Industrienachrichten

Lage der Kalkindustrie besser – altes Niveau noch nicht erreicht

Michael Liell, Mitglied der Geschäftsführung der Rheinkalk GmbH, Wülfrath, wurde als Vorsitzender der deutschen Kalkindustrie und Moritz Iseke, geschäftsführender Gesellschafter der Kalkwerke H. Oetelshofen GmbH & Co. KG, Wuppertal, als stellvertretender Vorsitzender von der Mitgliederversammlung in Hamburg einstimmig bestätigt.

„Gerade in diesen herausfordernden Zeiten ist es für die Kalkindustrie von entscheidender Bedeutung, durch einen starken Verband in Berlin und Brüssel vertreten zu sein“, sagte der wiedergewählte Vorsitzende Liell. „Als Vertreter eines weltweit operierenden Kalkproduzenten weiß ich sehr genau, dass wir die Standortbedingungen in Deutschland nicht weiter verschlechtern dürfen, wollen wir auch weiterhin Industriebetriebe in Deutschland haben.“

Aktuelle Zahlen der Kalkindustrie

Bei den ungebrannten Produkten setzte sich die im Herbst 2008 begonnene Talfahrt in 2009 fort. Bereits 2008 hatte die Kalkindustrie einen Rückgang um sechs Prozent zu verkraften.  Mit einem Gesamtabsatz von rund 19 Millionen Tonnen ist er noch einmal um elf Prozent niedriger als im Jahr 2008. Fast die Hälfte dieses Absatzes ging in das Baugewerbe, insbesondere in den Bereich Straßen- und Wegebau. Der Absatzrückgang für dieses Segment war mit weniger als zehn  Prozent geringer als in den anderen Bereichen. Wie sich aber gerade der Straßen- und Wegebau nach dem Auslaufen der Konjunkturprogramme und den desolaten Haushalten der Länder und Kommunen entwickelt, bleibt abzuwarten.

Auch wenn die Lieferungen für Umweltschutzanwendungen gesteigert werden konnten, wurde das negative Gesamtergebnis durch den Einbruch im Industriesektor – und speziell in der Eisen- und Stahlindustrie – verursacht. Hier wurden mehr als 28 Prozent weniger Kalksteinprodukte verkauft als noch im Jahr 2008.  Noch dramatischer ist das Ergebnis 2009 bei den gebrannten Produkten. Bereits 2008 wurden mit 2,4 Millionen Tonnen drei Prozent weniger Branntkalk in die Eisen- und Stahlindustrie geliefert. 2009 konnten nur noch weniger als 1,8 Millionen Tonnen geliefert werden. Dies ist ein Absatzrückgang von fast 27 Prozent. Im gesamten Bereich Industrie sank die Menge auf 2,4 Millionen Tonnen, was einen Rückgang von 27,8 Prozent bedeutet.

Die deutsche Kalkindustrie schaut jedoch positiv in die nahe Zukunft. Sie forderte aber die Bundesregierung auf, – auch im Rahmen des Sparkonzeptes – die energieintensive Industrie nicht weiter zu belasten und den begonnenen Aufschwung nicht abzuwürgen. Es gehe bei der Kalkindustrie nicht um Subventionsabbau oder um Mitnahmeeffekte, sondern schlicht und einfach um die Verhinderung weiterer wettbewerbsschädigender Belastungen.    

 
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