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Straßen und Wege in schlechtem Zustand

Sicherheitsrisiko nimmt zu



Straßenschaden

Die zunehmende Verschlechterung des Straßenzustandes in Deutschland verringert immer mehr die Verkehrssicherheit. Nach Angaben des Deutschen Verkehrssicherheitsrates sind neben Innerorts- auch Außerortsstraßen häufig auch Geh- und Radwege sowie Brücken, Treppen und andere Verkehrsanlagen betroffen. In den letzten Jahren ist vielerorts die regelmäßige Erneuerung der Straßeninfrastruktur unterblieben. Der DVR ruft die verkehrspolitisch Verantwortlichen in Bund, Ländern und Kommunen auf, die finanziellen Mittel zum Erhalt und zum Sicherheitsausbau der Straßen anzuheben.

Straßenschaden

"Der sicherheitsbezogene Ausbau der Straßennetze entspricht nicht mehr den gestiegenen Anforderungen", erklärt Prof. Manfred Bandmann, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrates. Ein Großteil der Infrastruktur wurde in den 50er und 60er Jahren entwickelt. Die mittlere Lebensdauer der Fahrbahnbefestigung beträgt 20 bis 25 Jahre. Damit sei für viele Straßen das Ende der Nutzungsdauer erreicht. Gleiches gelte für die verkehrstechnische Straßenausstattung.

Hinzu komme der enorme Anstieg der Fahrleistungen aller Kraftfahrzeuge und die Anhebung der zulässigen Achslasten und des Gesamtgewichtes der Nutzfahrzeuge. Die Straßen seien in der Regel auf eine geringere Verkehrsbeanspruchung ausgelegt worden. Zudem sei die Investition im Landesstraßenbau in den vergangenen fünf Jahren um nahezu ein Viertel zurückgegangen. Die Ausgaben der Kommunen für den Straßenbau seien in der gleichen Zeit um rund 23 % gesunken. Auch für notwendige Erhaltungsarbeiten an den Bundesfernstraßen seien nicht genügend Gelder vorhanden. "Wenn Straßen nicht rechtzeitig in Stand gehalten werden, müssen sie nach einigen Jahren komplett erneuert werden", so Prof. Bandmann weiter. Das aber erhöhe die Gesamtkosten. Das im internationalen Vergleich hohe sicherheitstechnische Niveau deutscher Straßen müsse erhalten bleiben.





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