Ende einer Ära

Helmut Ehnes

Liebe Leserinnen und Leser,

dieses Editorial ist ein besonderes: Es ist das letzte in der STEINE+ERDEN, mit dem ich mich an Sie wende. 133 Jahre nach dem ersten Erscheinen der damaligen „Monatsschrift für die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft“ am 15. Juli 1886 halten Sie heute die letzte Ausgabe in Ihren Händen, weil die STEINE+ERDEN ihr Erscheinen zum Jahresende einstellt. Was sind die Gründe für diesen schmerzlichen Schritt? Die Antworten auf diese Frage finden Sie in unserer Retrospektive ab Seite 6.

Mit diesem Schritt geht auch ein Stück Zeitgeschichte zu Ende, denn die STEINE+ERDEN und all ihre Vorläufertitel haben zweifellos die wechselvolle Geschichte Deutschlands, der Sozialversicherung und insbesondere der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft sowie der Steine- und Erdenindustrie dokumentiert und fachjournalistisch begleitet. Die STEINE+ERDEN war auch immer eine Geschichte des Kümmerns und der Sorge um die Menschen, denn das Thema der Unfallverhütung oder Prävention, wie wir heute sagen, hat den redaktionellen Inhalt von Anfang an maßgeblich bestimmt.

Heute ziehen wir mit einem weinenden Auge einen Schlussstrich – denn kaum eine Fachzeitschrift in Deutschland kann auf eine so lange Tradition zurückblicken wie unsere STEINE+ERDEN. Darum schicken wir sie nicht sang- und klanglos in den Ruhestand, sondern wollen gemeinsam mit Ihnen noch einmal zurückblicken auf die Entwicklung der Unfallversicherung und der Unfallverhütung. Es waren bewegte Zeiten.

Auch wenn immer noch zu viele unserer Versicherten in den Baustoffbetrieben von Arbeitsunfällen oder Berufskrankheiten betroffen sind und wir vom Ziel der VISION ZERO, einer Welt, in der jeder nach getaner Arbeit sicher und gesund nach Hause zurückkehrt, noch zu weit entfernt sind, so dürfen wir doch auf das, was wir erreicht haben, ein wenig stolz sein. Denn gegenüber 1886, dem Jahr unserer Erstausgabe, haben sich die Arbeitsbedingungen fundamental verbessert. Die STEINE+ERDEN und die Unternehmer, Führungskräfte und die Beschäftigten in den Betrieben haben daran mitgewirkt und in 130 Jahren Spuren hinterlassen, von denen auch folgende Generationen profitieren werden.

Herausgeber und Redaktion danken heute allen Partnern, den Autoren, den Herstellern, den Zulieferern und dem Verlag für die stets offene und konstruktive Zusammenarbeit. Wir verabschieden uns vor allem von den Leserinnen und Lesern, danken für die vielen positiven Rückmeldungen und die lange Treue und wünschen Ihnen allen eine unfallfreie, gesunde Zukunft.

Herzlichst Ihr
Helmut Ehnes