Arbeitssicherheit

Ergonomie im Unternehmen

Neun Maßnahmen für die Gesundheit

Wie kann Ergonomie dabei helfen, Arbeitsplätze in der Fertigung, Montage und Logistik zu optimieren? Und wie unterstützt sie Mitarbeiter und Arbeitgeber gleichermaßen, um die Gesundheit im Betrieb langfristig zu erhalten? Frank Ockert arbeitet im Außendienst für Krieg Workflex und ist auch als Ergonomie Coach tätig. Er gibt in diesem Beitrag einen Überblick über Maßnahmen, die in Unternehmen umgesetzt werden können.

1. Arbeitstisch

Je nach Anwendungszweck des Benutzers geht es um die passende Auswahl. Wichtige Aspekte sind dabei Größe, Plattenausführung und Art der Höhenverstellung. Handelt es sich um einen Steh-Sitz-Arbeitsplatz im Schichtbetrieb? Welche individuelle Anpassung an Größenunterschiede der einzelnen Benutzer ist nötig? Werden Unterbauten oder Aufbauten für die Werkzeug- und Materialbereitstellung benötigt?

2. Arbeitsstuhl

Die Entlastung der Wirbelsäule ist hier im Fokus, bei Sitz- genau wie bei Steharbeitsplätzen. Die Auswahl von Stuhl oder Stehhilfe erfolgt mit Blick auf die Mitarbeiter sowie deren persönliches Empfinden. Gibt es Vorbelastungen? Braucht es Armlehnen? Soll die Sitzfläche aus Stoff, Schaumstoff oder Kunstleder sein?

3. Energieversorgung

Welche elektrischen Elemente setzt der Mitarbeiter am Arbeitsplatz ein? Verschiedene Elemente lassen sich einbauen: Steckdosen, Druckluft-Anschlüsse, Netzwerk-Dosen, Not-Aus-Schalter. Dafür müssen Energiekanal, Kabelführung und Stromzufuhr berücksichtigt werden.

4. Beleuchtung

Ob Montage-, Prüf- oder Packarbeitsplatz: Je nach Art und Aufgabe braucht es die optimale Beleuchtung hinsichtlich Breite, Lichtstärke und Anordnung. Wo ist die Befestigung? Welche Leuchtmittel braucht es? Ist eine Dimm-Funktion sinnvoll?

5. Greifraum

Wichtig dabei: Sämtliche Materialien sollten am „Best Point“ zu finden sein, also im direkten Arbeitsbereich. Auch der erweiterte Greifraum ist ein wichtiger Aspekt. Material, das sich in einem Umfeld von 15 bis 30 Zentimetern befindet, ist aus ergonomischer Sicht gut platziert.

6. Werkzeugbereitstellung

Welche Werkzeuge benötigt der Mitarbeiter am Arbeitsplatz? Wie können diese sinnvoll angeordnet werden? Ob Werkzeughalterplatten oder Schubladen-Unterbau-Gehäuse, ob mobile Schubfachschränke oder Balancer mit Federzügen.

7. Informationsbereitstellung

Manche Mitarbeiter brauchen für die zu verrichtende Tätigkeit bestimmte Informationen. Wird dafür ein Monitor zur visuellen Darstellung der Montageanweisung benötigt? Oder arbeitet er auch mittels Tastatur und Maus? Sollte ein Touch-Screen eingesetzt werden? Solche IT darf den direkten Arbeitsbereich auf dem Tisch nicht blockieren.

8. Materialbereitstellung

Über entsprechende Komponenten lassen sich alle benötigten Materialien in ausreichender Menge ergonomisch am Arbeitsplatz anordnen. Größe und Greifräume der einzelnen Mitarbeiter werden dabei berücksichtigt. Aufbausäulen, neigbare Ablagekonsolen und Gerätebrücken helfen dabei. Um Zeitverluste zu minimieren, ist auch der konstante Nachschub von Material ein wichtiger Aspekt.

9. Materialtransport

Wie erfolgt der interne Warenfluss? Wie kommen Materialen an den Arbeitsplatz und wie setzen fertige Bauteile ihren Weg fort? Rollenbahn, Transport- oder Bereitstellungswagen und Hubwagen helfen bei der Zuführung der Waren und beim Weitertransport.

Modell einer Wirbelsäule
Damit die Wirbelsäule gesund bleibt, müssen Arbeitsplätze ergonomisch optimiert werden.
 
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