Unternehmensführung

Fraunhofer IAO erstellt „New-Work-Landkarte“

Arbeit von morgen heute gestalten

Was sind die Erfolgsfaktoren einer Arbeitswelt 4.0? Wie wollen wir zukünftig arbeiten? Diese Fragen untersucht das Fraunhofer IAO in einem Projekt, das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) im Rahmen ihrer Lern- und Experimentierräume gefördert wird. Auf Basis erfolgreicher Praxisbeispiele und einer „New-Work-Landkarte“ gibt das Forschungsteam Umsetzungstipps für die Arbeitsgestaltung.

Die grenzenlosen Möglichkeiten, die uns neue Technologien und damit einhergehende flexible und agile Strukturen in der „Arbeitswelt 4.0“ eröffnen, schüren hohe Erwartungen. Die Verwirklichung von „New Work“ verheißt etwa zeitliche und räumliche Flexibilisierung sowie Partizipationsmöglichkeiten. Andererseits droht eine Intensivierung von Arbeit und das Verschwinden der Grenze zur Freizeit. Neben den offenkundigen Veränderungen, welche die digitale Transformation mit sich bringt, wie etwa ein hohes Maß an Virtualisierung von Arbeitsmitteln, die Vernetzung von Personen und die Flexibilisierung von Arbeitsorten und -zeiten, sind es vorwiegend »weiche« Faktoren wie Beteiligung, Selbstständigkeit oder Sinnstiftung durch die Arbeit, die ganz neue Anforderungen an Führungskräfte und -systeme stellen: Weg von der Hierarchie hin zu einem eher coachenden, lateralen und unterstützenden Führungsverständnis.

Landkarte schafft Orientierung

Um einen Überblick über erfolgreiche und übertragbare Umsetzungs- und Ausgestaltungsformen von „New Work“ in Unternehmen zu schaffen, führt das Fraunhofer IAO nun im Rahmen eines vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) geförderten Projekts eine Bestandsaufnahme durch. Mit insgesamt 20 Best Practices erstellt das Projektteam eine aktuelle Landkarte des „New Work“ in Deutschland und fasst die wesentlichen erfolgskritischen Umsetzungshinweise zusammen. Gleichzeitig sollen auf Basis der Praxisbeispiele bestmögliche Wege zu einer erfolgreichen Arbeitsgestaltung aufgezeigt werden.

Viele Wege führen zum Ziel

„Aus unserer Forschung und vor dem Hintergrund unserer Beratungserfahrungen wissen wir: Der Grundgedanke von New Work, welcher mit mehr Sinnstiftung, Freiheiten und Selbstbestimmung bei der Arbeit einhergeht, kann in der Praxis nur unter bestimmten Bedingungen erreicht werden“, erläutert Dr. Josephine Hofmann, Projektleiterin am Fraunhofer IAO. So unterscheiden sich die Wege und Erfolgsfaktoren der Unternehmen bei der Umsetzung und Ausgestaltung von Arbeit massiv, etwa im Ausmaß der Beteiligung der Mitarbeitenden, im Umfang der sozialpartnerschaftlichen Gestaltung und Regelungsdichte, in der Anwendung der Arbeitsformen auf verschiedene Belegschaftsgruppen oder in der Umfänglichkeit, mit der Mitarbeitende wie Führungskräfte darauf vorbereitet und begleitet werden. Das Projekt wird durch Zukunftsworkshops unter der Moderation der Universität der Künste Berlin ergänzt und durch die Webpräsenz der betrieblichen Lern- und Experimentierräume des BMAS begleitet.

Die Studie steht zum Download zur Verfügung unter: http://publica.fraunhofer.de/documents/N-543664.html

Skizze
Das Projekt „New Work” hat 18 Unternehmen begleitet. Die New-Work-Landkarte – hier eine schematische Darstellung auf der Website der „Experimentierräume” – zeigt, wie sie vorgehen.
 
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