Technik

Megatrends stellen neue Anforderungen an Unternehmen

Digitalisierung und Individualisierung als Herausforderung

Globalisierung 2.0, Klimawandel, demografischer Wandel, Individualisierung, digitaler Lebensstil und Technologiekonvergenz: Diese sechs „Megatrends“ verwandeln Gesellschaften und die globale Wirtschaft. Eine Studie der Unternehmensberatung Hay Group zeigt: Die Entwicklungen haben auch Auswirkungen auf das Engagement der Mitarbeiter in Unternehmen – und fordern ein Umdenken in den Personalabteilungen.

Die „Megatrends“ stellen Unternehmen vor neue Herausforderungen, ihre Mitarbeiter zu motivieren und langfristig zu binden. Nach Erkenntnissen der Hay Group werden bis 2018 fast ein Viertel aller unselbständig Beschäftigten weltweit – ca. 192 Millionen Menschen – den Arbeitsplatz wechseln. Laut der Studie ist das 84 Prozent der Führungskräfte bewusst, nur 30 Prozent glauben jedoch, dass sich ihre Organisation ausreichend an die vor ihnen liegenden Veränderungen anpasst. „Die globalen Megatrends verändern die Arbeitsweise, was Mitarbeitern in der Arbeit wichtig ist und was sie sich von ihrem Arbeitgeber wünschen. Unternehmen und ihre Führungskräfte müssen sich auf die neuen Spielregeln einstellen, um als attraktiver Arbeitgeber qualifizierte Beschäftigte weiterhin zu gewinnen und zu halten“, erklärt Mandy Rehmann, Mitarbeiterbefragungs-Expertin von der Unternehmensberatung Hay Group. „Dabei kommt es für die Unternehmen darauf an, neu zu denken, wie sie Engagement und Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter fördern und sich ihre Loyalität erwerben können.“

Schwierigkeiten erwartet

Laut der Studie werden vor allem zwei Trends die Zukunft prägen: Auf die Frage, welcher Megatrend den größten Einfluss auf ihre Organisation haben wird, nannten 27 Prozent der Befragten den digitalen Lebensstil und ein Fünftel die zunehmende Individualisierung. Das Problem: Gerade diese beiden Trends stellen Unternehmen vor die größte Herausforderung. 29 Prozent der Befragten erwarten, dass die Anpassung an die Individualisierung besonders schwer fallen wird. Auf Platz zwei folgt mit 26 Prozent der digitale Lebensstil. Mandy Rehmann, Director Practice Insight der Hay Group, empfiehlt, die Auswirkungen der Megatrends auf Unternehmen und Mitarbeiter zu prüfen und passgenaue Veränderungen einzuleiten. Um sich auf die zunehmende Individualisierung einzustellen, komme es darauf an, das Engagement genauer an die Bedürfnisse, Antriebsfaktoren, Aussichten und Erwartungen der einzelnen Mitarbeiter anzupassen, erklärt Mandy Rehmann: „Mitarbeiter erwarten eine verstärkte Eigenverantwortung. Führungskräfte müssen lernen, Motivatoren ihrer Mitarbeiter zu werden.“

Alte Strukturen werden in Frage gestellt

Die Digitalisierung stellt für Unternehmen vor allem deshalb eine Herausforderung dar, weil durch sie etablierte Arbeitsorganisationen und Hierarchien in Frage gestellt werden. Rehmann rät den Unternehmen, sich auf die zunehmende Transparenz und ein neues Machtgleichgewicht zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber einzustellen. Das zeigt: „Unternehmen müssen die Megatrends nicht fürchten. Wer rechtzeitig handelt und organisatorisch die richtigen Weichen stellt, kann in einer sich verändernden Welt weiterhin erfolgreich sein“, so Mandy Rehmann. Für die Studie „Die neuen Spielregeln der Motivation“ hat die Unternehmensberatung Hay Group 300 Experten aus Personalabteilungen von Unternehmen des FTSE 250 Index und der Fortune 500 Liste nach ihrem Zukunftsausblick gefragt. Im Fokus der Befragung standen sechs „Megatrends“ und deren Auswirkung auf die Unternehmen und das Engagement der Mitarbeiter.

Symbolisches Diagramm: Vernetzte Geräte
Digitalisierung der Arbeitswelt: einer der sogenannten Megatrends, der auch die Entwicklung der Industrie 4.0 bestimmt. // Mimi Potter - Fotolia.com
 
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