Die Fusion zur BG RCI – eine Synthese von Neuem und Bewährtem

Ulrich Schmidt

Jetzt dauert es nur noch wenige Monate: Die Fusion der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft mit der Bergbau-Berufsgenossenschaft, der Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie und den bereits in einer Verwaltungsgemeinschaft zusammengeschlossenen Berufsgenossenschaften der Leder-, Papiermacher- und Zucker-Industrie wird wirksam. Die genannten Unfallversicherungsträger geben am letzten Tag dieses Jahres nach fast 125-jährigem Bestehen ihre Eigenständigkeit auf und bilden vom 1. Januar 2010 an die neue „Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie“ (BG RCI).

Dieser Zusammenschluss wird zwangsläufig eine Reihe von Fragen aufkommen lassen. Hier werden bei den Versicherten, welche einen Arbeitsunfall erlitten haben oder an einer Berufskrankheit leiden, Fragen bezüglich ihrer weiteren Betreuung bestehen; Orientierung werden auch die benötigen, die wegen einer Beratung zum Arbeitsschutz den kompetenten Ansprechpartner suchen oder diejenigen, die sich in Mitgliedschafts- und Beitragsangelegenheiten an den zuständigen Sachbearbeiter der Berufsgenossenschaft wenden wollen.

Zu all diesen Fragen werden Sie in den kommenden Monaten die notwendigen Informationen erhalten. Es ist unser Ziel, dass die Qualität unserer Dienstleistungen auch in der Zeit des Umbruches gesichert bleibt. Ein wesentlicher Zweck dieses Zusammenschlusses besteht sicherlich darin, Verwaltungskosten zu reduzieren; im Vordergrund wird aber stehen, Angebote und Leistungen für Versicherte und Unternehmer durch die Nutzung von Synergien noch effizienter bereit zu stellen und weiterzuentwickeln.

Ein Ergebnis der Fusion ist, dass ab dem nächsten Jahr für alle Aufgabengebiete eine zentrale Steuerung vom Sitz der neuen Berufsgenossenschaft in Heidelberg aus erfolgen wird. Dennoch werden viele der unseren Versicherten und Mitgliedsunternehmen vertrauten Ansprechpartner in Zukunft dieselben sein wie bisher. So wird die auch künftig branchenbezogen ausgerichtete Prävention von den vier Hauptstandorten Bochum, Heidelberg, Langenhagen und Mainz  aus geleitet, wobei der Standort Langenhagen für die Steine und Erden-Industrie in operativer Hinsicht verantwortlich sein wird.

Eine ähnliche Regelung ist für die Mitglieder- und Beitragsabteilung getroffen worden. Hier werden Sie für den Bereich Steine und Erden auch weiterhin fachkundige Bearbeiter in Langenhagen finden.

Von Bedeutung  ist in diesem Zusammenhang, dass für die bisherigen Zuständigkeitsbereiche der vereinigten Berufsgenossenschaften für einen Zeitraum von bis zu zwölf Jahren getrennte Umlagen und unterschiedliche Beiträge erhoben werden. Die Beschlussfassung über die Umlage, für die im Ergebnis künftig der Vorstand der BG RCI zuständig sein wird, erfolgt jeweils auf Vorschlag eines Beirats. Diese Beiräte, deren Mitglieder der neue Vorstand auf Empfehlung der Sozialpartner benennen wird, werden entsprechend den sechs Branchen der Partner-Berufsgenossenschaften aus Arbeitgeber- und Versichertenvertretern gebildet. Eine dieser Branchen ist die Steine und Erden-Industrie. Die Beiräte nehmen nicht nur branchenbezogene Aufgaben zur Förderung und Weiterentwicklung der Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren wahr, sondern werden auch Vorschläge für die Beschlussfassung über die Umlage für ihre Branche unterbreiten, von denen nur unter engen Voraussetzungen abgewichen werden kann.

Die zur Zeit bei den Fusionspartnern vorhandenen 16 Bezirksverwaltungen bzw. Sektionen, in denen die Reha- und Entschädigungssachbearbeitung erfolgt,  werden in sieben Bezirksdirektionen zusammengefasst, denen – ausgehend von der bisherigen regionalen Präsenz – Geschäftsstellen zugeordnet sind. Mit dieser Organisationsstruktur wollen wir durch eine regional begrenzte branchenübergreifende Sachbearbeitung bei angemessener örtlicher Nähe zu den Versicherten eine optimale Betreuung und Versorgung sicherstellen.

Ihr
Ulrich Schmidt