Technik

Continental-Rollfördergurte in chinesischer Kohlemine

Sauberer Transport für bessere Luft und mehr Sicherheit

In China geht es – so wie rund um den Globus – darum, den Spagat zwischen dem Energiebedarf der Bevölkerung und der Industrie einerseits sowie dem Klimaschutz andererseits zu schaffen. Der Betreiber der Kohlemine, YanKan Coal, in der nordchinesischen Region Shanxi setzt deshalb auf Continental Rollfördergurte, auch Pipe Conveyor Belt genannt.

Gerade mit der Forderung von Seiten der chinesischen Regierung nach Klimaschutz beim Kohleabbau sind diese immer häufiger das Mittel der Wahl. Grundsätzlich haben sich Fördergurte innerhalb einer bestimmten Entfernung gegenüber Alternativen wie beispielsweise Lkw-Flotten als die ökonomisch und ökologisch vorteilhaftere Transportlösung herauskristallisiert, da ihr Betrieb weniger CO₂ emittiert und Leerfahrten entfallen. Geschlossene Systeme wie die Rollgurtförderer bieten darüber hinaus noch weitere entscheidende Vorteile: Sie minimieren die Staubemissionen. Zudem ist das Fördergut selbst vor Umwelteinflüssen wie Wind, Schnee, Sonne oder Regen gut geschützt. Dies geschieht durch das Zusammenrollen des Gurtes. Während der gesamten Transportdauer überlappen die Außenkanten der Gurte wie eine schützende Hülle für das geförderte Gut. Nur zur Aufnahme und Abgabe des Transportguts breiten sich die Rollgurte aus und nehmen die Gestalt eines konventionellen Fördergurtes an.

Rollfördergurtsystem
Im Bereich der Materialaufgabe ist das Continental-Rollfördergurtsystem gemuldet und lässt sich wie ein konventioneller Fördergurt befüllen. Speziell angeordnete Fingerrollen sorgen anschließend dafür, dass sich der Fördergurt zu einem geschlossenen kreisförmigen Gurt formt.

Ein weiteres Plus: mehr Sicherheit

In Yangquan transportiert der Continental Rollfördergurt mit 1.600 mm Breite und einem Rohraußendurchmesser von 458 mm 1.000 Tonnen Kohle pro Stunde und 2,4 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr. Das ergibt eine Einsparung von 2.880 Tonnen Kohlestaubemissionen im Jahr. „Wir haben uns für die Rollfördergurte von Continental entschieden, weil sie die für uns relevanten Aspekte wie Klimaschutz, Sicherheit und Effizienz voll erfüllen“, hebt BiGui Chen von YanKan Coal. hervor.

Die Technologie von Continental trägt dazu bei, die strikten Sicherheitsvorschriften für Kohleabbaustätten einzuhalten, welche die maximale Staubkonzentration in der Luft vorgeben. Nicht nur in puncto Gesundheit und Luftqualität ist dies erforderlich. Denn eines der gefürchtetsten Unglücke im Bergbau sind Kohlestaub-

explosionen – eine zerstörerische Reaktion von Kohlenstaub mit Sauerstoff. Diese können sehr schnell entstehen, wenn aufgewirbelte Kohlestaubteilchen durch Funken, erhitzte Geräteteile oder Ähnliches mit dem Luftsauerstoff reagiert. „Dabei ist das geschlossene System von Continental ideal, denn hier kann kein Staub entweichen. Die Rollfördergurte in Yangquan sind außerdem schwer entflammbar und leisten so einen weiteren Beitrag zur Sicherheit“, ergänzt BiGui Chen.

Sicher durch jedes Gelände

Hügelig und unwegsam ist auch das 13,37 Quadratkilometer umfassende Bergbaugebiet der YanKan Coal Ltd. in Yanquan, das in seinen Ausmaßen einer Größe von etwa 1.870 Fußballfeldern entspricht.

Im Bergbau gilt es oftmals, große Neigungen und enge Kurven bei geringem Platzbedarf und hohen Massenströmen zu bewältigen. Während der Steigungswinkel bei Muldengurtförderern in der Regel maximal 20° beträgt und Kurvenradien sehr groß bleiben, ermöglicht ein Pipe Conveyor Kurvenradien und Neigungswinkel bis zu 30°. Das Rollgurt-Fördersystem in Yangquan bewältigt auf seiner langen Strecke von 8,1 Kilometern vom Kohlelager bis zur Umladestation Höhendifferenzen von bis zu 172 Metern und durchläuft dabei eine komplexe Route mit über 39 konvexen und konkaven sowie 20 horizontalen Kurven.

Rollfördergurtsystem
Der Rollgurtförderer meistert in der Kohlemine in Yangquan auf einer Strecke von 8,1 Kilometern komplexe infrastrukturelle und geografische Hürden mit vielen engen Kurven und extremen Neigungswinkeln und schützt dabei die Umwelt vor Staubemissionen.

Schnell im Energiesparmodus

In Yangquan transportiert die Rollgurtanlage Steinkohle mit einer hohen Geschwindigkeit von 4 m/s oder 14,4 Kilometer pro Stunde. Das System arbeitet zudem energieeffizient. Kilometerlange Fördergurtanlagen können so viel Strom verbrauchen wie eine Kleinstadt. Continental hat auch dafür eine Lösung entwickelt: Durch den Einsatz einer speziellen Gummimischung ist es gelungen, den Rollwiderstand von Fördergurten zu minimieren und damit deren Energieverbrauch deutlich zu reduzieren. Dieser entsteht beim Lauf des Gurtes über die Tragrollen und macht mit zwei Dritteln den größten Anteil am gesamten Bewegungswiderstand einer Förderanlage aus. Mit dem passenden Compound wurde der Energieverbrauch beim Transport von Rohmaterial um 25 Prozent gesenkt. Diese spezielle Werkstoffmischung kommt auch in der Anlage in Yangquan zum Einsatz. Messungen des Instituts für Transport und Automatisierungstechnik der Leibniz Universität Hannover haben Ergebnisse bestätigt, wonach ein Fördersystem mit einer Länge von fünf Kilometern über 3.000 kW Energie einsparen kann. Die in 1,5 Stunden gesparte Energie ist demnach so groß wie der durchschnittliche Jahresverbrauch eines Haushalts in Deutschland oder wie der von fünf Haushalten in China.

Rollfördergurtsystem
Hexagonale Tragrollenstationen
entlang der Förderstrecke gewährleisten eine geschlossene Führung des Gurtes – das Fördergut wird kontinuierlich geschützt.

Passende Lösung für jeden Einsatz

In Zusammenarbeit mit dem Förderanlagenhersteller Sichuan Zigong Conveying Machine Group (ZGCMC) und den Experten von Continental in China ist es gelungen, in Yangquan ein Rollfördergurtsystem zu entwickeln, das den höchsten Anforderungen der Fördertechnik entspricht und geografische Hürden optimal überwindet – zur großen Zufriedenheit des Kunden und zum bestmöglichen Schutz des Klimas und der Mitarbeiter. Rollfördergurtsysteme wie der in Yangquan sind darüber hinaus Unikate. Denn jeder Gurt wird nach den örtlichen Begebenheiten nach Maß entwickelt. Der Rollgurt ist je nach Anforderung mit hochwertigen Gewebe- oder Stahlseilzugträgern konzipiert.

Eine besondere Herausforderung ist die passgenaue Quersteifigkeit, die eine gute Rohrform gewährleistet, damit der Gurt nicht zusammenbricht. Bei zu hoher Steifigkeit wiederum ist der Bewegungswiderstand zu hoch und der Energieverbrauch steigt. Hier ist das Expertenwissen der entsprechenden Ingenieure gefragt. Darüber hinaus besuchen die Kundendiensttechniker von Continental in Shandong das Kohle-

revier regelmäßig, um den reibungslosen Gurtlauf sicherzustellen, den Verschleiß zu messen und den Zustand des Rollgurtes zu überprüfen. Dabei sind sie stets im Austausch mit dem Betreiber.

 
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