Beyer, Viernheim: Innovativer Eimerkettenbagger für schwieriges Abbauvorkommen

Die Peene Kies GmbH in Müssenthin (Mecklenburg Vorpommern) betreibt einen schwimmenden Eimerkettenbagger E2s von Beyer aus Viernheim mit einer durchschnittlichen Baggerleistung von 300 bis 350 t/h.

Auf Grund der geologischen Gegebenheiten und der technologischen Randbedingungen der bestehenden Aufbereitungsanlage wurde in gemeinsamer Arbeit mit dem Betreiber ein auf diese Bedingungen zugeschnittenes Abbaugerät, ein schwimmen-der Eimerkettenbagger konzipiert.

Den verschiedenen Abbautiefen von
8 - 18 m sowohl bei der Nachbaggerung als auch bei der Baggerung im unverritzten Gelände wurde durch Modulbauweise der Pontonanlage und der Eimerleiter Rechnung getragen. Dabei wird die Eimerleiter im Schachtbereich durch die Pontonanlage seitlich über ein Bergholz geführt.

Der große Überkornanteil, teilweise geröllartig, bis 500 mm und größer stellte die größte Herausforderung an das Gewinnungsgerät dar. Das Eimerleiterkopfstück wurde neu konzipiert und in „geschlossener Bauweise“ ausgeführt und verhindert wirkungsvoll das Verklemmen von Steinen.

Die neu entwickelten „Beyer-Baggereimer“ mit Eimermesser und Eimerschwingenaufnahme aus hochverschleißfestem Stahlguss bleiben trotz Geröll und Findlinge in Ihrer Form stabil und tragen so in erheblichem Maße zu den hohen Standzeiten des gesamten Kettensystems dar. Der Abwurfbereich der Baggereimer unterhalb des Antriebsturases wurde komplett umgestaltet. Ein neu entwickelter Stangenrost, wahlweise mit einem robusten Rosträumer kombinierbar hat sich nicht nur speziell in diesem Einsatzfall bewährt, sondern ist inzwischen serienmäßig im Einsatz.

Das nachgeschaltete Baggersieb ist in diesem speziellen Fall ein Klassiersieb. Durch intensive Bebrausung des Baggergutes wird der Sand nahezu vollständig ausgesiebt und direkt verspült. Der Kies 2 – 250 mm gelangt über das Bagger-austragsband und die nachgeschaltete Katamaranschwimmbandkette der Schiffswerft Oberelbe, die Marktführer dieses Erzeugnisses ist, in die bestehende Aufbereitungsanlage.

Neben der erforderlichen technischen Ausrüstung wurde auch großer Wert auf die Ergonomie des Baggerarbeitsplatzes und die Sicherheitstechnik gelegt. Eine eigens konzipierte Kabine mit Rundumverglasung, Scheibenwischersprühanlage und ein Armlehndrehstuhl mit integriertem Steuerpult zur Baggerbedienung genügen höchsten Anforderungen an einen Maschinenarbeitsplatz. Von hier aus werden der Eimerkettenantrieb, die Eimerleiterhubwinde und alle Verhol- und Vorauswinden frequenzgeregelt angesteuert. Zur Wartung der Maschinen und Geräte sind diese über großzügige Treppenanlagen und Bühnen erreichbar.

Die intensive Zusammenarbeit zwischen Kieswerksbetreiber und Baggerbauer führte zu einem Baggerkonzept, welches den geologischen, technologischen und wirtschaftlichen Randbedingungen des Betreibers Rechnung trägt. Andererseits wurden inzwischen viele der neu entwickelten Baugruppen wie Stangenrost, Rosträumer (wahlweise), Materialeinspülung, Eimerleiterführung, geschlossenes Eimerleiterkopf-stück (wahlweise) und die Vorderbockplattform mit Eimerleiterhebewinde serienmäßig in das Grundkonzept der „Beyer- Eimerkettenbagger“ Baureihe übernommen.

www.beyer-viernheim.de

Eimerkettenbagger
Eimerkettenbagger
Bagger-Eimer mit Material
Bagger-Eimer mit Material