Retrospektive

Retrospektive seit 1886

15. Juli 1886: Wie alles begann

Nachdem am 6. Juli 1884 das Unfallversicherungsgesetz erlassen worden ist, entsteht auf dieser Basis die StBG am 21. Mai 1885, erhält die Ordnungsnummer 2 und wird in zehn regionale Sektionen eingeteilt. Zum ersten Mal erscheint die „Monatsschrift für die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft“ am 15. Juli 1886 in Berlin – erst viel später wird sie in STEINE+ERDEN umbenannt. Inhalte der ersten Ausgabe: ein Bericht über die erste öffentliche Sitzung des Reichsversicherungsamtes, einen Bericht über die zweite ordentliche Genossenschaftsversammlung, den Geschäftsbericht des Vorstandes, die Unfall-Chronik für den Mai 1886 sowie amtliche Nachrichten und Mitteilungen, z.B. den Gefahrtarif der StBG. Bereits von Anfang an war es möglich, in der Monatsschrift Inserate zu platzieren – für 40 Pfennige. Die erste Unfallverhütungsvorschrift erscheint am 15. Februar 1887 und dient dem Zweck, für Steinbrüche und Gräbereien Maßnahmen festzulegen, durch die „der Versicherte bei seiner Tätigkeit zu einem Verhalten bewegt werden kann, das beiträgt, Unfälle zu vermeiden.“

1900 – 1913: Ausbau der Unfallversicherung und Kaiserzeit

Das deutsche Kaiserreich am Beginn des neuen Jahrhunderts ist geprägt durch Modernisierungsdrang und Weltmachtsfantasien einerseits und soziale Zerrissenheit andererseits. Am 1. Oktober 1900 tritt das Gewerbe-Unfallversicherungsgesetz in Kraft, das eine Ausdehnung der gesetzlichen Unfallversicherung auf weitere Betriebsarten bringt. Gleichzeitig werden mit dieser Neuregelung die Berufsgenossenschaften verpflichtet, „technische Aufsichtsbeamte“, die heutigen Aufsichtspersonen, zu beschäftigen, um die Betriebe zu überwachen und zu beraten. In diesem Zeitraum werden auch neue „Besondere Unfall-Verhütungsvorschriften“ erlassen, z.B. für die Sprengarbeit, für Transportbahnen und für unterirdische Betriebe. Am 14. Januar 1903 erfolgt der Umzug in das neue „Centralbüro“ – heute würden wir es Hauptverwaltung nennen – in der Bleibtreustraße 14, Berlin. Nachdem zuvor das Telefon einer Gaststätte mitbenutzt wurde, besitzt man in den neuen Räumen endlich einen eigenen Fernsprechanschluss. Seit April 1906 gibt es als Beilage zur Monatsschrift die sogenannten „Sicherheitsvorkehrungen“, in denen die Technischen Aufsichtsbeamten zweckdienliche Konstruktionen bewährter Schutzvorrichtungen veröffentlichen. Bemerkenswert aktuell: Zu dieser Zeit werden bereits die ersten Unfall-Verhütungsvorschriften mehrsprachig veröffentlicht, weil immer mehr italienische Arbeiter in den Betrieben beschäftigt werden. Im Jahr 1910 feiert die Steinbruchs-Berufsgenossenschaft den 25. Jahrestag ihrer Gründung. Seither waren 166.259 Unfälle zur Anmeldung gelangt, 40.913 wurden entschädigt, 5.292 endeten tödlich.

Foto einer historischen Ausgabe
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1913 – 1923: Kriegszeit, Umbruch, Aufbruch

Die bisherige „Monatsschrift“ erscheint nun alle zwei Wochen unter dem neuen Titel „Zeitschrift der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft“. Man möchte „mit der Zeit vorwärts schreiten“, auch gestalterisch. Veröffentlicht werden Ausschreibungen mit Vergabedaten deutscher Behörden – Unfallverhütung und wirtschaftliches Handeln sind bereits eng verknüpft. Auch der Gesundheitsschutz ist jetzt Thema, es erscheinen Berichte etwa über Entstaubungsanlagen. Die Auflage beträgt bereits 8.600 Exemplare.

In die Unfallverhütung hält der „Kinematograph“ Einzug. Man ist der Auffassung, dass die neue Technik „ein nicht mehr zu missender Faktor für die Volksbildung“ sei. Dann bricht der Erste Weltkrieg aus, die Zeitschrift wird auf Eis gelegt. Die Entgelt-Summen der angeschlossenen Unternehmen halbieren sich um mehr als die Hälfte. Sämtliche Sprengmittel sind für Kriegszwecke beschlagnahmt.

1924 – 1932: Goldene Zwanziger und Neuerungen in der Unfallversicherung

Zwischen den Kriegen weht zunächst ein frischer Wind durch die Unfallverhütung. Im Oktober 1920 findet in Göschwitz an der Saale der erste Schießmeisterkurs statt – heute würden wir sagen „Seminar für Sprengberechtigte“. Die Selbstverwaltung wird bis 1923 weiter ausgebaut. Ab 1924 werden die Unfallrenten nach Einführung der Rentenmark wieder monatlich gezahlt. Insgesamt hat die Sozialversicherung – entgegen aller äußeren Kritik – die kriegsbedingten Erschütterungen gut überstanden. 1925 werden erstmals Berufskrankheiten und Wegeunfälle den Arbeitsunfällen gleichgestellt, aber erst 1929 gelangt die schwere Staublungenerkrankung auf die Liste der zu entschädigenden Erkrankungen. Die Zeitschrift erscheint inzwischen wieder zweimal monatlich, wenn auch mit verändertem Inhalt. Aufgrund fortschreitender Motorisierung berichtet das Blatt etwa von der Leipziger Frühjahrsmesse, die Maschinen aller Art, Bagger, Lokomotiven und Feldbahnen zeigt. Die Unfallzahlen bleiben hoch, weil die Unternehmer wirtschaftlich nicht in der Lage sind, alte Anlagen durch neue zu ersetzen. Von 1926 bis 1931 ereigneten sich allein 1.250 tödliche Unfälle. In der Weltwirtschaftskrise halbiert sich die Zahl der Vollarbeiter von über 310.000 auf 157.000. Politische Radikalisierung nimmt zu.

Foto einer historischen Ausgabe

1933 – 1945: Arbeitsschlacht und Unfallverhütung

Es herrschen wirtschaftlich schwierige Zeiten – viele fordern eine strukturelle Veränderung. So wird beispielsweise für die StBG geprüft, ob nicht einige der zehn Sektionen zusammengelegt werden können. Per Anzeige in der Zeitschrift suchen die Mecklenburgischen Granitwerke einen Betriebsleiter mit „durchaus nationaler Einstellung“ – Vorboten der neuen Zeit. Große Hoffnungen setzt die Steine-Erden-Industrie auf die neue Reichsbahn und die Reichsautobahnen: Man verspricht sich enormen Bedarf an Zement, Splitt, Sand und Kies für diese Projekte. Ende 1933 wird bekanntgegeben, dass die Haushaltspläne nicht mehr von den Sektionsversammlungen festzusetzen sind: Das Führerprinzip hält Einzug in der Sozialversicherung, die Selbstverwaltung wird de facto abgeschafft. Die Zahl der Unfälle steigt erneut an, weil in den Arbeitsbeschaffungsprogrammen viele ungeübte Arbeiter tätig sind. Auch berichtet das Heft über „amerikanische Verhältnisse“ bei der Erschließung des Nienhagener Erdölgebietes in der südlichen Lüneburger Heide: Eine unvorhersehbare Vermehrung der Unfälle sei nämlich auf die Ausdehnung der Arbeitszeit über die ganze Nacht zurückzuführen.

Am 1. Oktober 1935 begeht die StBG ihr 50-jähriges Bestehen. Mitte 1936 tritt eine neue Verordnung in Kraft, die viele Verbesserungen für die Rehabilitation von Unfallverletzten einführt – der noch heute geltende Grundsatz „mit allen geeigneten Mitteln“ hält Einzug in die Unfallversicherung. Auch Arbeiterinnen werden zunehmend angesprochen, etwa in einem Appell auf einer Titelseite von 1938: „Frauen und Mädchen! Weigert euch nicht, Schutzbrillen und zweckmäßige Kleidung im Betrieb zu tragen, auch wenn sie euch entstellen. Eure Schönheit kommt nach der Arbeit umso besser zur Geltung!“

Die Zeitschrift wird jedoch mehr und mehr zu einem reinen Verkündungsorgan. Seit Anfang 1938 trägt sie den Titel: „Mitteilungsblatt der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft“. Unfälle durch den wachsenden Straßenverkehr nehmen drastisch zu: Seit 1936 werden rund 8.000 Tote und 250.000 Verletzte jährlich auf Deutschlands Straßen verzeichnet. Mit dem Beginn des Krieges 1939 kommt ein neues Unfallrisiko auf: die nächtliche Verdunkelung von Häusern und Straßen zum Schutz vor Bombenangriffen. 1940 doch noch etwas Positives: In Zusammenarbeit mit der Firma Otterbeck aus Mülheim hat der technische Aufsichtsbeamte Bellinghausen der StBG den ersten Unfallverhütungsschuh für Steinbruchsbeschäftigte entwickelt. Aus kriegswirtschaftlichen Gründen (Papiermangel) erscheint das Mitteilungsblatt ab 1941 nur noch einmal monatlich mit vier Seiten Umfang. Am 30. April 1945 wird das Verwaltungsgebäude der StBG in Berlin durch Bomben zerstört. Die StBG liegt wie ganz Deutschland in Trümmern.

1945 – 1960: Aufbruch nach dem Zusammenbruch

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs stehen schwierige Jahre bevor. Während die bislang als vorbildlich geltende deutsche Sozialversicherung in der sowjetischen Besatzungszone aufgelöst und durch einen Einheitsträger ersetzt wird, sieht man in den westlichen Zonen von derart drastischen Maßnahmen ab. Nur die nötigsten Arbeiten können an den provisorischen Standorten erledigt werden. Eine weitere Hürde ist die Einführung der Deutschen Mark, die auch die Sozialleistungsträger verpflichtet, Leistungen ab Juli 1948 in DM auszuzahlen.

Im Jahr 1949 folgt die Gründung der Bundesrepublik Deutschland. Bis das Grundgesetz hinsichtlich der Sozialversicherung mit Leben gefüllt wird, dauert es allerdings noch: Das Bundessozialgericht nimmt am 1. Januar 1954 seine Arbeit auf, das Bundesversicherungsamt seine Aufsichtstätigkeit erst am 15. Februar 1957; die erste Vertreterversammlung der StBG tritt am 20. Mai 1953 zusammen, nachdem die ehrenamtliche Selbstverwaltung wiederhergestellt worden ist. Die Zeitschrift der StBG erscheint nach dem Zusammenbruch erstmalig im Juli 1949 wieder, als 6-seitiges Mitteilungsblatt. Zum Mai 1950 erhält es einen neuen Titel: „Die Industrie der Steine und Erden“ erscheint zunächst zweimonatlich mit grünem Umschlag. Das Unfallrisiko bleibt mit 15 erstmals zu entschädigenden Unfällen je 1.000 Vollarbeiter hoch. 1952 werden die Tauglichkeitsuntersuchungen wieder aufgenommen, damit nur geeignete Arbeiter in staubgefährliche Tätigkeiten kommen. Die Zeit des Wirtschaftswunders bringt auch für die Steine-Erden-Industrie Wachstum, Investitionen und technische Modernisierungen. Die Titelbilder der Zeitschrift zeigen fast ausschließlich moderne Betriebseinrichtungen und nachahmenswerte Lösungen. Mehr als zehn Jahre lang gewährt die StBG ihren Mitgliedern unverzinsliche Darlehn für 50 Prozent der Investitionen in neue Staubabsauganlagen. Zugleich beginnt die StBG, Staubuntersuchungen für die Betriebe zu organisieren. Im Jahr 1958 verändert „Die Industrie der Steine und Erden“ ihr äußeres Erscheinungsbild erneut. Das neue Gewand ist weiß, oben und unten grüngrau gebändert, sodass die Titelbilder klarer hervortreten. Bis 1974 bleibt dieses Erscheinungsbild unverändert. Im Jahr 1960 feiert die StBG ihr 75-jähriges Bestehen. Zu dieser Zeit macht sich – wie heute – ein Fachkräftemangel bemerkbar. Zeitweilig ist jeder zehnte Versicherte der StBG ein Ausländer, (damals „Gastarbeiter“ genannt), weil der Arbeitsmarkt leergefegt ist. Inhaltlich werden die Themen publikumsnäher, um sich in der Zeitschriftenflut abzuheben: So spielt etwa die Headline „Unfälle am laufenden Band“ eines Beitrags über schwere Förderbandunfälle auf eine bekannte TV-Quizsendung an.

Foto einer historischen Ausgabe
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1961 – 1989: Soziale Marktwirtschaft und Vollbeschäftigung

Die nächsten Jahrzehnte stehen zunächst unter dem Zeichen der Vollbeschäftigung. 17 Technische Aufsichtsbeamte betreuen ihre Aufsichtsbezirke und bilden die verschiedensten Zielgruppen aus. Aufgrund günstiger Auftragslage sind in der Steine-Erden-Industrie überdurchschnittlich viele ausländische Arbeitnehmer beschäftigt. Das Berufskrankheiten-Recht wird durch vielfältige weitere Gesetzgebung verbessert. Die „Steine und Erden“ hat für einige Jahre einen erweiterten inhaltlichen Schwerpunkt, u.a. mit Beiträgen zu neuen Technologien und zur Unfallverhütung. Ein Meilenstein der Prävention in Deutschland ist zweifellos das Inkrafttreten des Gesetzes über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit zum 1. Dezember 1974. Es bildet noch heute die Basis für die entsprechende Unfallverhütungsvorschrift und löst derzeit wieder Debatten über die zeitgemäßen Wege aus. Völlig unvorbereitet trifft im Herbst 1973 die Ölkrise die deutsche Wirtschaft; die Zahl der Konkurse erreicht 1974 einen Höchststand. Auch die Steine-Erden-Industrie wird einer Schrumpfkur unterzogen – bis durch die deutsche Wiedervereinigung ein neuer konjunktureller Aufschwung entsteht.

Foto einer historischen Ausgabe
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1989 – 2009: Die ersten Jahre in Einheit

Nach dem 3. Oktober 1990 ist alles anders. Die deutsche Einheit beendet den vier Jahrzehnte währenden Zustand der deutschen Teilung – und wirkt sich auch massiv auf die Unfallversicherung aus. Schon bald wird deutlich, dass sich die bestehenden Träger auf die neuen Bundesländer erstrecken, also ihr Zuständigkeitsgebiet erweitern. Es herrscht eine Art Goldgräberstimmung. Für die StBG bedeutet dies, zwei neue Sektionen in Berlin und in Dresden einzurichten, um vor Ort bei den neuen Mitgliedern präsent zu sein. Der Beratungsbedarf der neuen Mitglieder ist hoch, viele Menschen müssen qualifiziert, geschult und beraten werden.

Dabei ist es stets das Ziel, nicht alles Westliche dem Osten überzustülpen, sondern die eigenen Erfahrungen der neuen Kollegen für die gemeinsame Prävention zu nutzen. So stammt etwa die erste Leitende Arbeitsmedizinerin bei der StBG, Dr. Sigrid Schmidt, aus den neuen Bundesländern. Ein neuer Ansatz zur besseren Umsetzung des ASiG wird in den neuen Bundesländern erfolgreich entwickelt, erprobt und eingeführt. Heute ist das als „Modell Berlin“ begonnene Projekt längst unter dem Begriff „Unternehmer-Modell“ bzw. „Alternative ASiG-Betreuung“ nicht nur bei den Berufsgenossenschaften, sondern bei allen Unfallversicherungsträgern zum Standard geworden. Im Rahmen des Projekts werden auch zukunftsweisende Untersuchungstechnologien eingesetzt, z.B. das erste digitale Röntgenmobil Deutschlands und zwei Audiomobile.

Die Periode ab 1990 ist eine ausgesprochen kreative Zeit, in der Selbstverwaltung, Geschäftsführung und Präventionsleitung viele innovative Wege mit großem Erfolg beschreiten – Sternstunden für die Unfallversicherung, in der durch das harmonische Zusammenspiel zwischen den Sozialpartnern und den hauptamtlichen Mitarbeitern der BG das „angestaubte“ Image der Unfallverhütung kräftig aufpoliert werden kann. Viele der Neuerungen werden zu Vorreitern für die Definition der zehn Präventionsleistungen. Andere Unfallversicherungsträger greifen sie auf, so z.B. den Förderpreis Arbeit-Sicherheit-Gesundheit, das Gütesiegel „Sicher mit System“, die Herausgabe einer neuartigen Publikumszeitung für die Versicherten und die Einführung des Prämiensystems „Wer mehr tut, wird belohnt“.

Foto einer historischen Ausgabe
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2010 – 2019: Die neue Zeit in der BG RCI

Mit dem Jahr 2010 kommen interessante Entwicklungen auf die StBG zu, die auch die Zeitschrift STEINE+ERDEN betreffen. Man könnte sogar von einer Zeitenwende sprechen. Die Unfallzahlen zeigen erneut eine erfreuliche Entwicklung: So ist die Zahl der 2009 angezeigten Arbeitsunfälle auf nur noch 11.251 zurückgegangen. Das entspricht immerhin einem Rückgang um 9,1 Prozent! Auch die Rentenfälle sind um 6,9 Prozent gesunken. Dieser höchst erfreuliche Trend hält damit bereits seit mehr als zehn Jahren an und ist den verstärkten Anstrengungen der Unternehmen für wirksame Prävention zu verdanken.

Deutschland und Europa stöhnen derweil unter einer Wirtschafts- und Finanzkrise. Es gibt erste Anzeichen für einen Aufschwung, der aus Fernost kommen soll. Welche Wirkung die Maßnahmen der Bundesregierung zeigen, ist aber noch nicht klar abzusehen. Einerseits scheinen die Konjunkturprogramme zu greifen – besonders in der Binnenkonjunktur. Andererseits sind Steuersenkungen geplant, die offensichtlich keiner will und zu mehr Schulden führen.

Das Großereignis des Jahres 2010 für die Branche – und damit auch für die STEINE+ERDEN – ist einmal mehr die Baumaschinenmesse Bauma. Man erhofft sich positive Signale für den Bergbau sowie die Bau- und Baustoffindustrie und so etwas wie Aufbruchstimmung. Die Zahl der Aussteller jedenfalls erreicht mit mehr als 3.000 einen Rekordwert, die Ausstellungsfläche wächst auf 555.000 Quadratmeter.

Eine weitere Zeitenwende markiert der Jahreswechsel für die gute alte StBG. Nach fast 125 Jahren endet ihre Geschichte am 31. Dezember 2009. Die Vertreterversammlung tagt zum letzten Mal am 18. November und zieht eine positive Bilanz. Inzwischen hat die neue Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie (BG RCI) ihre Arbeit mit den konstituierenden Sitzungen des neuen Vorstands und der neuen Vertreterversammlung am 20. Januar 2010 in Heidelberg aufgenommen.

Die BG RCI wird die Arbeit der sechs Fusions-BG‘en weiterführen. Synergien und verbesserte Dienstleistungen durch den Zusammenschluss heißen die Gebote der Stunde.

Die neue zukunftsweisende, gemeinsame Präventionsstrategie „VISION ZERO. Null Unfälle – gesund arbeiten!“ wird durch Beschluss des Vorstands im Jahr 2014 ins Leben gerufen und läutet eine neue Ära der Präventionskultur ein.

Engerer Schulterschluss mit Lesern und Technik-Herstellern

Die Fachzeitschrift „STEINE+ERDEN“ ist damit nicht mehr das offizielle Mitteilungsblatt der neuen BG RCI. Sie wird aber auf Wunsch der Selbstverwaltungsgremien der Branche Baustoffe–Steine–Erden als Fachzeitschrift für Technik, Unternehmensführung und Arbeitsschutz in der Roh- und Baustoffindustrie weitergeführt.

Der redaktionelle Spielraum wächst dadurch. Er wird genutzt, um die Kommunikation zwischen Betreibern, Maschinenherstellern, Zulieferern und Unfallversicherung weiter zu stärken. Ziel ist es, Themen aus den Segmenten „wirtschaftliche und effiziente Gewinnungs- und Produktionstechnik“, „erfolgreiche Unternehmensorganisation“ sowie „Führung und Motivation von Mitarbeitern“ und „zeitgemäße Lösungen im Arbeits- und Gesundheitsschutz“ zu vernetzen, um Unternehmern, Führungskräften und Personalverantwortlichen, aber auch Belegschaftsvertretern, Fachkräften für Arbeitssicherheit und Betriebsärzten die neuesten Lösungen und die besten Konzepte anzubieten.

Mit dieser Ausrichtung gibt unser Magazin STEINE+ERDEN der Prävention noch einmal zehn Jahre lang starke Impulse. Bis 2019, dem Jahr des Abschieds am Ende einer langen, bewegten und erfolgreichen Geschichte.

Helmut Ehnes, Markus Hofmann
Redaktion STEINE+ERDEN

Foto einer historischen Ausgabe
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