Technik

Sandvik-Technik im Kaliwerk

Allesschneider und Vielschlucker

Mit einer Jahresförderung von zwölf Millionen Tonnen Rohsalz über einem einzigen Schacht ist die K+S KALI Zielitz eines der effizientesten Kaliwerke der Welt. Aus dem wertvollen Rohstoff werden hier jedes Jahr zwei Millionen Tonnen Düngemittel, Speisesalze und Industriesalze für Abnehmer in allen Teilen der Welt hergestellt. Für das mechanische Schneidverfahren kommen Maschinen von Sandvik zum Einsatz.

Der Standort Zielitz ist mit einer Untertagefläche in der Größe der Stadt Magdeburg nicht nur eines der größten und modernsten Kaliwerke Deutschlands, sondern auch das jüngste. Die Förderung begann hier 1973. Die Lagerstätte zählt aufgrund ihrer Mächtigkeit und ihres hohen Kaliumchloridgehalts zu den wertvollsten Kalisalzlagerstätten in Deutschland. Sie erstreckt sich in 1.200 Metern Tiefe von einem Gebiet westlich der Elbe bis Wolfsburg.

Einführung der schneidenden Gewinnung

Für eine Fördermenge von zwölf Millionen Tonnen Rohsalz pro Jahr benötigt das Kaliwerk rund 1.800 Mitarbeiter und einen zuverlässigen Maschinenpark. 2011 leitete Zielitz eine Partnerschaft mit Sandvik ein, um mechanische Schneidverfahren einzuführen, die einen schnellen Streckenvortrieb und damit schnelleren Zugang zu neuen Bereichen der Lagerstätte ermöglichen würden als die bisher verwendete Bohr- und Sprengmethode. „Seit Projektbeginn 2011 haben wir nachgewiesen, dass wir bis heute die Auffahrungsleistungen in der Aus- und Vorrichtung steigern konnten, was ein wesentlicher Anteil ist für die Absicherung der Produktion für die nächsten Jahre“, sagt Holger Kohlhauser, Leiter der Aus- und Vorrichtung. „Wir haben diese Variante deshalb gewählt, da wir uns hinsichtlich der Schnelligkeit etwas versprochen haben. Wir wollten möglichst schnell ins Bergwerksfeld Zielitz 2 hineinfahren, um entsprechende Vorratsflächen zu generieren.“ Zielitz investierte in einen Sandvik MB770 Continuous Miner und eine Sandvik MT520 Teilschnittmaschine sowie in vier Sandvik TH540 Muldenkipper für den Transport des abgebauten Salzes zu den Förderbändern.

Mehr Erträge durch autonomes Schneiden

„Diese pure Kraft ist faszinierend“, sagt Michael Kiesler, einer der Bediener der Sandvik MT520 und verantwortlich für die Streckenauffahrung über die Teilschnittmaschine. „Und ich würde sagen, das Vibrieren der Maschine ist ruhiger geworden durch den autonomen Schnitt. Früher konnten wir nur drei Meter pro Schicht schneiden mit einem Truck. Heute schaffen wir bis zu 4,2 Meter pro Schicht mit einem und 5,6 Meter mit zwei Trucks.“ Die automatische Schneidfunktion des Sandvik MT520 und Sandvik MB770 hat sich als Vorteil erwiesen, insbesondere bei Schichtwechsel. Wenn der Bediener die Teilschnittmaschine oder den Continuous Miner verlässt, positioniert ein Truckfahrer einen Sandvik TH540 unter dem Förderer der Maschine. Die Schneidmaschine stoppt automatisch, wenn der Truck voll beladen ist. „Der Vorteil des unbemannten Schneidens ist, dass wir mehr Schneidzeit generieren“, sagt Kohlhauser. „Im letzten Jahr hat die Maschine fast 90 Meter im mannlosen Betrieb geschnitten. Diese 90 Meter haben wir also zusätzlich in die Kasse bekommen.“

Interaktive Schulung der Bediener am Simulator

K+S und Sandvik entwickelten 2015 gemeinsam ein interaktives Schulungskonzept für mechanische Schneidmaschinen. Sandvik setzte das Konzept in einem Simulator um, der Maschinenbediener unter realistischen Bedingungen auf konkrete Untertage-Anwendungen vorbereitet. Mit einer 3D-Animation eines Sandvik MB770 Continuous Miner, kombiniert mit Fotografien der Maschine, erhalten sie die Möglichkeit, Risiken zu identifizieren und die Funktion von Sicherheitsvorrichtungen besser zu verstehen. „Wir versuchen, Mitarbeitern komplexe Zusammenhänge über ein sicherheitsgerechtes Verhalten an einer Maschine in verständlicher Weise zu vermitteln“, meint Kohlhauser. „Vermitteln, Lernen und Überprüfen – das sind die drei Bausteine für dieses interaktive Schulungstool.“

Fahrlader erobert deutschen Markt

Neben der Teilschnittmaschine, dem Continuous Miner und den Muldenkippern von Sandvik hat Zielitz auch eine Flotte von Sandvik LH621 Ladern zur Verfügung, die dem Fördersystem des Kaliwerks bei jeder Fahrt 21 Tonnen Rohsalz zuführen. Von den rund 300 Sandvik LH621 Ladern, die weltweit im Einsatz sind, arbeiten fast zehn Prozent in deutschen und nordamerikanischen Salz- und Kalibergwerken. „2011 haben wir hier mit einem Lader angefangen“, erinnert sich Kohlhauser. „Aktuell haben wir zehn im Bestand, und bis Ende des Jahres werden wir elf Lader von Sandvik betreiben. Das sagt einiges über die Leistung des Laders aus.“

Gutes Fahrgefühl

„Er lässt sich gut fahren“, sagt Dirk Güldenpfennig, Bediener der Maschine, „und er hat Kraft. Die Motorleistung, die auf die Arbeitshydraulik abgestimmt ist, die Kraftübertragung, die Fahreigenschaften und wie alles zusammenspielt, machen das Arbeiten effizienter. Auf den unebenen Gefällestrecken hier macht das schon viel aus.“

Teilschnittmaschine
Um die Produktivität im neuen Abbaugebiet Zielitz 2 zu sichern, investierte K+S in eine Sandvik MT520 Teilschnittmaschine
Fahrlader
Neben der Teilschnittmaschine, dem Continuous Miner und den Muldenkippern setzt Zielitz auch auf eine Flotte von zehn Sandvik LH621 Fahrladern.
Continuous Miner
Ein Sandvik MB770 Continuous Miner an der Ortsbrust.
 
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