Der Krise Chancen abtrotzen

Finanziell gut aufgestellt, investiert Zeppelin in die Zukunft – trotz deutlicher Markteinbrüche und sehr verhaltener Erwartungen für das laufende Geschäftsjahr

Der Zeppelin Konzern trotzt der globalen Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise und investiert erneut hohe Summen in seine weitere Expansion. Im Rahmen der diesjährigen Bilanz-Pressekonferenz erläuterte Konzernchef Ernst Susanek die Eckpfeiler der von Wachstum und Ausbau der Marktpotenziale gekennzeichneten Strategie für 2009 und in die nachfol-qenden Jahre Trotz zunehmender Marktrisiken seit Mitte 2008 ist es dem Unternehmen gelungen, im abgelaufenen Geschäftsjahr einen erneuten Umsatzrekord und den höchsten Cash-flow der Firmengeschichte zu erwirtschaften. Susanek gab im Rahmen der Bilanzpressekonferenz den Jahresabschluss 2008 und die Prognose für 2009 bekannt. Dabei zeigte er sich kämpferisch: „Zeppelin hat in seiner 100-jährigen Geschichte immer wieder äußerst widrige Umstände gemeistert und werde auch diesmal gestärkt aus der Krise hervorgehen.“

Umsatzrekord trotz schwierigem 4. Quartal 2008

Die Zeppelin GmbH, Friedrichshafen (Konzernzentrale in Garching bei München) erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2008 einen Konzernumsatz in Höhe von 2,447 Milliarden Euro, das sind 8,4 Prozent mehr als im vorangegangenen Geschäftsjahr (2007: 2,257 Mrd. EUR). Dabei unterstreicht die Betrachtung der einzelnen Quartale den Einfluss des unterjah-rigen globalen Konjunktureinbruchs. Die Auslandsquote des Konzerns erhöhte sich abermals von 45 Prozent im Geschäftsjahr 2007 auf fast 50 Prozent im Jahr 2008.

Insgesamt konnten die Unternehmen des Handelsbereiches von Zeppelin insbesondere aufgrund der im ersten Halbjahr 2008 sehr positiven Entwicklung der Gesellschaften außerhalb Deutschlands ein leichtes Umsatzplus gegenüber dem vorangegangenen Geschäftsjahr erwirtschaften. Sie übertrafen mit einem konsolidierten Umsatz in Höhe von 2,208 Milliarden Euro den Vorjahreswert (2,080 Mrd. EUR) um 6,1 Prozent. Der Handelsbereich erwirtschaftete damit 90 Prozent des Konzernumsatzes. Insgesamt wurden 19 054 (2007: 19 487) neue und gebrauchte Baumaschinen, Motoren, Gabelstapler sowie andere Maschinen und Anlagen verkauft beziehungsweise erstmals vermietet, das sind nur 2 Prozent weniger als 2007.

Mitarbeiterzahlen im Ausland nochmals angestiegen

Das weitere Wachstum der Zeppelin Gruppe und vor allem der Handelsgesellschaften außerhalb Deutschlands sowie des Industriebereiches spiegelt sich auch in den Mitarbeiterzahlen wider. Die Belegschaft des Konzerns erhöhte sich gegenüber dem Geschäftsjahr 2007 um 15 Prozent auf insgesamt 6 177 Beschäftigte (2007: 5 359) zum Jahresende 2008. 46 Prozent dieser Erhöhung entfielen auf die Gesellschaften der Zeppelin International AG. Das bis Herbst 2008 vor allem in Russland und der Ukraine stark expandierende Geschäft hatte diesen deutlichen Ausbau erforderlich gemacht, wenngleich der dramatische Markteinbruch zum Ende 2008 und die Erwartungen für das Jahr 2009 schon jetzt deutlich machen, dass der aktuelle Personalstand dieser Gesellschaften nicht gehalten werden kann. Der Auslandsanteil an der Konzernbelegschaft erhöhte sich abermals auf rund 47 Prozent (2007: 42 Prozent). Die Anzahl der Auszubildenden stieg im Konzern um 31 Prozent auf 361 (2007: 275), was einer Ausbildungsquote von 5,8 Prozent entspricht.

Währungsrisiken belasten Ergebnis

„Die Entwicklung der Ertragslage des Zeppelin Konzerns im Geschäftsjahr 2008 spiegelt die Folgen der weltwirtschaftlichen Verwerfungen auf unseren Märkten und insbesondere die Währungskrise in den osteuropäischen Ländern außerhalb der EU deutlich wider“, erläuterte Susanek die Renditekennzahlen des Konzerns. Das Konzernergebnis vor Steuern sank um 16 Prozent auf 98,7 Millionen Euro (2007: 117,6 Mio. EUR). Die Umsatzrendite (ROS) vor Steuern lag damit 2008 bei 4,0 Prozent (2007: 5,2 %). Mit einem Wert 170,0 Millionen Euro (2007: 148,0 Mio. EUR) gelang es Zeppelin dennoch, den höchsten Cash-flow der Firmengeschichte zu erwirtschaften. „Der Zeppelin Konzern war im Jahr 2008 strategisch, operativ und finanziell erfolgreich und hat ein solides finanzielles Fundament, um die Krise zu meistern“, so Susanek weiter.

Weiteres Wachstum durch Akquisitionen

Im Hinblick auf das laufende Geschäftsjahr gab Susanek eine eher zurückhaltende Prognose ab. Die Folgen der Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise machen sich auch in den Märkten des Zeppelin Konzerns gewaltig bemerkbar. Und so musste das Unternehmen in den letzten Wochen die Planung für 2009 nach unten korrigieren. „Die Verunsicherung ist insgesamt extrem hoch – sowohl bei unseren Geschäftspartnern, bei unseren Kunden und nicht zuletzt bei unseren Mitarbeitern“, so Susanek. „Eines steht fest: Es kommt insgesamt ein sehr schwieriges Jahr auf uns zu. In fast allen Gesellschaften stellen wir uns auf einen Umsatz- und Ergebnisrückgang ein.“ Für den Konzern erwartet Susanek deshalb für das Geschäftsjahr 2009 einen Gesamtumsatz von maximal 2,1 Milliarden Euro, dies wären 14 Prozent weniger als im Vorjahr (2008: 2,447 Mrd. EUR). „Diese Zahlen sind allerdings mit hohen Unsicherheiten behaftet.“

www.zeppelin.de

Einen erfolgreichen Konzernabschluss 2008 gab der Vorsitzende der Zeppelin Gruppe bekannt. (v.l.n.r.) Michael Heidemann, Geschäftsführer der Zeppelin GmbH und Vorsitzender der Zeppelin Baumaschinen GmbH; Ernst Susanek, Vorsitzender der Geschäftsführung der Zeppelin GmbH; Alexander Bautzmann, Geschäftsführer der Zeppelin GmbH; Peter Gerstmann, Geschäftsführer der Zeppelin GmbH und Vorsitzender der Geschäftsführung der Zeppelin Silos und Systeme GmbH
Michael Heidemann, Geschäftsführer der Zeppelin GmbH und Vorsitzender der Zeppelin Baumaschinen GmbH; Ernst Susanek, Vorsitzender der Geschäftsführung der Zeppelin GmbH; Alexander Bautzmann, Geschäftsführer der Zeppelin GmbH; Peter Gerstmann, Geschäftsführer der Zeppelin GmbH und Vorsitzender der Geschäftsführung der Zeppelin Silos und Systeme GmbH