Magazin

Rekultivierungspreis verliehen

Mit minimalen Eingriffen Großes erreichen

Den Rekultivierungspreis 2018 des Landes Mecklenburg-Vorpommern hat die GKM Güstrower Kies + Mörtel mit Sitz in Krakow am See erhalten. Landwirtschafts- und Umweltminister Dr. Till Backhaus übergab den Preis am 15. Oktober 2018 in Linstow.

Die GKM gewinnt seit 2006 auf Flächen der Oevermann Agrar GmbH an der A 19 bei Groß Bäbelin Kies mit einer besonderen Abbautechnologie, bei der die offene Tagebaufläche gering gehalten wird und abgebaute Flächen umgehend rekultiviert werden. „Dass dabei kein dauerhafter Entzug von Ackerflächen stattfindet, sondern diese vielmehr recht kurzfristig wieder hergestellt werden, gab den Ausschlag für diese Ehrung“, würdigte Minister Backhaus das Engagement des Baustoffunternehmens. Mit dieser Art der Wiedernutzbarmachung können Nutzungskonflikte zwischen Bergbau und Landwirtschaft deutlich reduziert werden. Gleichzeitig lobte der Minister die gute Zusammenarbeit zwischen dem Bergamt Stralsund und der Umweltverwaltung des Landes bei der nachhaltigen Rohstoffgewinnung.

25 Hektar hergerichtet

Innerhalb von nur fünf Jahren wurden 25 Hektar wieder zu landwirtschaftlicher Nutzfläche hergerichtet. Die spezielle Abbautechnologie trägt der besonderen Marktsituation in Mecklenburg-Vorpommern und den lagerstättengeologischen Verhältnissen Rechnung. Aufgrund des Anforderungsprofils der weiterverarbeitenden Betonindustrie, die etwa zu gleichen Teilen sandige und kiesige Gesteinskörnungen benötigt, und den geologisch verfügbaren Rohstoffqualitäten mit überwiegend nur kiesarmen Sanden, gibt es im Markt einen deutlichen Sandüberschuss. Aus diesem Grund werden die Sand- und Kiesfraktion voneinander getrennt und die Sande rückwärtig sofort wieder eingebaut. Die GKM hat dazu die Sieb- und Fördertechnik angepasst. Der Tagebau ist nur ein schmaler Grabenaufschluss mit minimaler Flächeninanspruchnahme. Durch die Abtrennung des Kiesanteils wird das ursprüngliche Geländerelief bei einer Rohstoffmächtigkeit von 10 Metern um etwa 2 bis 3 Meter tiefer gelegt. Auf das neue Geländerelief wird dann nur noch der Oberboden aufgetragen. Zur Gründüngung und Bodenverbesserung wurde auf den Flächen nach dem Oberbodenauftrag mit Phacelia eine sehr ertragreiche Bienentrachtpflanze ausgesät. In der Blütezeit konnten diverse (Wild-) Bienen beobachtet und dokumentiert werden.

Nach Einschätzung des Landwirtschaftsunternehmens sind die Flächen innerhalb weniger Jahre ackerbaulich wieder nutzbar und bringen schon nach kurzer Zeit wieder einen zufriedenstellenden Ertrag. Verbessert hat sich für den Landwirt die Bearbeitbarkeit des Bodens, da dieser nun steinfrei ist. Weiterhin zeigt der Boden in den wieder hergerichteten Flächen ein verbessertes Wasserrückhaltevermögen.

Mit dem Wiedereinbau der Sandfraktion wird auch den besonderen Anforderungen des Grundwasserschutzes des angrenzenden neu errichteten Wasserwerkes Rechnung getragen, indem weiterhin eine entsprechende Grundwasserüberdeckung gewährleistet wird.

Naturlandschaften in einem rekultivierten Steinbruch
Die schonende Abbautechnik des Unternehmens GKM ermöglicht eine schnelle Rekultivierung ausgeschöpfter Flächen. Zur Düngung mit natürlichen Nährstoffen wurde großflächig eine ertragreiche Blühpflanze ausgesät, die auch viele Bienen anlockt.
 
Weitere Informationen