Technik

Cat-Flottenmanagement Product Link

Suchen war gestern, finden ist heute

Welchen Weg legte der Mobilbagger zurück? Wie hoch fielen Kraftstoffverbrauch und Leerlaufzeiten der Baumaschinenflotte aus? Solche Fragen konnten Bauunternehmen früher nur mit „Pi mal Daumen“ beantworten. Heutzutage genügen ein paar Klicks am Computer und das Flottenmanagement von Caterpillar liefert eine genaue Kartenansicht und Tabellenübersicht.

Product Link wird serienmäßig in fast allen Cat Geräten eingebaut und ist auch für Baumaschinen und Fahrzeuge anderer Hersteller verfügbar. „8.000 Cat Baumaschinen, die Zeppelin auslieferte, sind bereits von unseren Kunden für Product Link aktiviert worden. Das macht aktuell rund 98 Prozent aus“, sagt Bernhard Tabert, bei Zeppelin verantwortlicher Produktmanager für das Flottenmanagement. Über Vision Link, der Internet basierten Software, werden die Daten ausgewertet und übersichtlich dargestellt. Die meisten Cat Maschinen mit Stufe-IIIB- und Stufe-IV-Motoren werden von Zeppelin serienmäßig mit einer sogenannten Telematik-Box PL522 ausgerüstet. Sie enthält einen GPS-Empfänger, Datenspeicher und einen Mobilfunkanschluß.

Informationen für viele Nutzer

Die Box stellt die Datenübertragung sicher, welche die Maschinendaten via Mobilfunk zu einem zentralen Server sendet. Der Datenzugriff für den schnellen Überblick kann über Smartphones und Tablets, auch in der Android-Version, erfolgen. Ansonsten liefert der PC umfassende Informationen in Form von Karten und Tabellen. Nutzer sind beispielsweise Disponenten. Sie benötigen permanent den aktuellen Standort und die Auslastung, um Transporte zu organisieren, insbesondere wenn sie eine Maschinen-Flotte betreuen, die zwischen Bauleitern und Baustellen getauscht wird. Sie brauchen auch die Füllstände der Kraftstofftanks, um rechtzeitig für Treibstoff-Nachschub zu sorgen und die Tour des Tankwagens besser planen und koordinieren zu können. Abrechner in Baufirmen greifen rückwirkend auf Daten, wie die Betriebsstunden und Standorte der Maschinen, zurück, um die einzelnen Kostenstellen der Baustellen exakt besuchen zu können, denn häufig sind die Lieferscheine und Stundenzettel unvollständig oder unleserlich ausgefüllt. Bauleiter verwenden Angaben zum Kraftstoffverbrauch, um die Kosten einer Baustelle ermitteln zu können. Der Betriebsleiter eines Steinbruches kann mithilfe der ausgewerteten Daten die Leistung der geladenen Tonnage von Radlader und Muldenkipper abgleichen beziehungsweise anhand dieser Daten den Arbeitsprozess weiter verbessern. Und der Werkstattleiter nimmt beispielsweise Betriebsstunden als Anhaltspunkt für die Planung von Wartungen und Inspektionen. Um schnelle und präzise Entscheidungen im Tagesgeschäft treffen zu können, müssen Entscheider wissen, wo ihre Baumaschinen sind, ob sie gerade arbeiten und was sie tun.

Mann vor zwei großen Monitoren
Alle wichtigen Informationen sind auf dem Bildschirm dargestellt.

Schwachstelle Leerlauf

Eine große Herausforderung ist der Leerlauf, denn dieser kostet richtig Geld, nicht nur, weil nutzlos Kraftstoff verbraucht wird. Die Serviceintervalle stehen in kürzerer Zeit an, wenn der Betriebsstundenanzeiger weiter läuft. Damit läuft dann auch eher die Garantie ab. Und wenn eine Maschine unnötigerweise viele Betriebsstunden anhäuft, wirkt sich das letztlich ungünstig auf den späteren Wiederverkaufspreis aus. Der Leerlauf wird unterteilt in:

  1. Produktionsbedingter Leerlauf: Davon spricht man, wenn eine Maschine auf das Be- und Entladen warten muss. Die einzelnen Intervalle bewegen sich zwischen null und fünf Minuten. Diese kurzen Leerlaufintervalle wiederholen sich über den ganzen Tag.
  2. Systembedingter Leerlauf: Hier stehen Bauleiter und Polier in der Pflicht. Diese Leerlaufintervalle betragen zwischen null und 30 Minuten. Sie treten beispielsweise auf, wenn Muldenkipper gruppenweise eintreffen, oder wenn das Ladegerät voll beschäftigt ist und dann warten muss, bis die Transportgeräte wieder zur Verfügung stehen. „Wenn sich dieses Phänomen über den gesamten Tag verteilt wiederholt, muss nach der Ursache gefragt werden. Sind die Lkw richtig getaktet? Muss der Wegebau verbessert werden? Ist das Lagegerät eventuell zu klein?“, so Tabert.
  3. Abnormaler Leerlauf. „Darunter versteht die Branche den eigentlichen Leerlauf“, erklärt Tabert. Hier bewegt sich das Intervall zwischen null und 300 Minuten. Dazu zählt etwa das Warmlaufen der Baumaschine am Morgen, wenn der Fahrer noch mal einen Kaffee trinkt, oder das Arbeitsgerät wegen der Klimaanlage oder Heizung nicht ausgeschaltet wird.

„Unternehmen müssen ihrem Personal vermitteln, was der abnormale Leerlauf für Folgen hat, denn viele Fahrer wissen gar nicht, was eine Stunde Leerlauf kostet. Das Bewusstsein ist oftmals gar nicht vorhanden“, sind die Erfahrungen, die der Zeppelin Produktmanager gemacht hat, wenn er für Kunden die Leerlaufzeiten aufdeckt. Alleine im letzten Jahr hat er den Leerlauf von 6700 Maschinen erfasst. Das Ergebnis: Knapp ein Drittel der Betriebsstunden entfallen auf den Leerlauf. Um dem unnötigen abnormalen Leerlauf vorzubeugen, ist die einzige Maßnahme eine automatische Motorabschaltung. Viele Cat Maschinen der EU Abgasstufe IIIB und VI haben diese heute im Standard integriert. So beträgt der Leerlaufunterschied zwischen Cat Maschinen ohne und mit automatischer Motorabschaltung laut Tabert 8,4 Prozent.

Einsparungen im Verbrauch

Machbar ist auch, einen räumlichen sowie zeitlichen Alarm einzurichten, sprich Geo- sowie Time-Fencing, zu nutzen. Meldungen, wann eine Baumaschine die Baustelle, die Werkstatt oder den Betriebshof erreicht hat, werden als E-Mail verschickt. Es geht hier darum, unautorisierte Nutzung aufzudecken, wenn die Maschine außerhalb der eigentlichen Arbeitszeit bewegt wird. Zu einer deutlichen Aussage kommt der Produktmanager auch hinsichtlich des Kraftstoffverbrauchs. „2014 haben 6.700 Cat Maschinen 126 Millionen Liter Diesel verbraucht. Das entspricht einem Würfel mit einer Kantenlänge von 50 Metern. Die Frage, die sich hier stellt, ist: Wie wirkt sich die neue Motorentechnologie EU Stufe IIIB und IV beim Dieselverbrauch aus? Die 2.800 verkauften Maschinen haben acht Millionen Liter Diesel weniger Verbrauch. Das macht einen Würfel mit einer Kantenlänge von 20 Metern aus. Hier zeigt sich, dass es sich lohnt, in neue Technologie zu investieren“, so Tabert.

Bildschirminhalt mit mehreren Statusanzeigen (Maschinendetails)
Auf einen Blick ist alles Wesentliche zu erfassen.
 
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