Steine + Erden, Ausgabe 4/18: Sicherung des Auslauftrichters in einem Transportbetonwerk
 
 
Arbeitssicherheit

Sicherung des Auslauftrichters in einem Transportbetonwerk

Fester Stand auf stabilem Stern

Der Auslauftrichter ist die Schnittstelle zwischen Beton-Mischanlage und Mischerfahrzeug. Damit der Baustoff ungehindert fließen kann, muss dieser Trichter regelmäßig gereinigt werden. Am effektivsten geht das von innen, doch das ist sehr gefährlich. Ein Mitgliedsunternehmen der BG RCI hat mit einer einfachen Maßnahme das Absturzrisiko erheblich reduziert.

Beton ist ein vielseitiger, unverzichtbarer Baustoff, der im Hoch- und Tiefbau auf Baustellen aller Größe Verwendung findet. Neben vorgefertigten Fertigbauteilen aus Beton kommt Frischbeton zum Einsatz, der je nach Kundenwunsch erdfeucht oder pumpfähig in Fahrmischern auf der Baustelle angeliefert wird.

Der Beton in der jeweiligen Güte wird zunächst in einer Betonmischanlage gemischt und gelangt über den Auslauftrichter in das Mischfahrzeug.

Je nach Produktionsleistung, Betonqualität und Witterungsbedingungen verbleiben im Trichter Betonreste und bilden mit der Zeit feste Ablagerungen, die regelmäßig entfernt werden müssen. Moderne Mischanlagen verfügen über automatische Reinigungsvorrichtungen, die auch den Auslauftrichter einbeziehen. Anderenfalls erfolgt die Reinigung mit einem Hochdruckreiniger, der auf der Mischerbühne untergebracht ist. Beide Verfahren führen zu guten Reinigungsergebnissen, verhindern aber nicht, dass Betonreste im Trichter verbleiben, die regelmäßig entfernt werden müssen. Hierzu steigt ein Mitarbeiter in den Trichter ein, um die Anhaftungen mit druckluftgetriebenen Werkzeugen von der Wandung zu stemmen.

Auslauftrichter im Transportbetonwerk
Birgt ein hohes Unfallrisiko: der Auslauftrichter im Transportbetonwerk. // Foto: © David Sprenger/BG RCI

Achtung: Lebensgefahr!

Eine schwere und gefährliche Arbeit: Neben den Belastungen durch Lärm, Staub und Zwangshaltung und der Gefahr durch das Arbeiten in elektrisch leitfähiger Umgebung fehlt in dem glatten Trichter ein sicherer Stand; es besteht Lebensgefahr durch Absturz in der Öffnung. Die Rettung des Mitarbeiters im Gefahrfall ist nur unter Schwierigkeiten möglich.

Die Gefährdungsbeurteilung ist ein Instrument, um die Gefährdungen und Belastungen bei der Arbeit systematisch zu erfassen, einzuschätzen und wirksame Schutzmaßnahmen festzulegen. Von den denkbaren Schutzmaßnahmen ist diejenige zu bevorzugen, mit der die Gefährdungen und Belastungen möglichst vollständig vermieden werden. Hierzu verfügen manche Anlagen über eine Vorrichtung, mit der der Auslauftrichter in eine Reinigungsposition geschwenkt wird, wo er von einer Bühne aus ohne Absturzgefahr und Belastung durch Zwangshaltung gereinigt werden kann. Die Nachrüstung einer derartigen Konstruktion ist jedoch in den meisten Fällen nicht möglich.

Kein Kippen, kein Verrutschen

Dies ist auch bei der Garant Transportbeton GmbH & Co. KG, einem Mitgliedsunternehmen der BGRCI, der Fall. Die Mitarbeiter haben nach einer Möglichkeit gesucht, die Reinigungsarbeiten im Auslauftrichter sicherer und bequemer zu gestalten. Anstelle der vielfach üblichen Praxis, mit Hilfe von Brettern oder Autoreifen im Trichter einen provisorischen Standplatz zu schaffen, wurde eine Art Stern angefertigt, der bei Bedarf in den Trichter eingelassen wird. Die Flacheisen, aus denen das Teil zusammengeschweißt wurde, sind an den Enden in einem Winkel aufgebogen, der dem Trichterwinkel angepasst ist und der dafür sorgt, dass der Stern waagerecht liegt und formschlüssig gehalten wird. So kann er weder kippen noch verrutschen.

Zwischen den einzelnen Strahlen des Sterns ist ausreichend Platz, sodass Wasser und Betonreste abfließen können. Andererseits sind die Eisen breit genug für einen sicheren Stand.

Das Ausrutschen mit dem Fuß ist auch auf dem Stern möglich, die Verletzungsschwere gegenüber einem Absturz ist jedoch erheblich geringer. Insofern stellt die Verwendung des Sterns eine wirksame Maßnahme zur Risikominimierung dar. Um die Zugänglichkeit des Trichters für die Reinigungsarbeiten zu verbessern und um die Rettung des Mitarbeiters im Gefahrfall zu erleichtern, wurde eine Öffnung in der Trichterwandung hergestellt, die während der Produktion verschlossen ist.

Ein- und Ausstieg sowie Rettung sind nun problemlos möglich

Mit dieser einfachen, kostengünstigen Maßnahme, die auch im Anlagenbestand umgesetzt werden kann, ist es gelungen, die Reinigung des Auslauftrichters schneller, bequemer und gleichzeitig sicherer zu gestalten. Hierdurch werden in einer witterungsabhängigen Branche, die von Zeitdruck und Personalknappheit geprägt ist, sowohl die Unfallgefahren als auch die psychischen Belastungen durch Stress deutlich gemindert. Michael Koop, Betriebsleiter bei Garant, hat mit seinem Einsatz einen wichtigen Beitrag für die Sicherheit und die Gesundheit seiner Kollegen geleistet.

David Sprenger (BG RCI)

Blick von oben in den Auslauftrichter mit Stern in Arbeitsposition.
Blick von oben in den Auslauftrichter mit Stern in Arbeitsposition.