstoffmesse im Steinbruch

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Das Werk Nieder-Ofleiden, ein Unternehmen der Mitteldeutschen Hartstein-Industrie-Gruppe, MHI, betreibt Europas größten Basaltsteinbruch. Der Standort hat inzwischen auch als Messeplatz eine gewisse Berühmtheit erlangt. In diesem Jahr ist er vom 3. bis 6. September erneut Gastgeber der steinexpo. D findet nunmehr bereits zum siebten Mal statt.

Auch für die MHI als Gastgeber hat die Durchführung dieser Demonstrationsmesse für die Roh- und Baustoffindustrie ausgerechnet in „ihrem“ Steinbruch eine besondere Attraktivität. Wer hat sonst schon die europäische Natursteinindustrie sowie die weltweiten Hersteller von mobiler und stationärer Steinbruchtechnik vor Ort und kann mit Kunden, Lieferanten und Wettbewerbern in einen interessanten Gedankenaustausch eintreten.

Die Messe ist in Nieder-Ofleiden längst ein fester Bestandteil der Planungsüberlegungen geworden. War es 1990 zur ersten Durchführung noch ein glücklicher Zufall hier ideale Bedingungen für die geplanten Demonstrationen vorzufinden, stellt sich das Zusammenspiel zwischen Messeplatz Steinbruch und Veranstalter Geoplan heute anders dar. Im Vorfeld der Messe wird die Abbauplanung des Steinbruchs nämlich eng mit der Messeleitung abgestimmt und immer wieder nachjustiert. Verständlich, dass dabei sowohl die Belange der MHI als auch des Messeveranstalters Berücksichtigung finden. Schließlich bietet nur eine recht große und zusammenhängende Fläche beste Möglichkeiten für eine derartige Veranstaltung. Während der Messe ruht die Produktion und nur der Versand wird aufrechterhalten.

Ein weiterer Aspekt qualifiziert ausgerechnet diesen Steinbruch für die Durchführung der steinexpo: Er liegt ziemlich zentral in der Mitte Deutschlands sowie der EU und hat eine verkehrstechnisch günstige Anbindung. Bis zur Autobahn A5 sind es gerade mal 12 km.

Schlüsselfunktion für die Gruppe

Das Werk Nieder-Ofleiden könnte man wegen seiner Größe, seiner hohen Lieferfähigkeit und seiner außerordentlich guten Gesteinsqualität als Flaggschiff der MHI bezeichnen. Der Basaltabbau begann hier bereits 1906, seit 1935 wird hier auch Asphalt produziert. Bekannt wurde der Standort außerdem innerhalb der Branche durch seine Vorreiterrolle bei der Herstellung von Recyclingasphalt. 1985 wurde die Asphaltmischanlage um eine Paralleltrommel erweitert. Letztere war die erste dieser Art in Deutschland, die schon damals eine Asphaltgranulatzugabe von 45 % ermöglichte.

Überhaupt baut die gesamte MHI-Gruppe auf eine lange Tradition auf. Sie besteht seit über 100 Jahren und betreibt inklusive Beteiligungen 23 Steinbrüche, 17 Asphaltmischanlagen, acht Transportbetonanlagen und 14 Erddeponien. Tätig ist die Gruppe darüber hinaus im Straßenbau sowie im Baustoffrecycling. Etwa 1000 Mitarbeiter sind für den Erfolg des Unternehmens tätig.

Die Gesteinsvorräte im Steinbruch Nieder-Ofleiden reichen nach jetzigem Erkundungsstand noch mehrere Jahrzehnte. Das Rohmaterial wird durch Sprengen gewonnen und von den Abbausohlen mit Wandhöhen von jeweils 20 bis 30 m per Radlader oder Tieflöffelbagger auf zwei SKW mit einer Zuladung von 40 und 60 t verladen und zum Vorbrecher transportiert. In einer zweiten und dritten Brechstufe wird das Material zu Gleisschotter sowie zu Splitten bzw. Edelsplitten für Gemische, Asphalt und Beton zerkleinert. An das Werk angeschlossen ist eine Asphaltmischanlage, welche die benötigten Sande und Splitte über eine Bandanlage direkt aus der Aufbereitungsanlage des Steinbruchs bezieht. Die jährlich gewonnene Rohstoffmenge liegt bei rund 800.000 t.

Der gesamte Geltungsbereich des Steinbruchs Nieder-Ofleiden hat eine Größe von etwa 160 ha, wobei der aktive Tagebau mit einer Länge von rund 800 m eine Fläche von rund 45 ha einnimmt.

Die steinexpo

Als größte Steinbruchsdemonstrationsmesse auf dem europäischen Kontinent feierte die steinexpo im September 1990 Premiere. Die Messe wird im Drei-Jahres-Turnus durchgeführt. Im Rahmen eindrucksvoller Live-Vorführungen vor der Kulisse eines Steinbruchs zeigen Hersteller und Händler von Bau- und Arbeitsmaschinen, von Nutzfahrzeugen und SKW  sowie von Anlagen zur Rohstoffgewinnung und -aufbereitung ihre Leistungsfähigkeit. Einen weiteren Schwerpunkt der Messe bildet das Recycling mineralischer Baustoffe. Veranstaltet wird die steinexpo von der Geoplan GmbH, Iffezheim.

www.steinexpo.de

Steinbruch
Schauplatz der Messe: Die steinexpo beansprucht drei der insgesamt sechs Flächen im Steinbruch. Mit Wandhöhen von bis zu 30 m produziert die Kulisse des Steinbruchs ein einzigartiges Messefeeling.