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[Die Industrie der Steine + Erden]




Erst festzurren, dann starten

[Unfall]

Mangelhafte oder fehlende Ladungssicherung ist Ursache vieler Unfälle.

Nach Schätzungen der Transportversicherer im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sind jährlich mehr als 2300 Lkw-Unfälle auf eine schlechte oder fehlende Ladungssicherung zurückzuführen. Zahlreiche Polizeikontrollen haben diese Schätzungen bestätigt: Fast 70 Prozent der Lkw, die über deutsche Autobahnen fahren, sind mit schlecht oder überhaupt nicht gesichertem Transportgut unterwegs.

Tonnenschwere Betonfertigteile, Papierrollen und Stahlträger liegen häufig ohne jegliche Befestigung auf der Ladefläche. Die Beschleunigungskräfte, die beim Bremsen in Kurven auf die Ladung einwirken, sind dabei enorm. Bereits bei Tempo 60 können bei abrupten Brems- oder Ausweichmanövern die schweren Brocken wie Geschosse nach vorne knallen und das Führerhaus zerfetzen. Das gleiche passiert bei einem Aufprall mit einer Geschwindigkeit von nur 20 km/h.

Erschreckend ist, daß die ertappten Sicherungsmuffel wohl nur die Spitze des Eisbergs bilden. Die Dunkelziffer der schlecht gesicherten Transporte, die durchs Kontrollnetz rutschen, gilt als sehr hoch. Die Transportversicherer sind auch überzeugt, daß die in Polizeiberichten oft anzutreffende Formulierung "nicht angepaßte Geschwindigkeit" nicht immer Unfallursache ist. In vielen Fällen sei vielmehr eine Ladung, die sich selbständig gemacht hat, Grund für den Crash.

Woran liegt es, daß manche Brummi-Fahrer mit einer miserabel gesicherten Fracht unterwegs sind? Laut GDV sind nicht immer Zeitdruck oder Trägheit schuld. Oftmals ist Unwissenheit im Spiel. Deswegen appellieren die Berufsgenossenschaften und der DVR einerseits an alle Spediteure und Frachtführer, ihre Fahrer besser zu schulen und zu unterweisen. Andererseits sollten Berufskraftfahrer aus Gründen der eigenen Sicherheit und zugunsten der allgemeinen Verkehrssicherheit auf eine ordnungsgemäß gesicherte Ladung achten. Saftige Bußgelder und eine mögliche vorübergehende Stillegung des Fahrzeugs, die bei Mißachtung der Sicherungspflicht drohen, sind - verglichen mit der sehr großen Unfallgefahr - nur das kleinere Übel.

Wer es genau wissen will:

CD-ROM "Ladung sichern"

Herausgeber: Deutscher Verkehrssicherheitsrat und die gewerblichen Berufsgenossenschaften

Bezugsquelle: BC-Verlag, Töpferstraße 14, 65191 Wiesbaden


Handbuch "Ladungssicherung auf Fahrzeugen" (ZH 11413)

Herausgeber: Berufsgenossenschaft für Fahrzeughaltungen

Bezugsquelle: Carl Heymanns Verlag, Luxemburger Straße 449, 50939 Köln,
Bestell-Fax: (02 21) 94 37 36 03


Handbuch "Grundlagen der Ladungssicherung" GDV-Dienstleistungs-GmbH, Glockengießerwall 1, 20095 Hamburg.





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