Technik

RemaTipTop-Tochter entwickelt Vulkanisierpresse für Brasilien

Hitze macht sie nicht heiß

Im Auftrag von RemaTipTop hat Vulctech eine Neuentwicklung der Vulkanisierpresse vom Typ Vulcpress IVE nach Brasilien geliefert. Das modulare Presssystem ist nicht nur an seinen tropischen Einsatzbereich angepasst, es setzt auch auf ein bislang einzigartiges Steuerungssystem, das selbst in großen Dimensionen stabile und einheitliche Verbindungsergebnisse garantiert.

Vulkanisierpressen, zum Verbinden von Gewebe- und Stahlseil-Fördergurten, bringen extreme Leistung unter härtesten Bedingungen und in oft unzugänglichen Bereichen. Die Rema-Tip-Top-Tochter Vulctech baut deshalb ihre seit 2015 erhältliche „Vulcpress IVE (Innovative Vulcanizing Equipment)“ so auf, dass sich die Presse kundenspezifisch modifizieren lässt. Auch das Modell, das Vulctech jetzt nach Brasilien geliefert hat, ist eine Spezialentwicklung.

Modular, flexibel und leistungsstark

Die Fördergurtenden, die verbunden werden sollen, werden zwischen Druckkissen und Heizplatte gepresst und aufgeheizt, sodass der Vulkanisationsprozess kontrolliert abläuft – Temperatur und Druck schaffen eine haltbare Verbindung aller Gummilagen. Die Druckkissen können je nach Anwendungsfall mit Luft oder Wasser-Glykol-Gemisch befüllt werden. Bei dem Modell, das jetzt nach Brasilien geliefert wurde, sorgt das Wasser-Glykol-Gemisch für den nötigen Druck. Die Isolierplatten in den Heizplatten der Presse, mit denen die Bänder aufgeheizt werden, bestehen jedoch nicht wie sonst üblich aus Schichtholz. Hier kam stattdessen glasfaserverstärkter Kunststoff zum Einsatz, der sich wesentlich besser für das tropische Klima des Anwendungsbereichs eignet. Durch ihren modularen Aufbau kann die Presse Fördergurte mit Breiten von 1,25 Metern bis zu 2,45 Metern vulkanisieren. Insgesamt besteht das System aus vielen Elementen. Für ein 2,45 Meter breites Förderband werden alle Elemente miteinander aufgebaut; wenn kleinere Gurte vulkanisiert werden sollen, lässt sich die Presse in zwei autark funktionierende Vulkanisierpressen aufteilen. Dabei kann die Vulcpress IVE in dieser Sonderversion mit einem Maximaldruck von 16 bar arbeiten.

Alles unter Kontrolle

Die Vulkanisierprogramme in der Presse laufen voll automatisiert ab. Andreas Knothe berichtet: „Nach dem Abkühlen der Presse kann das Wasser-Glykol-Gemisch aus den Druckkissen automatisch abgesaugt werden ohne mechanischen Aufwand (kein Abstecken und Tauschen der Druckschläuche). Dabei unterliegen alle Prozesse einem genauen Monitoring, das wir via WLAN-Visualisierung erlebbar gemacht haben.“ In Echtzeit behält der Anwender die wichtigsten Parameter wie Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit, Temperatur im Schaltschrank sowie natürlich Pressdruck und Vulkanisiertemperatur im Blick. Für eine lückenlose Dokumentation werden die Verlaufsdaten automatisch aufgezeichnet und können über einen USB-Port ausgegeben werden. So lässt sich auch nach Jahren noch nachvollziehen, wie ein spezieller Vulkanisationsprozess abgelaufen ist. Für Sicherheit im Prozess sorgt unter anderem das Vulctech-Safety-System. Es schützt die Heizelemente, indem es die Presse erst dann startet, wenn alle drei Phasen am Netz sind und die Netzspannung um nicht mehr als 10% über- oder unterschritten wird.

Weltpremiere

Bei allen hochwertigen Komponenten und perfekt abgestimmten Dimensionen ist es die Steuerung, die das Vulcpress-Modell für Brasilien so einzigartig macht – nicht nur wegen der Regelungs- und Sicherheitseinrichtungen, sondern vor allem wegen eines Master-Slave-Systems für die Heizplatten Ansteuerung, das weltweit noch nie zuvor in eine Vulkanisierpresse integriert wurde. Bei herkömmlichen Vulkanisierpressen werden die Heizplatten aller Schaltschränke nacheinander gestartet. Entsprechend heizen sie sich zeitversetzt auf. Im Extremfall heißt das: Während der Fördergurt in der Mitte noch aufgeheizt wird, kühlt er am Rand schon wieder ab. Das wirkt sich nachteilig auf die Vulkanisationsergebnisse aus. Bei der neuen Vulcpress IVE jedoch ist ein zentraler Master-Schaltschrank den so genannten Slave-Schaltschränken, die je vier Heizplatten der Vulkanisierpresse steuern, übergeordnet. Sie sorgt für perfektes Timing und eine präzise Abstimmung der Schaltschränke, so dass alle 36 verbauten Heizplatten gleichzeitig Temperatur aufbauen. Das Förderband wird über seine gesamte Breite gleichmäßig vulkanisiert – für eine Verbindung von dauerhafter Haltbarkeit.

Gurtpresse
Die Gurtpresse kann bedarfsgerecht angepasst werden.
 
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