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[Die Industrie der Steine + Erden]




Ein Steinbruch auf dem Weg ins neue Jahrtausend

Der Jahrtausendblick - steinzeichen steinbergen

Die Schaumburger Steinbrüche GmbH & Co. KG stellt mit "Der Jahrtausendblick -- steinzeichen steinbergen" anläßlich der EXPO 2000 ein innovatives Nachnutzungskonzept für den aufgelassenen Teil des Steinbruchs vor. Das nahe Hannover in Rinteln/Steinbergen direkt an der A2 gelegene Projekt präsentiert sich als neuartiger Freizeit- und Kulturpark rund um das Thema Stein. Entlang eines architektonisch gestalteten Parcours wird über verschiedene Ereignisräume und Themenfelder der Stein als faszinierendes Stück Natur und als einer der ältesten Werkstoffe der menschlichen Kulturgeschichte anschaulich und sinnlich erfahrbar dargestellt. Durch seinen erzählerischen Gestaltungsansatz und den spannenden Wechsel zwischen medialer und realer Vermittlung wird das Vorhaben auch über die Zeit der EXPO hinaus zum attraktiven Besucherziel. Entsprechend sind die Planungen auf Nachhaltigkeit angelegt und für eine Dauer von mindestens 25 Jahren ausgelegt.



Architektur und Landschaftsgestaltung


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Der architektonische Parcours gibt den Weg des Besuchers durch das etwa 15 ha große Gelände vor. Entlang des Weges trifft der Besucher auf eine Reihe von Pavillons, die in einem gemeinsamen Erzählstrang die Natur- und Kulturgeschichte des Steins aufgreifen. Wesentliches Merkmal dieser Pavillons ist ein Steintor, durch das die Besucher die Teilwelt im Inneren des dahinterliegenden Raumes aus Stahl und Glas betreten. Höhepunkt des Rundgangs ist das skulpturale Troppenbauwerk "Der Jahrtausendblick", das auf die Kammlinie der höchsten Felswand im östlichen Teil des Messingberges gesetzt wird und für Besucher des Steinbruchs als Aussichtsplattform zugänglich ist. Dieser Bau, der gleichzeitig das namengebende Wahrzeichen des Projekts ist, ragt weithin sichtbar 25 bis 30 m über die Wipfel nahestehender Bäume. Der Architekt setzt hier ein Zeichen, das selbst zur Schnittstelle zwischen Tradition und Zukunft wird. Er verwendet massiven, vor Ort anstehenden Stein, der verbunden mit Elementen aus Glas und Stahl einen sinnfälligen Kontrast zu den Monumenten der Region (Porta Westfalica, Hermannsdenkmal) erzeugt. Auf dem Rundgang begegnet der Besucher weiteren architektonischen Wegmarken wie der "Steinherde", ein Ensemble aufgeständerter Felsbrocken, die gleich zu Beginn als Merkzeichen ziehen und den Aufbruch der Steine aus dem Steinbruch hinaus zur weiteren Verwendung symbolisieren.

Solarwälder

Weitere Stationen sind die "Solarwälder", die als Teil des ökologischen Energiekonzeptes in die Landschaft eingebunden sind, und die "Steinschule", die in Verbindung mit akustischen Versatzstücken dem Besucher Steine zum Sehen und Befühlen bieten. Es folgen Miniparks als gestaltete Grüninseln und ein Krater, der von als Teil der Formenwelt eines aktiven Steinbruchs der Kraft architektonischer Eingriffe zeugt.



Pavilion-Parcours

Für die inhaltliche Kuratierung des thermatischen Leitgedankens Stein, und somit der Pavillons, konnte der Direktor des äußerst erfolgreichen Neanderthal-Museums bei Düsseldorf, Dr. Gerd-C. Weniger, gewonnen worden. Auf allgemeinverständliche Art und Weise soll vermittelt werden, daß Stein ein unverzichtbar Rohstoff der Natur für unser Leben ist und für die unterschiedlichsten Anwendungsgebiete, die sich oft nicht auf den ersten Blick erschließen, eingesetzt wird. Im "Haus des Lebens" wird gezeigt, wie Steine die Menschheitsgeschichte ins Rollen brachten. Ein Streifzug vorbei an den Meilensteinen der Technikgeschichte reicht vom Stein in der Faust bis zum Silizium im Mikroprozessor. Ein weiterer Pavillon veranschaulicht unter dem Motto "Bauen-Wohnen-Leben" die steinernen Zeugnisse der Zivilisation und zeigt wie sich Menschen Stein an Stein ihre Welt erbauten. Das "Haus der Zeit" widmet sich einer Zeitreise vom Gesteinsblock bis zum virtuellen Raum. Das "Haus der Sinne" gibt ein gefühlvolles Rätsel rund um die Welt der Steine auf: Steine riechen, fühlen, hören, schmecken und sehen. Das "Haus der Mythen und Träume" zeigt, wie die Unvergänglichkeit des Steins die Menschen faszinierte. Das "Haus der 2000 Lösungen" widmet sich dem optimalen Nutzen ökologischer Ressourcen. 2000 alltagstaugliche Problemlösungen sollen über Infoterminals für den Besucher interaktiv abrufbar sein. Um diese Themen ansprechend, attraktiv und erlebnisorientiert für den Besucher aufzubereiten, werden moderne Kommunikationstechnologien eingesetzt: Der Steinbruch als Ort des Wandels von der Industrie- zur Informations- und Wissensgesellschaft.



Schauplätze

Ein wichtiger Baustein des Projektes sind die Schauplätze, die den verschiedensten Veranstaltungen und Themenfeldern Raum bieten. Empfangen wird der Besucher auf dem Marktplatz, einem Umschlagplatz für Informationen und kommerzielle Waren, die im Rahmen des Projektthemas gehandelt werden. Das bereits umgebaute Veransteltungsforum bietet als multifunktionater Veranstaltungsort mit modernem technischen Equipment bis zu 200 Besuchern Platz für Workshops, Symposion und Ausstellungen. Die ebenfalls renovierte und intakte Bauhütte wird zum Ort des Handwerks. Bildhauer, Steinmetze und Steinkünstler bekommen damit einen festen Platz zugewiesen.

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Ein Freilufttheater für etwa 700 Personen integriert sich mit seiner Form einer auf der Spitze stehenden Stufenpyramide ins Gelände. Ziel ist es, diese Arena als Ort für Kulturveranstaltungen in der Schaumburger Landschaft zu etablieren. Zugleich ist das Auditorium Eingangsszenario für einen etwa 80 m langen und knapp 3 m hohe Tunnel, der ursprünglich als Transportweg in die Tiefe des Bergmassives getrieben wurde und heute auf ungewöhnliche Weise zu bespielen ist. Ein weiterer Schauplatz besonderer Art ist ein 23 m tiefer Brunnen. Um einen Ort der Ruhe zu schaffen, wird eine Kapelle geplant -- so schlicht gestaltet, daß sich alle Weltreligionen und -anschauungen in ihrer Spiritualität wiederfinden können. Nicht zuletzt darf in einem Freigelände, das als Ausflugsziel angelegt ist, auch ein großzügiger und interessant gestalteter Spielplatz nicht fehlen.



Veranstaltungen

In Korrespondenz zu den Schauplätzen stehen die Veranstaltungen. Schon seit Herbst 1997 stellen die einzelnen Projektpartner aus Handwerk, Architektur, Design, Kunst, Wissenschaft und Ökologie ihre Themenbereiche in regelmäßig stattfindenden Werkstatt-Gesprächen einer breiten Öffentlichkeit zur Diskussion. Für das Jahr 2000 ist die erste Sommerakademie geplant. Sie bezieht die Werkakademie für Gestaltung im Handwerk, die Akademie für Gestaltung sowie begleitende Vortragsreihen ein. Neben der Sommerakademie widmen sich ganzjährig veranstaltete Symposien und Kongresse unterschiedlichster Themen aus Ökologie, Architektur, Kunst, Handwerk und Design. Für die Dauer der EXPO 2000 wird der Jahrtausendblick - steinzeichen steinbergen mit dem Kulturpfad der Schaumburger Landschaft e.V. verknüpft sowie an den EXPO-Themenpark "Zukunft der Arbeit" über den Hauptverband der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft in Bonn angeschlossen sein.

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Projektmanagement

Träger des Projektes ist mit der Schaumburger Steinbrüche GmbH, Rinteln/Steinbergen, die mit ihrer Anschubfinanzierung die Basis für die Entwicklung gelegt hat, ein Mitgliedsunternehmen der Steinbruchs-Berufsgenossenschaft. Idee und Konzeption gehen auf Andreas Grosz, Köln, und Prof. Günter Zamp Kelp, Düsseldorf/Berlin, zurück. Architektur und Gestaltung des Landschaftsraumes liegen in den Händen des international renommierten Architekten Prof. Günter Zamp Kelp. Für die Projektleitung ist das Büro Andreas Grosz verantwortlich. Ein von der Schaumburger Steinbrüche GmbH einberufenes Kuratorium mit Vertretern des Landkreises Schaumburg, der Landesregierung Niedersachsen, der Schaumburger Landschaft e.V., der Familie zu Schaumburg und Schaumburg-Lippe, des Handwerks sowie der Steinbruch GmbH selbst begleitet, fördert und kommuniziert die inhaltliche sowie gestalterische Weiterentwicklung. Das Projekt zeichnet sich durch vielfältige Programmbausteine aus, die sukzessive konzipiert und mit Hilfe von Förderern und Sponsoren auf individuelle Weise realisiert werden. Eine eigene Corporate Identity, ein attraktiver Internetauftritt, der schon jetzt für ständige Aufmerksamkeit sorgt, und effiziente Public Relations weisen das Projekt als professionelles kulturelles Unternehmen aus. Neben lokalen Förderern aus Stadt und Wirtschaft ermöglicht eine flexible Kommunikations- und Organisationsstruktur weiteren Partnern und Sponsoren die Beteiligung am Projekt: Offenheit als Prinzip. Mit dem Jahrtausendblick entsteht so ein Netzwerk von Projekten und Projektpartnern, die am Übergang vom 2. zum 3. Jahrtausend eine Schnittstelle schaffen, an der für die Neuorientierung des Beziehungsgeflechts Mensch - Natur - Technik neue Anknüpfungspunkte gewonnen werden können. Förderer sind eingeladen, für einzelne Pavillons und Themen eine Partnerschaft zu übernehmen. Damit erhalten die Partner Gelegenheit, zentrale Themen ihres Unternehmensumfeldes inhaltlich und publikumsorientiert zu besetzen. Hier werden Sponsoren und Investoren zu kompetenten Partnern in einem weitgespannten Netzwerk, das kontinuierlich wächst.

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an: Projektbüro Andreas Grosz, Herr Egbert Knobloch, Im Mediapark 11, 50670 Köln, Tel.: 0221-4545464, Fax: 0221-4545476, Email team@buerogrosz.de, www.steinzeichen.de





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