Technik

Gurtstahlzellenförderer von Beumer in der Türkei

Zuverlässig in heißen Phasen

In Zementwerken müssen Heißgüter wie Klinker sicher und wirtschaftlich vom Ofenkühler zu den Silos transportiert werden. Dabei kann das Material unter Umständen extrem hohe Temperaturen von 500 bis 800 Grad Celsius aufweisen. Um einen zuverlässigen Betrieb sicherzustellen, ist eine robuste Förderanlage gefragt. Eine besondere Variante ist der Gurtstahlzellenförderer (GSZF): Im Vergleich zum Zugorgan Kette ermöglicht der Gurt unter anderem eine höhere Geschwindigkeit und damit bei gleicher Leistung eine schmalere Bauweise. Somit eignet sich der GSZF für Modernisierungen – das zeigt das Beispiel beim türkischen Zementhersteller Göltas Cimento.

Göltas Cimento hat seinen Sitz in der Nähe von Isparta, rund 130 Kilometer nördlich von Antalya. Auf Grund des Baubooms in der Türkei und der damit gestiegenen Nachfrage nach Zement entschied sich der Hersteller, seinen Ofen zu modernisieren und die Leistung zu steigern.

Damit musste auch die Leistung der Fördertechnik, ein Kettenstahlzellenförderer, der den Klinker vom Ofenkühler zum Silo transportiert, von 250 auf 400 Tonnen in der Stunde erhöht werden. Dazu kommt: Um wirtschaftlich zu produzieren, setzt Göltas Cimento seit einigen Jahren verstärkt auf alternative Brennstoffe. So nahm auch der Feinanteil des Aufgabematerials kontinuierlich zu. Da mit dem bestehenden Förderer bereits sehr viel Material transportiert wurde, war das eine extrem schmutzige Angelegenheit für den Betreiber. Ständig musste Personal für Reinigungsarbeiten abgestellt werden.

Um eine effiziente Lösung zu finden und um einen passenden Partner an der Seite zu haben, wandte sich Göltas Cimento an Beumer. Die beiden Unternehmen arbeiten schon seit 1996 zusammen. Beumer lieferte im Laufe der Jahre zwei Klinkertransporte – und vier Gurtbecherwerke. Mitte 2015 begann die Projektphase, die Vergabe erfolgte Anfang 2016 und im darauffolgenden Herbst die Montage und Inbetriebnahme.

Modernisieren ohne aufwendige Umbaumaßnahmen „Mit einem leistungsstärkeren Kettenstahlzellenförderer hätten wir die bestehende Anlage inklusive der Gewerke und des Betontunnels komplett abreißen müssen“, sagt André Tissen, Vertriebsleiter Customer Service, der mit seinem Team für dieses Projekt verantwortlich war. „Nicht so mit der Gurtausführung. Weil diese die doppelte Fördergeschwindigkeit erreicht, konnten die Ingenieure die Anlage bei gesteigerter Leistung mit identischer Breite auslegen. Sowohl die Bandbrücke und die freitragende Stahlkonstruktion als auch die Betonfundamente konnte der Betreiber beibehalten. Damit hat Göltas Cimento nicht nur Kosten gespart, die Anlage war auch sehr schnell im Einsatz. „Das Silo hat eine Höhe von etwa 50 Metern. Um die Steigung von gut 40 Grad zu realisieren, haben wir einen Kastenzellenförderer installiert“, erklärt Tissen. Dieser ermöglicht nun auch trotz des erhöhten Feinanteils eine saubere Arbeitsweise, bei der kaum noch Material die Umgebung verschmutzt. Für die Montagearbeiten stellte Beumer nur den Supervisor, die Installationen selbst übernahm das Kundenpersonal. „Die Zusammenarbeit lief vorbildlich“, resümiert Tissen. „Schwierig wurde die Montage lediglich in dem sehr engen Betontunnel, in dem sich der Förderer befindet. Wir hatten die Montage jedoch sehr gut vorbereitet. Damit konnten wir den festgelegten zeitlichen Rahmen sicher einhalten.“

Gurtstahlzellenförderer
Beumer lieferte einen Gurtstahlzellenförderer an den türkischen Zementhersteller Göltas Cimento.
 
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