www.steine-und-erden.net > 1998 > Ausgabe 6/98 > Erster Spatenstich für die Berufsgenossenschaftliche Akademie in Dresden

[Die Industrie der Steine + Erden]




Erster Spatenstich für die Berufsgenossenschaftliche Akademie in Dresden

Jährlich werden mehr als 10.000 Schulungsteilnehmer erwartet

Dresden wird ein neuer Schwerpunkt der Ausbildung und Forschung für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. Am 23. September 1998 erfolgte jetzt der erste Spatenstich zur Errichtung der Berufsgenossenschaftlichen Akademie für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz (BGA) in Dresden. Nach den Planungen soll die neue Akademie den Bedarf der Berufsgenossenschaften an Beratung, Koordinierung und Durchführung praxisorientierter wissenschaftlicher Forschung decken sowie Aus-, Fort- und Weiterbildung auf hohem fachlichen und wissenschaftlichen Niveau sicherstellen.

Rede

In einer kurzen Ansprache erläuterte der Vorstandsvorsitzende des HVBG, Klaus Hinne (Abb.), die Gründe für den Bau der Akademie und die Wahl des Standortes. "Bisher fehlte eine gemeinsame Einrichtung, um die Mitarbeiter der Berufsgenossenschaften in der Prävention durch qualifizierte Schulungen in die Lage zu versetzen, den 1996 auf arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren erweiterten Präventionsauftrag zu erfüllen. Diese Lücke schließen wir hier in Dresden mit der Akademie für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz", erklärte er. Zur Gewährleistung einer ausgewogenen Verteilung von Institutionen auf alle Länder Deutschlands hätte die Unabhängige Föderalismus-Kommission 1992 unter anderem beschlossen, eine bundesweit tätige Einrichtung der Berufsgenossenschaften in den neuen Bundesländern anzusiedeln. Seit 1993 entwickelte der HVBG im Auftrag und gemeinsam mit den Berufsgenossenschaften zur Erfüllung dieser Forderung Eckpunkte und Rahmenbedingungen für die Einrichtung dieser Akademie in Sachsen. Nachdem die Unabhängige Föderalismus-Kommission und der Freistaat Sachsen unseren Plänen zugestimmt hatten, haben wir uns um ein Grundstück in Dresden bemüht und mit besonderer Unterstützung des Amtes für Wirtschaftsförderung der Landeshauptstadt auch gefunden", so Hinne weiter. Der Bürgermeister der Stadt Dresden, Rolf Wolgast, dankte allen an der Vorbereitung des Projektes beteiligten Partnern. "Ich glaube, daß Sie eine gute Wahl getroffen haben", erklärte er. Die Errichtung der Akademie am Rande der Dresdener Heide entspreche sowohl den wirtschaftspolitischen als auch den städteplanerischen Vorstellungen Dresdens. "In Ihrer Akademie sehe ich eine hervorragende Ergänzung für die bereits bestehende Forschungslandschaft in unserer Landeshauptstadt mit ihren mehr als 25 Fakultäten und Institutionen. Ihre Akademie reiht sich würdig ein in die weiteren Planungen von wissenschaftlichen Einrichtungen am Wissenschafts- und Innovationsstandort Dresden", betonte Wolgast.

Der Neubau in Dresden-Klotzsche mit einem geplanten Bauvolumen von 154,6 Millionen DM und mehr als 10.000 Schulungsteilnehmern jährlich soll im Jahr 2001 in Betrieb genommen werden. Die Akademie faßt verschiedene Schwerpunktbereiche zusammen: Drei Berufsgenossenschaften richten selbständige Bildungsstätten zur branchenbezogenen Ausbildung von Fachkräften für Arbeitssicherheit und zur Fortbildung von Führungskräften im Arbeitsschutz ein. Außerdem wird in der Akademie ein wissenschaftliches Bildungszentrum des HVBG als Gemeinschaftseinrichtung aller Berufsgenossenschaften geschaffen. In diesem Bildungszentrum werden branchenübergreifende Aus-, Fort- und Weiterbildungsmaßnahmen durchgeführt. Zielgruppen hierfür sind Führungskräfte der Berufsgenossenschaften insbesondere aus dem Bereich Prävention, Dozenten und Ärzte, insbesondere Arbeitsmediziner. Darüber hinaus wird das Bildungszentrum den Erfahrungs- und Meinungsaustausch von Wissenschaftlern und Arbeitsschutzexperten des In- und Auslandes organisieren.

Außerdem wird der Landesverband Bayern und Sachsen der gewerblichen Berufsgenossenschaften im Gebäude der BGA eine zusätzliche Geschäftsstelle einrichten. Für die Schulungsteilnehmer, Gastdozenten und Teilnehmer an sonstigen Veranstaltungen der Akademie besteht die Möglichkeit der Unterbringung in einem eigenen Akademie-Hotel, das auch die Versorgung der Teilnehmer und der Mitarbeiter der Akademie übernehmen wird. Das Hotel wird eine Kapazität von etwa 300 Betten haben.

Die BGA Dresden wird auf dem Gelände der ehemaligen sächsischen Landesschule im Stadtteil Klotzsche errichtet, deren Planung auf den bedeutenden Architekten Heinrich Tessenow zurückgeht. Die Anlage steht unter Denkmalschutz, die neue Akademie wird daher in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege unter Beachtung des architektonischen Gesamtensembles der ehemaligen Schule errichtet.


Spatenstich





Inhaltsverzeichnis Ausgabe 6/98 | Zurück zu unserer Homepage