Technik

Sicon-Fördergurtsystem von Contitech

Optimaler Schutz auch auf engem Raum

Enge Bauräume, flexible Strecken und große Höhenunterschiede: Für solch schwierige Einsatzbedingungen hat ContiTech das Sicon-Fördergurtsystem entwickelt. Durch die Ausstattung mit Sensortechnik bringt der internationale Industriepartner das System nun auf ein neues Level: Es erkennt kritische Temperaturentwicklungen und Belastungsunterschiede im Betrieb und ermöglicht es den Anlagenbetreibern, rechtzeitig einzugreifen, um Ausfälle und erhöhten Verschleiß zu vermeiden.

„Mit dieser neuen Option schaffen wir Mehrwert für unsere Kunden bei der Überwachung und Instandhaltung der Förderanlage“, sagt Dr. Michael Hofmann, Segmentleiter Industrial Belting Solutions der ContiTech Conveyor Belt Group. „Das System erkennt Probleme bereits bei ihrer Entstehung und hilft somit in der vorausschauenden Wartung.“ Der Fördergurt des Sicon-Systems besteht aus zwei gewebeverstärkten Profilen mit einem Stahlseil als Zugträger. Die Profile laufen über Rollensätze und tragen den Fördergurt.

So entsteht eine tropfenförmige Tasche aus hochflexiblem Gummi, die mittels Heißvulkanisation mit den Profilen verbunden ist. Durch die vertikale Anordnung der Rollensätze legen sich die Profile während des Transports übereinander, sodass der Gurt staubdicht verschlossen ist. Lediglich an den Aufnahme- und Abgabestationen öffnet sich Sicon, indem die Rollensätze nebeneinander angeordnet werden.

Informationsfluss zur besseren Steuerung

Die Sensoren sind in die Gurtprofile eingebettet und messen hier Parameter wie Temperatur und Druck. Ursachen für erhöhte Temperatur können zum Beispiel zu fest eingestellte oder sogar klemmende Führungs- oder Antriebsrollen sein. Bei einem Kaltstart liefern die Sensoren eine Rückmeldung, auf deren Basis der Gurteinlauf optimiert werden kann. Mit der Druckmessung im Profil und im Tragrahmen ist eine Lastbestimmung möglich, welche auch Rückschlüsse auf den Befüllstatus zulässt. Diese Informationen können zur Steuerung von Befüll- und Entladeprozessen genutzt werden.

Vielfältige Einsatzmöglichkeiten

Das Sicon-System kommt in Industrien wie der Bauindustrie, der Energie- und Papierwirtschaft oder in Minen zum Einsatz. Mit ihm werden beispielsweise Mineralien und Zement, aber auch Diamantenerz, Fischfutter, Biomasse und Brennstoffe sicher transportiert. Es eignet sich besonders für kurze und mittlere Strecken bis 1,5 Kilometer, enge Radien auf der Förderstrecke sowie steile Umgebungen, denn es bewältigt Steigungen bis zu 35° besonders energieeffizient. Durch die flexible Linienführung und enge Kurvenradien mit bis zu 180° Umlenkung stellt der Sicon-Fördergurt gerade auf begrenztem Raum ein ideales Fördermedium dar.

Ein weiterer Vorteil sind die selbstreinigenden Eigenschaften: In der Abwurfstation werden die Profile des geöffneten Sicon-Fördergurtes über zwei vertikale Scheiben geführt. Restbestände des Schüttguts können durch die entstehende Walkbewegung des leicht gemuldeten Fördergurtes gelöst und entfernt werden. Je nach Materialbeschaffenheit können Partikelgrößen bis zu 150 Millimeter gefördert werden.

Prinzipskizze Fördergurt
Das Sicon-Fördergurtsystem besteht aus zwei gewebeverstärkten Profilen mit je einem einvulkanisierten Stahlseil als Zugträger. Die Profile sind während des Transports übereinander angeordnet, sodass der Gurt staubdicht abgeschlossen ist. Seine Walkbewegungen vermeiden Anhaftungen.
 
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